Reisebericht: Eine magische Polarlicht-Expedition in Norwegen mit der HANSEATIC nature

Unterwegs im Luxusliner von Tromsö im Norden von Norwegen nach Hamburg, auf der Suche nach der geheimnisvollen Aurora borealis

Tromsö, 6. März 2024 – 8. März 2024, Wetter: bedeckt, Temperatur 5 °C

Die Planung

Willkommen bei Zinni auf Reisen mit meinem neuen Reisebericht über eine Hochsee-Kreuzfahrt mit der HANSEATIC nature in der Nordsee, die Küste entlang von Norwegen ab Tromsö bis Hamburg im März 2024, auf der Suche nach Polarlichtern!

Meine letzte fantastische Expedition mit einem Schiff der Hapag-Lloyd Cruises Flotte, eines meiner bevorzugten Unternehmen für diese Reiseart, war im September 2023 mit der HANSEATIC inspiration von Grönland nach Kanada:

Ich war bereits öfter in Norwegen, auch auf Kreuzfahrten. Aber mit einem Schiff noch nie im Winter. Obwohl mir bewusst war, dass es zu dieser Zeit dort frisch werden kann, wollte ich einmal ausgiebig Nordlichter von einem Kreuzfahrtschiff aus in Ruhe anschauen.

Dies war die geplante Route mit der HANSEATIC nature ab Tromsö, entlang der Küste von Norwegen:

Die geplante Route der HANSEATIC nature an der Küste von Norwegen entlang
Die geplante Route der HANSEATIC nature an der Küste von Norwegen entlang

Copyright und Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von
Hapag-Lloyd Cruises

Ausgeschrieben wurde die Expedition als „Musikalisches Abenteuer“, da an Bord das Trio Gondolatjel die Passagiere mit klassischen Konzerten unterhalten sollte. Das war für mich nicht ein Grund, dies zu buchen, aber vielleicht war es auch unterhaltsam, in der Lounge der HANSEATIC nature diese Art von Musik zu hören und dabei sich die Fjorde von Norwegen anzuschauen.

Von den vom Veranstalter angebotenen Ausflügen hatte ich nur zwei im Vorfeld angefragt. Die meisten waren von der Schwierigkeitsstufe zu anspruchsvoll für meinen morschen Körper und andere waren nicht interessant für mich. Leider war ich auf dem Ausflug „Fahrt mit einem Hovercraft-Luftkissenboot“ in Kirkenes nur auf der Warteliste gelandet. Ich hoffte, dass ich an Bord die Bestätigung dafür bekommen würde. In Alta dagegen hatte ich eine Zusage für einen Besuch des dortigen Eishotels bekommen.

Ich war mir sicher, dass ich für den Rest der Landgänge etwas vor Ort finden werde. Für Hafenbiere zu trinken, machte ich mir machte ich mir wenig Hoffnun wenig Hoffnung. Bereits im Sommer ist es dort schwierig, eine geeignete Lokation dafür zu finden, und im Winter sind einige der wenigen Lokale dazu saisonbedingt geschlossen. Aber verdursten sollte ich auch nicht, an Bord gibt es ausreichende Mittel, um meinen Durst zu löschen.

Die Anreise nach Tromsö

Streikbedingt flog ich zwei Tage vor der Abfahrt von Frankfurt am Main nach Tromsö im Norden von Norwegen, einen Tag vorher als ursprünglich geplant. Für ein Bier vor dem Abflug war die Tageszeit bei der frühen Zeit ungeeignet, so schaute ich auf das Geschehen am Flughafen, bevor das Boarding begonnen hatte:

Blick auf den Flughafen von Frankfurt am Main am Morgen
Blick auf den Flughafen von Frankfurt am Main am Morgen

Nach dem Einsteigen freute ich mich auf den Nonstop-Flug der Lufthansa nach Kefjavik auf Island:

✈ Come Fly with LH ✈

Der erste Blick auf Island auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Kefjavik
Der erste Blick auf Island auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Kefjavik

Quatsch, natürlich flog ich nicht nach Island, sondern nach Norwegen. Das war ein Spaß, um zu testen, ob jemand meinen Unsinn überhaupt liest.

Wir hatten eine halbe Stunde Verspätung, da nicht ausreichend genug Ladepersonal für das Gepäck vorhanden war. Das wurde aber durch günstigen Wind fast wieder gutgemacht. Ich war der Einzige an Bord, der eine Reihe für sich hatte, gut so. Die drei Stunden Flug ließen sich dadurch ausgezeichnet aushalten, auch durch Bier und die Semmelknödel mit Pilzen, die geschmeckt hatten. Und die Ausblicke, so wie dieser, waren unbezahlbar:

Ausblick auf eine Insel in Norwegen auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Tromsö
Ausblick auf eine Insel in Norwegen auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Tromsö

Willkommen, Norwegen im Schnee:

Mit Schnee bedecktes Norwegen auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Tromsö
Mit Schnee bedecktes Norwegen auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Tromsö

Es war die beste Medizin für mich, so etwas zu genießen. War das schön? Zumindest für mich eines der klarsten JA meines Lebens! Die Flugansage hätte auch lauten können: „Herzlich willkommen auf dem Sightseeing Flug von Frankfurt am Main nach Tromsö“:

Schneebedeckte Berge auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Tromsö
Schneebedeckte Berge auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Tromsö

Übrigens, deutsche Männer dürfen weinen.

♫ Tränen trügen nicht ♫

Wow, was war das für ein genialer Flug. Die fantastischen Aussichten beim Landeanflug auf Tromsö machten ihn perfekt, zunächst auf die umliegende Landschaft:

Die Landschaft beim Landeanflug auf Tromsö
Die Landschaft beim Landeanflug auf Tromsö

und anschließend der umwerfende Blick auf die Stadt mit ihrer charakteristischen Brücke, die über den Tromsøysund führt, und den Flughafen:

Blick auf die Stadt Tromsö beim Landeanflug
Blick auf die Stadt Tromsö beim Landeanflug

Danach flogen wir eine kurze Zeit weiter, bevor wir wendeten und der endgültige Landeanflug eingeleitet wurde:

Anflug auf den Flughafen der Stadt Tromsö
Anflug auf den Flughafen der Stadt Tromsö

Der Flug war der Hammer. Aber noch wichtiger war es mir, dass ich in Tromsö pünktlich vor Kreuzfahrtbeginn angekommen war. Ohne meine spontane Umbuchung des Fluges wüsste ich nicht, ob mir das gelungen wäre. Wobei ich davon ausging, dass eine Destination bei der Kreuzfahrt entfällt, weil wir auf die Passagiere warten müssen, die wegen des Streiks nicht pünktlich ankommen konnten. Vorweg, dies war nicht eingetreten. Alle geplanten Destinationen konnten pünktlich angelaufen werden.

Aufenthalt in Tromsö

Während des Fluges lernte ich zwei weitere Passagiere meiner Kreuzfahrt kennen, die das gleiche Hotel wie ich gebucht hatten und einen Transfer über den Veranstalter gebucht hatten. Da dieser mit einem VAN durchgeführt wurde, könnte ich kostenfrei mitfahren. Nur wartete nach der Ankunft im Terminal niemand auf uns. So revanchierte ich mich und hatte die beiden für eine Fahrt mit einem Taxi in die Stadt eingeladen.

Bei der wartenden Schlange auf ein Fahrzeug im Außenbereich rutschte ein Fahrgast vor uns durch das dortige Glatteis aus, das sah nicht schmerzfrei aus. Hier erkannte ich bereits, dass eine Fortbewegung zu Fuß dort zu dieser Zeit beschwerlich werden kann.

Dass ich das Wort „Upgrade“ mag, hatte ich schon erwähnt, oder? Das wurde mir nach dem Erreichen des Radisson Blu Hotel in der Innenstadt beim Check-in mitgeteilt.

Von meinem Zimmer aus hatte ich zudem auch noch einen tollen Blick auf die Eismeerkathedrale:

Ausblick vom Radisson Blu Hotel in Tromsö auf die Eismeerkathedrale
Ausblick vom Radisson Blu Hotel in Tromsö auf die Eismeerkathedrale

Ich hoffte, dass ich nach der Abfahrt dieses Schiffes der Viking-Flotte mir noch mehr von der Küste anschauen konnte.

Beim anschließenden Spaziergang durch die Stadt merkte ich schnell, dass eine Fortbewegung in den glatten Straßen dort gefährlich werden kann. Da das Wetter auch noch dazu ungemütlich war, ging ich nicht zurück zum Hotel in mein Zimmer, um die Spikes zu holen, sondern direkt in den dem Haus angeschlossenen Rorbua Pub, auf Deutsch Fischerhütte. Dort trat ich erstmals auf dieser Reise den Kampf „Klein gegen Groß“ an. Wenn ich gewinne, kann ich auf die HANSEATIC nature. Ansonsten wäre es „PP“ für mich gewesen = Persönliches Pech:

Zinnis aussichtsloser Kampf im Rorbua Pub in Tromsö
Zinnis aussichtsloser Kampf im Rorbua Pub in Tromsö

Durch weltweites Daumendrücken konnte sich der reisende Außenseiter behaupten.

Ich hatte im Lokal ein Paar aus der Schweiz kennengelernt, mit dem ich mich zwei Stunden lang ausgiebig über Nordlichter, Rentier-Steaks und ordentliche Kneipen unterhalten hatte. Leider mussten die beiden den letzten Bus zu der Ortschaft nehmen, wo sie gewohnt hatten, sie wären gerne länger geblieben.

Zurück im Zimmer hatte ich diesen herrlichen Ausblick:

Ausblick vom Radisson Blu Hotel in Tromsö auf die Eismeerkathedrale in der Nacht
Ausblick vom Radisson Blu Hotel in Tromsö auf die Eismeerkathedrale in der Nacht

Nordlichter in einer größeren Stadt wie Tromsö sind selten zu sehen, wegen der vielen Lichter dort. Dafür werden vor Ort nächtliche Ausflüge zu der näheren Umgebung von mehreren Agenturen angeboten. Für mich wäre dies wahrscheinlich zu lange, in der Kälte zu sitzen, mit der vielleicht vergeblichen Hoffnung, Polarlichter zu sehen.

Ich hatte einen tollen Anreisetag, in vielerlei Hinsicht. Der Start der Nordlicht-Expedition mit der HANSEATIC nature in Norwegen war vollauf gelungen!

Am nächsten Morgen hatte ich, ohne ein störendes Kreuzfahrtschiff im Vordergrund, diese Aussicht:

Ausblick vom Radisson Blu Hotel in Tromsö auf die Eismeerkathedrale ohne Sicht-Blockade
Ausblick vom Radisson Blu Hotel in Tromsö auf die Eismeerkathedrale ohne Sicht-Blockade

Bedauerlicherweise war das Wetter fies und durch einen leichten Eisregen war das Laufen schwierig. Man konnte zudem kaum sehen, wo es glatt war und wo nicht. Für Spikes an den Schuhen war jedoch zu wenig Schnee und Eis auf den Straßen. Meine mitgenommenen Stollen waren unbrauchbar, weil es die mit den Rosinen waren und nur mit Straßenschuhen waren die Wege manchmal unpassierbar wie hier:

Eis und Schnee auf den Straßen von Tromsö
Eis und Schnee auf den Straßen von Tromsö

Dadurch schaute ich mir nur kurz die Domkirke (auf Deutsch Dom) an, eine der weltweit nördlichsten Kathedralen und mit ihren 800 Sitzplätzen eine der größten Holzkirchen des Landes:

Die Domkirke in Tromsö
Die Domkirke in Tromsö

Ich wand mich anschließend lieber der Kultur zu. Das älteste Lokal in der Stadt, die altehrwürdigen Ølhallen, musste ich natürlich ausgiebig besichtigen, denn es heißt „Du warst nicht in Tromsø, wenn Du nicht in den Ølhallen warst“:

Ølhallen, der älteste Pub in Tromsö
Ølhallen, der älteste Pub in Tromsö

Leider ist die dortige Bier-Auswahl etwas genügsam, nur etwas mehr als 50 Sorten stehen zur Wahl:

Bierauswahl in den Ølhallen, der älteste Pub in Tromsö
Bierauswahl in den Ølhallen, der älteste Pub in Tromsö

Zehn Prozent davon testete ich:

Zinni testet Bier in den Ølhallen, der älteste Pub in Tromsö
Zinni testet Bier in den Ølhallen, der älteste Pub in Tromsö

Anschließend erledigte ich den zweiten Eisbären, in der kurzen Zeit, in der ich in Tromsö anwesend war:

Zinnis Kampf mit einem Eisbären in den Ølhallen, der älteste Pub in Tromsö
Zinnis Kampf mit einem Eisbären in den Ølhallen, der älteste Pub in Tromsö

Ein Dank an alle, die sich damals um meine Gesundheit Gedanken gemacht hatten! Ich war siegreich und danach unfallfrei durch glatte Straßen wieder zurück im Hotel angekommen. Da ich keine Lust hatte, weiter bei dem Wetter durch die Gegend zu laufen, gönnte ich mir im Restaurant vom Hotel eine Pizza mit zwei klassischen Zutaten:

Pizza im Rorbua Pub in Tromsö
Pizza im Rorbua Pub in Tromsö

Dort blieb ich, bis ich müde wurde. Wegen der unglücklichen Straßenbedingungen war es ein so nicht erwarteter Tag. Allerdings war der letzte nächtliche Ausblick auf die Stadt alles andere als ekelhaft:

Tromsö bei Nacht
Tromsö bei Nacht

Am darauffolgenden Morgen hatte mich das Radisson Blu Hotel enttäuscht. In meinem Heringssalat beim Frühstück war ein unappetitliches Plastikteil, das mir dadurch jeglichen Appetit genommen hatte. Ich lehnte ab, etwas dafür zu bezahlen, was auch entsprochen wurde. Weiterhin fragte ich an der Rezeption bereits beim Einchecken nach einem Late-Check-Out, gerne auch gegen ein Entgelt. Die Antwort war, dass ich am Abend vor dem Auschecken fragen soll. Das hatte ich getan, da hieß es, ich sollte am nächsten Morgen fragen. Gemacht, da wurde mir mitgeteilt, dass ich zwei Stunden später noch einmal anfragen soll.

Das war mir zu blöde, so ging ich lieber in einen Pub in der Wartezeit zur Fahrt zum Schiff, als weiter zu betteln. Das wurde meine Heimat für zwei ½ Stunden:

Zinni im Rorbua Pub in Tromsö
Zinni im Rorbua Pub in Tromsö

Bevor ich danach ein Taxi zur HANSEATIC nature zum Beginn meiner Fjord-Fahrt in Norwegen bestellt hatte.

Seetag, 9. März 2024, Wetter: bedeckt, Temperatur 5 °C

Auf der HANSEATIC nature

Nachdem ich auf der HANSEATIC nature für meine Fahrt entlang der Küste von Norwegen angekommen war, konnte ich in wenigen Sekunden einchecken und hatte an Bord umgehend ein Getränk angeboten bekommen, so sollte das immer sein:

Zinni auf der HANSEATIC nature in Norwegen
Zinni auf der HANSEATIC nature in Norwegen

Ich war wieder in meiner Kreuzfahrt-Welt angekommen! Einige Zeit später konnte ich meine Herberge für die folgenden zwei Wochen betreten:

Meine Kabine 614 auf der HANSEATIC nature
Meine Kabine 614 auf der HANSEATIC nature

Wie immer bei dieser Gesellschaft war ich damit mehr als zufrieden, Platz war genug für mich und natürlich war alles gepflegt, im guten Zustand und so sauber, wie ich es zu Hause nie hinbekomme.

Bei dem obligatorischen Bar-Besuch nach der Inspektion der Unterkunft gab es zunächst eine gute Nachricht für mich, denn vier Sorten Gin aus Norwegen wurden für uns Passagiere eingekauft. Diese wurden natürlich während der Fahrt alle von mir getestet:

Gin aus Norwegen auf der HANSEATIC nature
Gin aus Norwegen auf der HANSEATIC nature

Es gab aber auch eine schlechte Nachricht von der Ausflugs-Abteilung, denn bei meiner Anfrage für die geplante Hovercraft-Fahrt über das Eis war ich leider immer noch auf der Warteliste, schade.

Dafür waren die letzten Blicke auf die Stadt Tromsö klasse, nur wegen der starken Bewölkung gab es bedauerlicherweise keine Chance auf Polarlichter:

Tromsö am Abend
Tromsö am Abend

So konnte die Kreuzfahrt trotzdem gerne weitergehen. Einige von der Crew hatten mich auch wieder erkannt, willkommen in der kleinen Kreuzfahrt-Welt.

Wegen vieler streikbedingter Verspätungen stand erst um 20:00 Uhr die obligatorische Seenotrettungsübung auf dem Programm. Im Logbuch der Reederei, das am Ende der Reise jedem Passagier per Stick überreicht wurde, ist erwähnt: „Manch einer genießt nach der Übung noch einen Absacker an der Bar nach der obligatorischen Seenotrettungsübung“. Da war mit Sicherheit überwiegend ich gemeint, denn beide Lounges waren fast leer. Bei einer Kreuzfahrt mit dem üblichen Altersschnitt ist die neue Mitternacht mittlerweile 21:00 Uhr. Das gilt bei mir aber nur zu Hause, auf Reisen blühe ich dann erst auf:

Zinni am Abend in der Observation Lounge auf der HANSEATIC nature in Norwegen
Zinni am Abend in der Observation Lounge auf der HANSEATIC nature in Norwegen

Leider war wissentlich der Ozeanpianist der Einzige, der wegen Streik nicht die HANSEATIC nature bis zur Abfahrt erreicht hatte. So war eine ungewohnte Stille in der Lounge, mein Wunsch nach etwas Musik aus der Konserve wurde aber abgelehnt, warum auch immer. Technisch wäre dies kein Problem gewesen.

Mein letzter Blick an diesem Tag war erneut auf Tromsö. Es gab keine Nordlichter zu sehen, die Ansicht war trotzdem cool:

Wir hatten in der Nacht pünktlich um ein Uhr Tromsø verlassen und befanden uns auf dem Weg in Richtung Kirkenes. Vor uns stand ein Seetag an. Diesen startete ich mit einem Frühstück, das in dieser Art ein Standard für mich wurde:

Mein Frühstück auf der HANSEATIC nature
Mein Frühstück auf der HANSEATIC nature

„Der frühe Zinni isst ein Ei“, oder auch, was sagte Mutter Zwiebel zu ihrem Kind am Vorabend? „Du musst ins Mett“!

Anschließend schaute ich vergeblich nach Walen ausschau, wie hier in der Nähe bei Hammerfest:

Die Küste von Norwegen in der Nähe von Hammerfest
Die Küste von Norwegen in der Nähe von Hammerfest

Ich wusste beim anschließenden Erholen nicht, was das Schönste war. Sei es die herrliche Ruhe, die mir gutgetan hatte, die Wärme der Sonne, die entspannte Stimmung, oder gar die leckeren Getränke, die mir gemundet hatten. Egal, es war ein klasse und gemächlicher Seetag:

Entspannung an Bord der HANSEATIC nature in Norwegen
Entspannung an Bord der HANSEATIC nature in Norwegen

Nordkap

Dazu hatte ich noch Ausblicke auf eine grandiose nordische Landschaft, willkommen in der Zinni-Kreuzfahrt-Welt:

Entlang der Küste mit der HANSEATIC nature im Norden von Norwegen
Entlang der Küste mit der HANSEATIC nature im Norden von Norwegen

Zeus, der Wettergott, war gnädig mit uns und hatte später das Licht angeschaltet:

Die bewölkte Sonne über der Küste von Norwegen
Die bewölkte Sonne über der Küste von Norwegen

Dies war notwendig, denn anschließend fuhren wir am Nordkap vorbei, der nördlichste Parkplatz in Europa, der ohne eine Fähre vom zentralen Europa aus zu erreichen ist:

Das Nordkap von Norwegen
Das Nordkap von Norwegen

Außer Meer ist mehr dort nicht. Nichts mit Nördlichster Punkt von Europa oder ähnlichem Unfug. Eine hässliche Kugel haben die Verantwortlichen auch noch aufgestellt, um den hohen Eintritt zu rechtfertigen. Den stählernen Globus kann man auf dem Bild klein auf der Klippe erkennen. Das Licht ist übrigens zehn Kilometer entfernt genauso trüb oder auch nicht, aber nicht anders als dort. Später in Honningsvåg hatten die meisten Passagiere einen Ausflug dorthin gebucht. Ich nicht, die Busfahrt dorthin, vor Ort einen Film sehen und den überteuerten Kitsch-Souvenir-Shop besuchen zu dürfen, war mir der Aufwand nicht wert.

♫ Der ist der eine, der trotzdem lacht ♫

Zinni und das Nordkap von Norwegen
Zinni und das Nordkap von Norwegen

Wir hatten einen Ehrengast an Bord der HANSEATIC nature auf der Fahrt der Küste von Norwegen entlang, der Zinni Wanderer at Sea:

Der Wanderer at Sea an Bord der HANSEATIC nature
Der Wanderer at Sea an Bord der HANSEATIC nature

Diese Skulptur ist der Silhouette von Caspar David Friedrich berühmtem Bild Wanderer über dem Nebelmeer nachempfunden. Die rund zwei Meter große Figur reiste an Bord der Flotte von Mein Schiff und Hapag-Lloyd Cruises über die Weltmeere. Am Ende seiner Tour am 20.3.2024 hatte der fleißige Wanderer 25 000 Seemeilen zurückgelegt und mehr als 100 Häfen einen Besuch abgestattet.

Ob er auch, wie wir Passagiere an diesem Abend, Kaviar serviert bekommen hatte, ist allerdings zu bezweifeln:

Kaviar an Bord der HANSEATIC nature
Kaviar an Bord der HANSEATIC nature

Von Polarlichtern war in der Nacht nichts zu sehen, nur die bewegte See war von meinem Balkon aus zu erkennen:

Das Nordpolarmeer in der Nacht
Das Nordpolarmeer in der Nacht

Kirkenes, 10. März 2024, Wetter: bedeckt, Temperatur 4 °C

Am darauffolgenden Morgen erreichten wir den östlichen Außenposten von Norwegen, die Stadt Kirkenes. Sie liegt im äußersten Nordosten des Landes am Bøkfjord, einem Arm des Varangerfjords, in der Nähe der Grenze zu Russland. Das Wetter sah auf den ersten Blick zufriedenstellend aus:

Der Hafen von Kirkenes
Der Hafen von Kirkenes

Leider hatte meine Reservierung dort für den Hovercraft-Ausflug nicht geklappt, mein Platz auf der Warteliste wurde nicht akzeptiert. Der Ort selbst schien mir auf den ersten Blick nicht attraktiv zu sein. Ich hatte wenigstens die Hoffnung, eine einfache, aber ordentliche Lokation für ein Hafenbier zu finden. Aber vorher war ich noch etwas „Bettman“, denn ich, der Superheld, blieb erst einmal noch etwas im Bettchen liegen. Wir lagen den ganzen Tag vor der Stadt, Zeit war genug vor Ort.

Später lief ich ausgeschlafen in die Stadt. Viel zum Anschauen fand ich nicht, nur wie überall eine obligatorische Kirche:

Die Kirche von Kirkenes
Die Kirche von Kirkenes

Der ursprüngliche Name der Halbinsel lautete Piselvnes, auf Deutsch Landzunge des Flusses Pis. Später erfolgte die Umbenennung in Kirkenes, auf Deutsch Kirchenlandzunge, nachdem die Kirche im Ort im Jahr 1862 gebaut wurde und damit den Namen gegeben hatte. Diese neue Pfarrkirche ersetzte die Vorgängerkirche, die alte wurde während einer Bombardierung im Jahr 1944 schwer getroffen und brannte ab.

Nur war dort auf den Gehwegen, ähnlich wie in Tromsö, das Laufen tückisch. Ohne Spikes hätte ich mein Hobby „Ausrutschen und ab ins Krankenhaus“ wohl erfolgreich umgesetzt:

Glatteis in Kirkenes
Glatteis in Kirkenes

Einige Bereiche waren unerreichbar für mich, wie dieses Café:

Ein Café in Kirkenes
Ein Café in Kirkenes

Das Hafenbier ließ ich lieber ausfallen, weil ich bei vollen Sinnen auf dem Rückweg sein wollte. So zeigte ich Einsicht und lief vernünftigerweise zurück zum Hafen. Dort sah ich überraschend nur noch das Heck der HANSEATIC nature. Mist, ich hatte wohl die Abfahrt verpasst:

Eine Abfahrt eines Kreuzfahrtschiffes in Kirkenes
Eine Abfahrt eines Kreuzfahrtschiffes in Kirkenes

Unsinn, ich war überpünktlich und mir war bewusst, dass dies ein Schiff der Hurtigruten war. Ich sah während dieser Reise einige davon, stets war der Aufenthalt bei denen natürlich viel kürzer als bei uns, weil diese als Fährschiffe eingesetzt werden, deren Hauptzweck die Beförderungsleistung von einem Hafen zu einem anderen ist und nicht die Kreuzfahrt an sich.

Ich war froh, als ich nach 7 000 anstrengenden Schritten wohlbehalten wieder zurück im Hafenbereich war:

Die HANSEATIC nature im Hafen von Kirkenes
Die HANSEATIC nature im Hafen von Kirkenes

So trank ich ein Bier und ein Aquavit an Bord der HANSEATIC nature, anstatt ein Hafenbier in Kirkenes, das war gesünder. Ich bin handwerklich begabt, deshalb schraubte ich meine Erwartungen an die Landgänge ab diesem Zeitpunkt bereits herunter. Nach diesen Erlebnissen und die aus Tromsö hatte ich beschlossen, dass ich meine „Norwegen im März im Norden zu Fuß unterwegs“ Erfahrungen einschränken werde. Es machte keinen Spaß, ich war mit meinen morschen Knochen viel zu unsicher unterwegs und hatte dort zu viel Respekt vor einem unvermeidlichen Sturz. Mein Körper ist nämlich ein Tempel, so wie einer dieser eingestürzten antiken Ruinen.

An Bord war es angenehm, mit schönen Blicken auf den Sonnenuntergang:

Ein Sonnenuntergang nahe Kirkenes
Ein Sonnenuntergang nahe Kirkenes

Ich hoffte, dass je mehr wir in den Süden kommen, die Lage sich verbessern sollte.

Bei dem Abendessen hatte ich mir einen ganzen Lachs als Vorspeise bestellt. Dieser war überschaubar, hätte größer sein können, war aber lecker:

Ein Lachs aus Norwegen auf der HANSEATIC nature serviert
Ein Lachs aus Norwegen auf der HANSEATIC nature serviert

Nonsens, der Fisch war natürlich nicht nur für mich gedacht.

Die Vorbereitungen der Crew sahen nach einer Welttüten-Nacht aus, es schien heftig zu werden. Der Wind frischte langsam auf und die Wellen wurden stetig unruhiger. Auf der offenen See erwarteten uns über Nacht Wellen von bis zu drei bis vier Meter Höhe von vorn. Wir hatten die Anweisung bekommen, dass alle Gegenstände sicher verstaut werden sollen. Dementsprechend war ich auch der einzige Passagier in der Bar. Dadurch hatte ich später in der Nacht im Bett ermüdend nicht mitbekommen, wie stürmisch es war und war ohne einen Zettel am Zeh aufgewacht, was schon einmal ein gutes Zeichen war.

Honningsvåg, 11. März 2024, Wetter: bedeckt/sonnig, Temperatur 4 °C

Am nächsten Morgen wachte ich auf, schaute aus dem Fenster und sah diese tolle Landschaft kurz vor Honningsvåg:

Die Landschaft in der Nähe von Honningsvåg
Die Landschaft in der Nähe von Honningsvåg

Auf den angebotenen Ausflug zum Nordkap verzichtete ich, wie bereits erwähnt. Ich erahnte aber auch, dass es schwer werden wird, dort wenigstens ein Hafenbier zu bekommen. Die Stadt hat nur etwa 2 200 Einwohner und obwohl der Tourismus neben Fischerei die wichtigste Einnahmequelle ist, war noch keine Saison und somit vieles geschlossen.

Nachdem ich die HANSEATIC nature verlassen hatte:

Die HANSEATIC nature in Honningsvåg
Die HANSEATIC nature in Honningsvåg

fragte ich, um unnötige Wege zu vermeiden, eine Mitarbeiterin der Touristeninformation nach einer geeigneten Lokation. Mein favorisierter Pub sowie weiteres dafür Geeignetes hatte, wie befürchtet, geschlossen oder öffnete erst später. Schade, in einem thailändischen Restaurant sitzen, das offen war, macht auch keinen Spaß. Eine Möglichkeit wurde mir noch vorgeschlagen, die ich notiert hatte und besuchen wollte.

Aber erst einmal lief ich etwas durch den Ort. Die Stadt wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört und anschließend wieder aufgebaut, eine Altstadt ist nicht vorhanden. Ich hoffte, in Bezug auf Sehenswertes, auf das

🎞 Das Wunder von Honningsvåg 🎞

Ich glaubte aber eher nicht daran, dass es eintreten wird.

Im Ortskern angekommen, begrüßte mich erst einmal ein Troll:

Ein Troll in Honningsvåg
Ein Troll in Honningsvåg

Viel anzusehen gab es für mich in Honningsvåg nicht, nur eher etwas nach dem Motto „Was bin ich“:

Eine unbekannte Skulptur in Honningsvåg
Eine unbekannte Skulptur in Honningsvåg

Oder auch wie so etwas:

Ein unbekanntes Bild in Honningsvåg
Ein unbekanntes Bild in Honningsvåg

Als ich dieses Zelt gesehen hatte, wollte ich zuerst dort einziehen:

Camping in Honningsvåg
Camping in Honningsvåg

Ich hatte das aber gelassen, denn wie erwartet, sah es mit der Hafenbier-Versorgung nicht gut aus. Laut der Touristeninformation hatte nur ein Lokal am Montag-Mittag geöffnet, das um 11 Uhr öffnete. So lief ich planlos durch den Ort bis dorthin, um zu erfahren, dass in Norwegen Alkohol erst ab 12 Uhr ausgeschenkt werden darf. Noch eine Stunde in der Kälte herumlungern wollte ich bei dem einsetzenden Eisregen aber auch nicht und lief zurück zum Schiff. Zeit genug war am Nachmittag noch, um noch einmal dort einzukehren, aber richtig schön war es im Lokal auch nicht, sondern es sah eher wie in einer Kantine aus. Das wollte ich mir nicht antun, das war kein passendes Ambiente für ein gepflegtes Hafenbier.

Es gibt aber weitaus Schlimmeres. Zum Beispiel, dass ich am Abend der Oscar-Verleihung für die Kategorie „Beste nicht nominierte Nebenrolle“ wieder leer ausgegangen war. Zusätzlich dazu die Ansage, dass das Anlegen in Alta, unsere nächste geplante Destination, wegen mehr Wind als vorgesehen schwieriger wird, als bislang geplant war. Ich hatte dort den Besuch eines Eis-Hotels inklusive eines Bar-Besuchs geplant, es wäre schade, wenn aus diesem Grund der Ausflug gestrichen wird.

Es gab aber auch weitaus Schöneres. Wie der Barkeeper Mensi an Bord der HANSEATIC nature, einer der besten seiner Zunft. Bei ihm passte alles, er war menschlich, freundlich, sachkundig, lustig und unterhaltsam, einfach ein Mitarbeiter, den ich sofort einstellen und als „Mitarbeiter des Jahres“ umgehend bewerten würde. Hier hatten sich zwei gesucht und gefunden. Schnell teilte er mir mit, dass er mich nach dem Ende der Fahrt vermissen würde. Das klang glaubhaft und hörte sich aufrichtig an:

Das Dream-Team, Mensi und Zinni an Bord der HANSEATIC nature
Das Dream-Team, Mensi und Zinni an Bord der HANSEATIC nature

Ich war zufrieden zu diesem Zeitpunkt mit der Kreuzfahrt. Nur zwei Dinge hätten besser laufen können, zum einen natürlich die fehlenden Nordlichter und weiterhin die Spaziergänge an Land. Letztgenannte waren für einen verrotteten Zinni mit schlechten Knochen, mit den Wegen voller Eis, zu tückisch. Dafür kann aber niemand etwas und beides ist dem Veranstalter nicht anzulasten.

Alta, 12. März 2024 – 13. März 2024, Wetter: heiter, Temperatur –6 °C

Die Stadt Alta

Das morgendliche „Wo bin ich?“ nach dem Aufwachen machte mir Spaß, wie hier die Aussicht auf die Gegend kurz vor Alta. Das hatte etwas:

Die Umgebung von Alta
Die Umgebung von Alta

Ich denke, dass ich die Schönheit dieses Bildes nicht zu kommentieren brauche:

Ausblick auf die Umgebung von Alta
Ausblick auf die Umgebung von Alta

Wir hatten etwas Verspätung bei der Ankunft, da wir in der Nähe des Flughafens der Stadt gelegen hatten und warten mussten, bis dort keine Maschine mehr im Landeanflug war. Es war mir nicht bekannt, dass ein Schiff sich nicht unter einem Flugzeug befinden darf, wahrscheinlich ab einer gewissen Tiefe.

♫ Ankomme, Donnerstag, den 12. um 8 Uhr, Geraldine ♫

Ankunft in Alta
Ankunft in Alta

Die Kommune Alta hat knapp 22 000 Einwohner, die Stadt selbst etwa 12 000. An Sehenswürdigkeiten gibt es zwei Museen und die Nordlichtkathedrale. Auf erstere verzichtete ich, zur Kirche hatte ich mich gewagt:

Die Nordlichtkathedrale in Alta
Die Nordlichtkathedrale in Alta

Sie ist die größte Kirche der Stadt. Das Gebäude wurde in den Jahren 2011 bis 2013 erbaut und am 10. Februar 2013 durch einen Bischof in Anwesenheit von Kronprinzessin Mette-Marit eingeweiht. Aber näher als auf dem Bild zu sehen, hatte ich mich nicht getraut zu laufen. Wie man im Vordergrund des Bildes sieht, war es wieder nicht einfach, zu Fuß unterwegs zu sein. Dazu war noch meine Kopfsache wegen des Bruchs im vergangenen Jahr gekommen, den ich ungern wiederholen möchte. So fuhr ich lieber wieder zurück auf das Schiff, um einen Sturz zu vermeiden.

Am Nachmittag hatte ich einen Ausflug zu dem Eishotel Sorrisniva gebucht, das seit 25 Jahren auf einer Area von 2 500 Quadratmetern existiert.

Das Eishotel Sorrisniva

Kurzfassung:

Es war ein cooler Knaller:

Zinni im Eishotel Sorrisniva nahe Alta
Zinni im Eishotel Sorrisniva nahe Alta

Langfassung:

Nach der zwanzig Kilometer langen Busfahrt von Alta zum Eishotel erreichten wir eine schneebedeckte Landschaft. So in etwa hatte ich mir es in Nord-Norwegen im März durchgängig vorgestellt:

Der Eingang vom Eishotel Sorrisniva nahe Alta
Der Eingang vom Eishotel Sorrisniva nahe Alta

Die Unterkunft wird jedes Jahr neu ausschließlich aus Eis und Schnee erbaut und unter ein bestimmtes Motto gestellt. Ein deutschsprachiger Mitarbeiter stellte sich vor und gab uns eine Unterweisung für den Besuch der Anlage. So sollten wir aus den Gläsern aus Eis für das angebotene Getränk an der Eisbar nur mit Handschuhen trinken.

In der Lobby des weltweit nördlichsten Hotels dieser Art waren viele sehenswerte Statuen zu sehen:

Der Eingangsbereich des Eishotels Sorrisniva nahe Alta
Der Eingangsbereich des Eishotels Sorrisniva nahe Alta

Das ist der Zugang zu den Zimmern. Es gibt dort 20 Doppelzimmer, 2 Familienräume und 5 Suiten:

Der Zugang zu den Zimmern im Eishotel Sorrisniva nahe Alta
Der Zugang zu den Zimmern im Eishotel Sorrisniva nahe Alta

Alle Suiten haben ein Motto, wie dieses das Taj Mahal.

Die Taj Mahal Suite im Eishotel Sorrisniva nahe Alta
Die Taj Mahal Suite im Eishotel Sorrisniva nahe Alta

In dieser Suite machte ich ein Probeliegen:

Zinni in einer Suite im Eishotel Sorrisniva nahe Alta
Zinni in einer Suite im Eishotel Sorrisniva nahe Alta

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Übernachtung mir dort Spaß bereiten würde. Ich schätze, mein Rücken würde sich über die harte Unterlage nicht freuen und ein Gang zu Gemeinschaftsduschen und Toiletten in der Nacht zum Hauptgebäude durch freie Natur sollte bei mir auch keine Begeisterung auslösen.

Die Eiskapelle ist besonders bei den Bräutigams beliebt, da die Hochzeitsrede wegen der permanenten Kälte von minus 5 Grad dort ungewohnt kurz ausfällt:

Die Eiskapelle im Eishotel Sorrisniva nahe Alta
Die Eiskapelle im Eishotel Sorrisniva nahe Alta

Anschließend verabschiedeten wir uns von neu gewonnenen Freunden, wie dieser kleine Polarbär hier:

Polarbär Junior im Eishotel Sorrisniva nahe Alta
Polarbär Junior im Eishotel Sorrisniva nahe Alta

Es war toll im Eishotel, es war einmal etwas anderes und mir hatte es dort gut gefallen. Nur das angebotene Getränk war es nicht wert, noch eines zu bestellen. Es hatte für mich einen leicht merkwürdigen Geschmack.

Auf der HANSEATIC nature während der Fahrt von Alta zu den Lofoten in Norwegen

Vom Ausflug auf der HANSEATIC nature zurückgekehrt, stand nach dem Abendessen noch ein Besuch bei meinem neuen Freund Mensi an. Wie man sieht, ging es uns gut dabei:

Mensi und Zinni auf der HANSEATIC nature
Mensi und Zinni auf der HANSEATIC nature

Am nächsten Morgen stand noch einmal ein Besuch der Stadt Alta an, wegen vieler Ausflüge und der Rückkehr von Passagieren, die in dem Eishotel oder auf einer Husky-Farm übernachtet hatten. Ich hatte niemanden getroffen, der noch einmal in die Stadt gefahren war, ich auch nicht. Es gab dort weitgehend nichts zu unternehmen für mich und selbst am Tag über waren die Temperaturen erstmals weit unter null.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Blicken auf die Küste von Alta zu den Lofoten, so wie hier:

Die Küste auf der Fahrt von Alta zu den Lofoten
Die Küste auf der Fahrt von Alta zu den Lofoten

oder hier mit mehr Schnee:

Die schneebedeckte Küste auf der Fahrt von Alta zu den Lofoten
Die schneebedeckte Küste auf der Fahrt von Alta zu den Lofoten

Oder auch von meiner Kabine aus zu sehen, wenn es dabei auch etwas frisch gewesen war:

Kabine mit Aussicht auf der HANSEATIC nature während der Fahrt von Alta zu den Lofoten in Norwegen
Kabine mit Aussicht auf der HANSEATIC nature während der Fahrt von Alta zu den Lofoten in Norwegen

Dem Reisenden war die Außentemperatur egal, er hatte das Szenario in aller Ruhe genossen:

Der Reisende auf der HANSEATIC nature während der Fahrt von Alta zu den Lofoten in Norwegen
Der Reisende auf der HANSEATIC nature während der Fahrt von Alta zu den Lofoten in Norwegen

Die Ausblicke waren besser als jede trostlose Siedlung dort in der Umgebung mit rutschigen Straßen, einer öden Kirche und geschlossenen Kneipen:

Ausblick auf die Küste im Laufe der Fahrt von Alta zu den Lofoten
Ausblick auf die Küste im Laufe der Fahrt von Alta zu den Lofoten

Dafür, dass ich für den Nachmittag nichts erwartet habe, war es traumhaft schön. Wie viele unterschiedliche Eindrücke wir gesehen hatten, war klasse. Der Tag an Bord hatte mir gutgetan, ohne jeglichen Glatteis-Stress:

Dämmerungsstimmung auf der Fahrt von Alta zu den Lofoten
Dämmerungsstimmung auf der Fahrt von Alta zu den Lofoten

Daraufhin trank ich ein Fläschchen Champagner in der Observation-Lounge auf den angenehmen Tag, zum Wohl:

Zinni mit Champagner in der Observation-Lounge auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen
Zinni mit Champagner in der Observation-Lounge auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen

Der anschließende Sonnenuntergang war nicht alltäglich, zumindest für mich. Ich fand ein Wohlgefallen daran:

Sonnenuntergang während der Fahrt von Alta zu den Lofoten
Sonnenuntergang während der Fahrt von Alta zu den Lofoten

Ich sollte mit Superlativen sparsamer umgehen, allerdings waren diese Momente Weltklasse:

Abendrot auf der Fahrt von Alta zu den Lofoten
Abendrot auf der Fahrt von Alta zu den Lofoten

Aber der Höhepunkt der gesamten Reise stand noch an. Bei der Bewölkung wie auf den Bildern zuvor hätte ich nie mit Nordlichtern an diesem Abend gerechnet. Es ist aber mit der Aurora borealis so wie mit der Liebe: Wenn du sie suchst, findest du sie nicht. Beides kommt manchmal unerwartet. So wie hier. Am Abend klarte der Himmel langsam auf, kurz vor 20:00 war die erlösende Meldung von der Brücke zu hören, dass die tanzenden Lichter hinter dem Schiff gut zu sehen waren. Natürlich strömten viele Passagiere auf das Oberdeck, das angefangene Menü blieb erst einmal bei den spät zum Essen gegangenen stehen:

Polarlicht-Alarm auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen
Polarlicht-Alarm auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen

Es gab dadurch trotzdem kein Problem, die Aurora borealis ohne Menschenköpfe aufzunehmen, wie auf den folgenden drei Bildern zu sehen ist:

Aurora borealis auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen
Aurora borealis auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen
Polarlichter auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen
Polarlichter auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen
Polarlichter auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen
Polarlichter auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen

Eine Bitte an die Veranstalter, falls diese meinen Bericht lesen: Im Logbuch wird in Bezug auf Nordlichter erwähnt: „Mit ein paar Kniffen und Tricks gelingt auch mit dem Handy eine gute Aufnahme“. Schön wäre es gewesen, den Passagieren an den ersten Tagen der Expedition, die unter dem Motto „Polarlicht-Abenteuer“ ausgeschrieben war, bei einem kurzen Vortag diese auch den Gästen zu verraten.

Ich musste auf die große Freude des Tages noch etwas trinken. Dazu war die Observation-Lounge bestens geeignet. Abdallah und Mensi sind tolle Gastgeber, machen einen guten Job und es machte mir stets einen Spaß, dort einzukehren und etwas Small Talk mit den beiden zu führen:

Abdallah und Mensi in der Observation-Lounge auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen
Abdallah und Mensi in der Observation-Lounge auf der HANSEATIC nature während der Kreuzfahrt in Norwegen

Was war das für ein schöner Tagesausklang! Ich wusste nicht, was mir mehr gefallen hatte: die Gastlichkeit an Bord, die Umgebung oder die Polarlichter. Ich hatte entschieden, dass alles fantastisch war. Nun aber hieß es, auf zu neuen Ufern!

♫ First we take Lofoten, then we take Stavanger ♫

Svolvær (Lofoten), 14. März 2024, Wetter: bedeckt, Temperatur 2 °C

Der darauffolgende Morgen hatte an Bord mit einem Frühstück im Schnee begonnen:

Frühstück im Schnee auf der HANSEATIC nature nahe den Lofoten
Frühstück im Schnee auf der HANSEATIC nature nahe den Lofoten

Aber natürlich konnte man auch geschützt im Innenbereich sitzen. Kurz danach war bereits Land in Sicht. Gruß aus dem Winter-Wonderland und willkommen auf den Lofoten. Es wirkte wunderschön irreal dort:

Ausblick auf Svolvær auf den Lofoten
Ausblick auf Svolvær auf den Lofoten

So sah es dagegen bei meinem letzten Besuch im September im Jahr 2022 aus:

Wunderschöne Spiegelung in Svolvær
Wunderschöne Spiegelung in Svolvær

Ein Shuttlebus brachte uns bis zur unmittelbaren Nähe des hiesigen Jachthafens:

Der Hafen von Svolvær auf den Lofoten
Der Hafen von Svolvær auf den Lofoten

Nur war vor Ort wieder das Laufen eine Qual für mich, mit der ständigen Angst, auszurutschen. Ich hatte mir dabei vorgenommen, Reisen mit Eis und Schneegefahr so schnell nicht mehr zu buchen. Bei meinen nächsten gebuchten Kreuzfahrten ist die Gefahr dafür gering, besonders die Reise nach Algerien im August.

Es war trotzdem schön, weil es endlich wieder einmal ein Hafenbier für mich gegeben hatte. Leider nur aus einem Plastikbecher, da ein Festival in der Stadt stattgefunden hatte und Gläser während dieser Zeit verboten waren. Egal, es schmeckte und mit Musik dabei von Nenas 99 Luftballons war es toll dort:

Zinni im Styrhuset Pub in Svolvær
Zinni im Styrhuset Pub in Svolvær

Dieses fantastische Angebot konnte ich nicht natürlich nicht widerstehen, gerade, weil in Norwegen das Bier so teuer ist:

Ein fantastisches Angebot im Styrhuset Pub in Svolvær
Ein fantastisches Angebot im Styrhuset Pub in Svolvær

Livemusik wurde für etwas später angekündigt, ich hatte aber Respekt vor der Rückkehr zum Schiff, zumal es angefangen hatte zu schneien, und fuhr der Gesundheit zuliebe wieder zurück mit dem Shuttlebus zur HANSEATIC nature. Bei den Straßenverhältnissen hätte ich nicht einmal Lust gehabt, selbst mit einem Auto zu fahren:

Mit dem Shuttlebus vom Hafen von Svolvær zur HANSEATIC nature
Mit dem Shuttlebus vom Hafen von Svolvær zur HANSEATIC nature

Auch im Hafen angekommen hieß es für mich noch: „Obacht geben, länger leben“. Ich war heilfroh, gesund zurück an Bord gewesen zu sein:

🎞 No Country for Old Zinni 🎞:

Die HANSEATIC nature im Hafen von Svolvær
Die HANSEATIC nature im Hafen von Svolvær

Von meiner Kabine aus hatte ich noch einmal einen atemberaubenden und farbenfrohen Ausblick auf die Stadt, Svolvær im März 2024:

Blick auf Svolvær
Blick auf Svolvær

Zum Abendessen gab es in einem Schiffs-Restaurant ein Königskrabben-Büfett, was ich natürlich ausgiebig genutzt hatte:

Königskrabben-Büffet auf der HANSEATIC nature
Königskrabben-Büffet auf der HANSEATIC nature

Anschließend präsentierte uns das angekündigte Trio Gondolatjel ein weiteres Konzert mit Stücken von Dvorák, Fuchs und vielen anderen Komponisten. Ich nahm an keinem von den insgesamt drei Auftritten teil, weil während des Auftritts keine Getränke bestellt werden können und Gespräche dabei verpönt sind. Ich sprach gelegentlich mit der netten Musikgruppe an der Bar, das war mir weitaus lieber.

Svartisen, 15. März 2024, Wetter: heiter, Temperatur 3 °C

Der Gletscher

Am nächsten Morgen sah ich beim Blick aus der Kabine eine nebelverhangene Landschaft:

Der Holandsfjord am Morgen
Der Holandsfjord am Morgen

Das hatte etwas, dabei war mir der Text des Liedes Brothers in Arms von der Gruppe Dire Straits eingefallen, das wunderbar dazu gepasst hatte:

♫ These mist covered mountains. Are a home now for me. But my home is the lowlands. And always will be. ♫

Eine kurze Zeit später erreichten wir die Umgebung des großartigen Svartisen:

Die HANSEATIC nature auf dem Weg zum Svartisen
Die HANSEATIC nature auf dem Weg zum Svartisen

Meine Entscheidung, dort nicht an Land zu gehen, war wegen des Fußmarschs zum Gletscher. Von der Anlegestelle der Zodiacs sind es zwei anspruchsvolle Kilometer zum Laufen, bis man einen Blick auf den Svartisen hat:

Die Anlegestelle für die Zodiacs auf dem Weg zum Svartisen
Die Anlegestelle für die Zodiacs auf dem Weg zum Svartisen

So war der Zustand des Weges im September 2022:

Der Pfad auf dem Weg zum Svartisengletscher
Der Pfad auf dem Weg zum Svartisengletscher

Dieser wird, da dort fast niemand wohnt, wohl eher nicht geräumt werden. Früh aufzustehen, mit dem Zodiac übersetzen und vor Ort feststellen, dass dies für mich nicht machbar ist, ergab wenig Sinn. Der Gletscher war aber auch vom Schiff aus gut zu erkennen:

Blick auf den Svartisen
Blick auf den Svartisen

Der Svartisen, auf Deutsch Schwarzeis, ist mit 370 km² der zweitgrößte Gletscher im Land.

Ich hatte die schöne Landschaft vom Schiff aus genossen, das war auch schön. Ich hatte dabei mit Freude festgestellt, dass wir wohl das Eis- und Schneeland im Norden von Norwegen mit der HANSEATIC nature verlassen haben, meine Knochen haben sich gefreut:

Die Landschaft um den Svartisen
Die Landschaft um den Svartisen

An Bord war es angenehm, vermisst hatte ich nichts.

♫ Ladies and Gentlemen, Beer Number 5 ♫

Zinni auf der HANSEATIC nature mit Ausblick auf den Svartisen
Zinni auf der HANSEATIC nature mit Ausblick auf den Svartisen

Am Mittag sah es kurz einmal so aus, als ob die Erde untergeht:

🎞 Apocalypse Norway 🎞

Svartisen im Nebel
Svartisen im Nebel

Diese Wetterphase war aber schnell vorbei und anschließend hatte wieder die Sonne geschienen. Essen mit Aussicht, aber nicht für so Weicheier wie mich:

Svartisen mit Sonne
Svartisen mit Sonne

Am Nachmittag überquerten wir den Polarkreis in südlicher Richtung. Zu erkennen war dies durch diese Skulptur:

Die Polarkreis-Skulptur im Nordland von Norwegen
Die Polarkreis-Skulptur im Nordland von Norwegen

Sie ist, wie die am Nordkap, aber auch dort errichtet worden, wo Platz war. In Wirklichkeit verändert sich ständig diese Position, somit kann die Lage nie genau sein. Auf einer Insel auf Island wird bei der dortigen Skulptur ständig die Position angepasst und dementsprechend verschoben. Für uns hieß es: Auf Wiedersehen auf alles, was über dem nördlichen Polarkreis liegt.

Südlich davon war es aber auch schön. Hier wäre sogar Potenzial für ein Hafenbier gewesen, aber der Kapitän wollte partout dafür nicht anhalten, schade:

♫ An der Norwegen-Küste  ♫

Die Küste im Nordland von Norwegen
Die Küste im Nordland von Norwegen

Nicht nur, dass potenzielle Hafenbier-Lokationen ignoriert wurden, jetzt hatten wir uns auch noch verfahren und waren am Zuckerhut gelandet:

Ein Berg wie ein Zuckerhut in Norwegen
Ein Berg wie ein Zuckerhut in Norwegen

Erhaben ist die Landschaft dort und hatte mir angetan:

Berge im Norden von Norwegen
Berge im Norden von Norwegen

Auch der Himmel war unglaublich schön:

Die Küste im Nordland von Norwegen
Die Küste im Nordland von Norwegen

bis die Sonne sich verabschiedet hatte:

Sonnenuntergang im Nordland von Norwegen
Sonnenuntergang im Nordland von Norwegen

Zum anschließenden Abendessen bestellte ich mir einen Wagyu-Beef-Burger, der aber keine bleibenden Geschmacks-Explosionen bei mir auslöste und zudem auch nicht heiß serviert wurde:

Ein Wagyu-Beef-Burger, serviert auf der HANSEATIC nature
Ein Wagyu-Beef-Burger, serviert auf der HANSEATIC nature

Anschließend gab es den „Officers Cocktail Shake“. Die Offiziere auf dem Schiff, wie hier die reizende Hotelmanagerin Tiziana La Rocca, mixten den Passagieren dabei unterschiedliche Cocktails. Dies ist meine Lieblings-Veranstaltung auf einem Schiff der Hapag-Lloyd Cruises Flotte:

Officers Cocktail Shake auf der HANSEATIC nature
Officers Cocktail Shake auf der HANSEATIC nature

Cocktails trinken von und mit den Offizieren ist cool. Und ich konnte am Folgetag ausschlafen.

Ein Fjord-Tag

Ausgeschrieben war für den nächsten Tag „Der heutige Tag steht im Zeichen der Expedition, wenn die HANSEATIC nature ganz flexibel in der norwegischen Fjordwelt kreuzt“. Ich war aber enttäuscht, dass davon im Tagesprogramm nichts erwähnt wurde. Als ich an der Rezeption nachfragte, ob gar nichts in diese Richtung geplant ist, hatte dies der Kapitän mitbekommen und mich auf die Brücke eingeladen, wo er mir das Vorgesehene erklären wollte. Dem bin ich natürlich gefolgt. Zuerst zeigte er mir eine Insel, die wie eine ausgesehen hatte, wenn es um Witze um Schiffbrüchige geht. Diese sollten wir mit Zodiacs umfahren, was bei mir, ich glaube zumindest, keine Welle der Begeisterung erzeugt hätte. Die geplante Route, die er mir auf Karten gezeigt hatte, sah aber gut aus.

Abenteuerlich war das Abgefahrene im Nachhinein nicht, aber nett anzusehen:

Entlang der Küste von Norwegen entlang mit der HANSEATIC nature
Entlang der Küste von Norwegen entlang mit der HANSEATIC nature

Später wurde das Bridge-Spielen an Bord wegen des Wetters gesperrt, aber Skat wurde zum Glück noch erlaubt:

Bridge gesperrt an Bord der HANSEATIC nature in Norwegen
Bridge gesperrt an Bord der HANSEATIC nature in Norwegen

Ansonsten hätte ich nie gedacht, dass ich einmal einen Tag auf einer Kreuzfahrt ohne einen Tropfen Alkohol verbringen werde. Und ich hatte recht. In der Observation Lounge gab es so viel, dass er sogar an Passagiere abgegeben wurde. Auch zu den sehenswerten Sonnenuntergängen:

Sonnenuntergang von der Observation Lounge der HANSEATIC nature in Norwegen gesehen
Sonnenuntergang von der Observation Lounge der HANSEATIC nature in Norwegen gesehen

Geiranger, 17. März 2024, Wetter: heiter, Temperatur 5 °C

Das Wetter am nächsten Morgen im Geirangerfjord sah gut aus, nur die Versorgung der Wasserfälle mit geschmolzenem Schnee noch nicht:

Einfahrt mit der HANSEATIC nature in den Geirangerfjord in Norwegen
Einfahrt mit der HANSEATIC nature in den Geirangerfjord in Norwegen

Im Gegensatz sah es so im Sommer 2012 dort aus:

Die Sieben Schwestern im Geirangerfjord
Die Sieben Schwestern im Geirangerfjord

Schön anzusehen war es:

Unterwegs im Geirangerfjord in Norwegen
Unterwegs im Geirangerfjord in Norwegen

Anschließend passierten wir die Adlerstraße, ein Straßenabschnitt, der die Orte Geiranger am Geirangerfjord und Eidsdal am Norddalsfjord verbindet. In elf Serpentinen geht es acht Kilometer entlang mit einer Steigung von bis zu 10 %:

Die Adlerstraße im Geirangerfjord in Norwegen
Die Adlerstraße im Geirangerfjord in Norwegen

Im Ort Geiranger angekommen nutzte ich den Tender und den Shuttle, um zum Norwegischen Fjordzentrum zu kommen, das ansonsten zu Fuß nur mühsam über den Fossevandring mit seinen 327 Stufen erreichbar ist. Dort angekommen, konnte ich einen Blick auf die HANSEATIC nature werfen:

♫ Ein Schiff war kommen ♫

Die HANSEATIC nature im Geirangerfjord in Norwegen
Die HANSEATIC nature im Geirangerfjord in Norwegen

Eine Muse, in Ruhe das Zentrum anzuschauen, fand ich nicht. So lief ich bereits relativ kurz nach der Ankunft den Wasserfall-Wanderweg herunter:

Ein Wasserfall im Geirangerfjord in Norwegen
Ein Wasserfall im Geirangerfjord in Norwegen

Lokale waren in der kleinen Ortschaft während unserer Anwesenheit keine geöffnet, so fuhr ich wieder zurück auf die HANSEATIC nature. Dort sinnierte nach der Weiterfahrt „der Reisende“ über die Sieben Schwestern und den Freier im Geiranger-Fjord:

„Der Reisende“ unterwegs im Geirangerfjord in Norwegen
„Der Reisende“ unterwegs im Geirangerfjord in Norwegen

Für den Nachmittag buchte ich Depp trotz meines mürben Körpers den Extrem-Ausflug zur barfüßigen Besteigung dieses Berges im Rückwärtsgang mit Unterstützung von Reinhold Andreas Messner:

Berge im Geirangerfjord in Norwegen
Berge im Geirangerfjord in Norwegen

Quatsch, so etwas wird natürlich erst gar nicht angeboten. Lieber trank der Zinni alle 11 Minuten ein Bier.

Am Abend erreichten wir die Stadt Måløy. Diese liegt auf der Insel Vågsøy und zählt zu den größten Fischereihäfen des Landes:

Blick auf die Stadt Måløy in Norwegen
Blick auf die Stadt Måløy in Norwegen

Nach dem Abendessen trank ich übrigens stets bescheiden, denn ich habe mein Leben gut im Griff. So wie hier dieses Schnapsglas:

Zinni mit Grappa auf der HANSEATIC nature
Zinni mit Grappa auf der HANSEATIC nature

Am nächsten Morgen waren wir unterwegs in Richtung Stavanger. Die Freizeit nutzte ich für ein „Iris-Shooting“. Wer mir in die Augen schaut, muss damit rechnen:

🎞 Schau mir in mein Auge, Kleines! 🎞

Die Iris von Zinni
Die Iris von Zinni

Stavanger, 18. März 2024, Wetter: bedeckt, Temperatur 7 °C

Dass Norwegen mit dem Zentrum Stavanger, der Mittelpunkt der europäischen Ölproduktion ist, war schnell an Plattformen wie diese zu sehen. Dort sprudelt also das Babyöl aus solchen Bohrinseln:

Eine Bohrplattform nahe Stavanger
Eine Bohrplattform nahe Stavanger

Die Reserven gehen im Land allerdings aus, das Fördermaximum ist schon seit den 1990ern überschritten. Die Produktion ist in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. Und dazu bekommen die Norweger seit Jahren immer weniger Geld für ihr Öl.

In Stavanger hatten wir eine optimale Lage, einen weiten Weg zur Altstadt hatte ich nicht. Das hatten sogar meine maroden Knochen gepackt, auch weil es eisfrei war:

Ausblick auf die Altstadt von Stavanger von der HANSEATIC nature aus
Ausblick auf die Altstadt von Stavanger von der HANSEATIC nature aus

Anschließend wurden alle vom Schiff angebotenen Hubschrauber-Flüge wegen zu viel Wind abgesagt. Zum Glück hatte ich keinen gebucht, diese Enttäuschung hatte ich mir somit erspart.

Mein erster Blick nach dem Verlassen des Schiffes ging auf das „Stavanger Houston“ Weltraumgraffiti auf dem Hafenbüro der Stadt:

Das Hafenbüro von Stavanger
Das Hafenbüro von Stavanger

Durch das seit dem Jahr 2001 traditionell im September stattfindende NuArt Festival ist dies nicht die einzige Street-Art in der Stadt. Wie hier die Fassade des Viking House. In der Ausstellung wird die Geschichte der Wikinger in der Region um Stavanger erzählt:

Das Viking House in Stavanger
Das Viking House in Stavanger

Vor Ort war es ungemütlich und windig. So ging ich umgehend in das Norwegische Erdölmuseum, auf Norwegisch Norsk Oljemuseum. Der Schwerpunkt der Ausstellung dort ist die Offshore-Förderung in der Nordsee. Die Architektur erinnert an eine kleine Bohrplattform und ist ein Wahrzeichen der Stadt, insbesondere vom Wasser aus:

Das Norwegische Erdölmuseum in Stavanger
Das Norwegische Erdölmuseum in Stavanger

Neben zahlreichen Modellen von Bohrplattformen und verschiedenen Ausrüstungsgegenständen wird die Entstehung des Erdöls auch mit Hilfe eines 3D-Kinos erläutert. In einem anderen Kino wird ein Tauchgang an einer Bohrplattform dargestellt. Das Museum wurde am 20. Mai 1999 König Harald V. eröffnet und passt für alle, die mehr über die norwegische Erdölgeschichte lernen möchten:

Blick auf das Norwegische Erdölmuseum in Stavanger
Blick auf das Norwegische Erdölmuseum in Stavanger

Wie über diese Rettungskapsel:

Eine Rettungskapsel im Norwegischen Erdölmuseum in Stavanger
Eine Rettungskapsel im Norwegischen Erdölmuseum in Stavanger

Hier hatte ich keinen blassen Schimmer, worum es ging, es sah aber interessant aus:

Etwas Abstraktes im Norwegischen Erdölmuseum in Stavanger
Etwas Abstraktes im Norwegischen Erdölmuseum in Stavanger

Anschließend hatte ich Durst. Dafür ist die Øvre Holmegate geeignet, die durch ihre farbenfrohen Häuser besticht. Die Straße ist im Sommer belebt, an einem Montag im Winter war es aber eher ruhig:

Die Øvre Holmegate in Stavanger
Die Øvre Holmegate in Stavanger

In der dortigen Bar Circus konnte ich die Mission „Hafenbier“ einfach erfüllen:

Zinni in der Bar Circus in Stavanger
Zinni in der Bar Circus in Stavanger

Nach der Rückkehr auf die HANSEATIC nature und der Abfahrt ab Stavanger war das touristische Programm dieser Fahrt beendet. Am nächsten Tag stand noch ein Seetag an und einen Tag später der Rückflug von Hamburg nach Frankfurt am Main:

Stavanger am Abend
Stavanger am Abend

Meine Nordlicht-App zeigt unterdessen mir Aktivitäten vor Ort an. Ich glaubte aber nicht, dass es etwas zu sehen gab, und täuschte mich leider nicht. Aber auch ohne Nordlichter war eine schöne Stimmung an Bord:

Stavanger am Abend
Stavanger am Abend

Manche können gut kochen, andere gut backen. Ich kann gut trinken, das ist doch auch etwas:

Zinni mit Bier und Grappa auf der HANSEATIC nature
Zinni mit Bier und Grappa auf der HANSEATIC nature

Und menschlich sollte ich auch nicht gerade der Depp an Bord gewesen sein. Der Barkeeper sagte zu mir: „Wir werden sie ab Mittwoch vermissen“. Das klang gut und glaubhaft.

Ich hatte die Abschiedsparty links liegen lassen und schaute mit lieber die Umgebung an. Aber nur von innen, jede Person unter 50 Kilo wäre im Außenbereich Richtung Küste geflogen bei dem herrschenden Wind.

Am 19. März 2024, dem Seetag, ereignete sich auf der HANSEATIC nature wenig. So beschloss ich, Norwegisch zu lernen. Nach einem Aquavit verstand ich Norwegisch, nach dem zweiten Aquavit konnte ich auf Norwegisch etwas bestellen, nach dem dritten Aquavit sprach ich Norwegisch und nach dem vierten Aquavit sang ich Norwegisch. Das letztgenannte wollte aber niemand hören.

Quatsch, Respekt, wer selber trinkt. Ein Prost auf die schöne Fahrt!

Hamburg, 20. März 2024, Wetter: bedeckt, Temperatur 14 °C

⚽ Aus, aus, die Fahrt ist aus! ⚽

Am nächsten Morgen wachte ich mit einem Ausblick auf Blankenese auf, ein westlicher Stadtteil von Hamburg im Bezirk Altona. Er gehört zu den Elbvororten und gilt als wohlhabendes Wohngebiet:

Der Vorort Blankenese von Hamburg
Der Vorort Blankenese von Hamburg

Nach der Ankunft der HANSEATIC nature im Hafen von Hamburg-Altona fuhr ich zum Flughafen der Stadt, die für leichte Fischbrötchen und leckere Damen bekannt ist.

Selten hatte ich einen Urlaub, der anders als von mir erwartet wurde. Ich dachte eher an klare Wintertage mit viel Schnee und nicht an welche mit einem Mix aus Nebel und Eis, dadurch war die Fortbewegung bei mir sehr eingeschränkt und die Sichtung von Nordlichtern war spärlicher als erhofft.

Trotzdem hatte ich die Kreuzfahrt genossen und die Buchung nicht bereut, auch wenn die Anzahl der Hafenbiere gering war. Trotzdem hatte ich die Kreuzfahrt genossen und die Buchung nicht bereut, auch wenn die Anzahl der Hafenbiere bescheiden war. Denn es war natürlich wieder eine Wonne, an Bord der HANSEATIC nature zu sein.

Mein neuer Freund Trolli fühlt sich wohl bei mir zu Hause. Ich hoffe, es bleibt so und er trollt nicht zu viel herum:

Mein neuer norwegischer Troll-Freund
Mein neuer norwegischer Troll-Freund

Ich denke nur von Kreuzfahrt zur Kreuzfahrt. Nicht lange nach meiner Ankunft in der Heimat ging die nächste bereits wieder los. Diese begann in London, das immer einen Abstecher wert ist. Das erkannte bereits Jack the Ripper. Weiter ging es rund um Großbritannien bis Edinburgh in Schottland. Ich freute mich darauf, denn ich bin bis jetzt nicht reisemüde geschweige denn satt von Kreuzfahrten. Leider spielte das Wetter auch dort nicht mit, der April war wohl etwas zu früh dafür, so wie der März etwas zu spät für den Norden von Norwegen war. Dieses Bild sollte die Story der Reise erzählen:

Großbritannien im Regen
Großbritannien im Regen

Es würde mich freuen, wenn das Mitreisen gefallen hat. Bedauerlicherweise kann das nächste dauern, da ich aus gesundheitlichen Gründen meine gebuchte Kreuzfahrt im Mai 2024 von Lissabon nach Portsmouth stornieren muss. Wie es weiter geht ist offen, bitte die Daumen drücken! Ahoi von Gerald!

8 Replies to “Reisebericht: Eine magische Polarlicht-Expedition in Norwegen mit der HANSEATIC nature”

  1. Hallo Gerald,
    schön, dass du dich wieder mal zu einem Bericht aufgerafft hast! So „unschön“ die Einschränkungen (Fußwege, Menge Nordlichter etc.) gefühlt während der Kreuzfahrt waren, ganz ehrlich, im Sinne 80/20 hast du m. E. 80 % (Nordlicht, Eishotel, Landschaft im Winter) gesehen und erlebt. Rückwirkend bin ich durch deinen Bericht ganz froh, dass meine MS Maud auch abgesagt wurde, weil mit Glatteis und Schneeglätte habe ich es auch nicht so…..
    Ich hoffe, du bist bald wieder cruise-tauglich auf den Beinen, alles Gute und liebe Grüße Frank
    P. S. im Juli wage ich mich erstmals auf eine Flusskreuzfahrt (Mittelthurgau, Paris/Normandie – das kennst du ja…besuche gerade einen Sprachkurs in Schwyzerdütch :-))

    1. Danke Frank,

      meine Maud Kreuzfahrt wurde ja auch abgesagt. Gut so, Winter bei den Bedingungen ist nichts für mich.

      Jetzt werde ich erst einmal zweimal operiert, mal schauen, ob ich anschließend reisefähig bin.

      Mittelthurgau ist klasse, viel Spaß.

      Cheers Gerald

      1. Hallo Gerald,
        ich hoffe, es ist nichts Ernstes und nur zwei „Routine“-OPs (auch wenn es das für einem selbst nie ist!) und hinterher geht es schnell und steil aufwärts.
        Ansonsten bleibt ja noch die „AIDA REHA“ (wie die Schiffe ja gerne genannt wurden/werden) 🙂
        Auf jeden Fall toi, toi, toi!!!!
        LG Frank

        1. Hi Frank,

          danke für den Kommentar. Leider ist eine davon nichts harmloses, etwas Ernstes und keine Routine.

          Aber genauer weiß ich das in der nächsten Woche. Ich kann nur hoffen.

          Liebe Grüße
          Gerald

  2. Hallo Gerald,
    hoffentlich geht es dir gut. Ich wünsche dir Kraft um die schwierige Situation zu bestehen.
    Wir sagen: Kopf hoch, auch wenn der Hals dreckig ist.
    Danke für dein kurzweiligen Reiseberichte

    1. Hallo Peter,

      danke für den Kommentar, das mit den Reiseberichten war gerne geschehen.

      Beschwerden habe ich nur Kleigigkeiten, aber etwas im Körper, was herausmuss. Der Kopf ist nicht frei. Am Mittwoch weiß ich mehr. Meine ab Montag geplante Reise musste ich dadurch absagen. Das ist aber Nebensache.

      An neue Berichte ist derzeit nicht zu denken, hoffen wir auf bessere Zeiten.

      Ich wünsche einen schönen und sonnigen Sonntag, ahoi Gerald!

  3. hallo Zinni, zuerst mal DANKE für den – wie immer – super Bericht. Ich vermisse Eines – Deinen Kommentar zu den vier Norwegischen Gin. Wenn ich dazu nichts höre oder lese, hab ich keine andere Wahl, als selbst zu probieren, ist dann auch nicht die allerschlechteste Lösung.
    Dir drück´ ich alle Daumen für eine hoffentlich schnelle „Genesung“, was raus muss, muss raus, wie und was auch immer. Bei Dir, dem „unkaputtbaren Zinni“, bin ich zuversichtlich.

    1. Hi Yankee-Zulu1

      danke für den Kommentar, gerne geschehen.

      Ich bin ein alter Mann und kann mich leider nicht an den Geschmack der vier norwegischen Gins erinnern. Also bitte selbst probieren :-).

      Danke für das Daumendrücken, in acht Tagen bin ich schlauer. Dass ich unkaputtbar bin, bezweifle ich allerdings.

      Ich bin einmal gespannt, wie es weitergeht. Ich habe für Juni, August und September Kreuzfahrten gebucht. Die Ärzte meinen, das sollte klappen. Wäre schön, auch wenn der Kopf im Moment bei anderen Dingen ist und keine große Motivation vorhanden ist. Mal schauen, was die Zukunft bringt.

      Liebe Grüße Gerald

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