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Reisebericht: Vergangenheit und Gegenwart, mit der Silver Moon zu mystischen Orten im östlichen Mittelmeer

Je oller, je doller: In der Ägäis unterwegs anstatt im Morgenland

Vor der Kreuzfahrt
♫ Come fly with me ♫

Die Planung

Willkommen bei Zinni auf Reisen mit meinem neuen Reisebericht über eine Hochsee-Kreuzfahrt mit der Silver Moon im östlichen Mittelmeer ab und bis Athen in Griechenland im November und Dezember im Jahr 2023!

Meine letzte fabelhafte Reise mit einem Schiff der Silversea-Flotte, eines meiner bevorzugten Unternehmen für diese Reiseart, war im Mai 2023 mit der Silver Wind ab der Tower-Bridge in London rund um Großbritannien bis Hamburg:

Ich wünschte mir nach der Reise, dass ich weitere attraktive und interessante Fahrten wie diese unternehmen kann. Deshalb war mir schnell klar, als ich eine Kreuzfahrt mit der Silver Moon ab Athen zu Zielen in der Türkei, Israel und Ägypten ab Ende November gefunden hatte, dass ich diese buchen werde:

Die geplante Route der Silver Moon im Mittelmeer
Die geplante Route der Silver Moon im Mittelmeer

Die geplanten Häfen im Nahen Osten waren der Grund, warum ich diesen Kurs gebucht hatte. Aufgrund des Konfliktes im Morgenland im Herbst 2023 wurden aber diese, wie von mir erwartet, gestrichen und durch weitere angelaufene Häfen in Griechenland und in der Türkei ersetzt.

Allerdings hatte ich bereits im Frühjahr eine ähnliche Route in dieser Region mit der VASCO DA GAMA unternommen:

Da nicht viel Neues auf der geänderten Strecke dabei war, überlegte ich mir eine Stornierung der Exkursion. Ich fand jedoch keine passende Alternative im November und Dezember. Anstatt zu Hause zu bleiben, fand ich mich schließlich mit den Änderungen ab und freute mich auf die Fahrt mit der Silver Moon auf dieser neu geplanten Route durch das östliche Mittelmeer:

Die neue Route der Silver Moon im Mittelmeer
Die neue Route der Silver Moon im Mittelmeer

Copyright und Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von
Silversea Cruises Ltd.

Ich hatte weiterhin Flüge mit der Lufthansa von Frankfurt am Main nach Athen und zurück gebucht sowie eine Übernachtung in Piräus, eine Stadt in der Nähe von Athen, mit dem drittgrößten Hafen am Mittelmeer. Das war auch der Ausgangspunkt für meine Kreuzfahrt mit der Silver Moon durch das östliche Mittelmeer.

Kurz vor meiner Abfahrt hatte ich gelesen, dass die Silver Moon vor Mykonos, eine griechische Insel in der Ägäis, wegen strenger Winde auf der Fahrt vor meiner nicht anlegen durfte. So hatte ich berechtigte Bedenken, dass wie so oft auf meinen Reisen die geplanten Ziele nicht alle angelaufen werden konnten. Vorweg, diese waren unbegründet. Meine Kreuzfahrt im Mittelmeer mit der Silver Moon fand wie geplant statt.

Der Hinflug

Am Tag vor meinem Hinflug gab es den ersten Schnee kurz vor dem Beginn der meteorologischen Winter-Zeitrechnung im Jahr 2023 in meinem Heimatort Hochheim am Main:

Schnee in Hochheim am Main im November
Schnee in Hochheim am Main im November

Es war so kalt, dass sich Urlaubsreif bei mir gebildet hatte und es die beste Zeit war zum Wegfahren zu wärmeren Gefilden. Aber durch den Schnee gab es ein Winter-Chaos im Rhein-Main-Gebiet. Zahlreiche Flüge wurden an diesem Tag abgesagt, und es gab es einen längeren Computer-Ausfall bei der Lufthansa, der zu weiteren Verzögerungen führte. Ich hatte meine Bekannten gebeten, die Daumen zu drücken, dass ich am nächsten Tag planmäßig nach Athen kommen werde.

Am Tag der Abreise gab es glücklicherweise keine der erwarteten Probleme. Dafür hatte mein bestelltes Taxi zehn Minuten Verspätung, beim Koffer abgeben musste ich eine Minute warten, an der Sicherheitskontrolle sogar zwei und das Schlimmste, am Abflugschalter gab es nur eine fürchterliche Scoom-Bar, wo ich einmal nicht für geschenkt ein Bier trinken wollte. So war ich froh, als ich in das Flugzeug der Lufthansa einsteigen konnte für den Flug nach Athen:

Blick auf den Flughafen von Frankfurt am Main
Blick auf den Flughafen von Frankfurt am Main

Für mich war bislang alles gut gelaufen, für etliche andere Passagiere nicht. Denn an Bord gab es reichlich freie Plätze, gebucht waren mehr Fluggäste. Zahlreiche dieser erreichten diesen Lufthansa-Flug nicht, wegen der Verspätungen ihrer Zubringer-Flüge. Gut, dass mein Heimathafen Frankfurt am Main ist, da erspare ich mir oft ein Umsteigen zu meinem gewünschten Ziel.

Der Flug selbst war kurzweilig, mit schönen Blicken auf die Bergwelt:

Berge auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Athen
Berge auf dem Flug von Frankfurt am Main nach Athen

Auch die Landschaft beim Landemanöver auf Athen hatte mir angetan:

Die Landschaft in der Nähe vom Flughafen Athen
Die Landschaft in der Nähe vom Flughafen Athen

Nach der Landung hatte ich einen Schock bekommen, denn der Kapitän hatte sich anscheinend verflogen. Ich dachte zuerst, dass wir anstatt in Athen in Barcelona gelandet waren bei diesem Blick auf eine Maschine der Fluggesellschaft Iberia:

Ein Flugzeug der Iberia auf dem Flughafen von Athen
Ein Flugzeug der Iberia auf dem Flughafen von Athen

Aber ich wurde von der Besatzung beruhigt, die Cockpit-Crew der spanischen Airline hatte sich verflogen und nicht wir. Glück gehabt, willkommen in Griechenland.

Piräus, Festland, Griechenland, 28.11 bis 29.11.2023
♫ Ein Schiff wird kommen ♫

Piräus

Die Zeit bis zur Gepäckausgabe war unerwartet kurz und auch der Fahrer für meinen gebuchten Privat-Shuttle zum Hotel wartete anschließend wie erhofft bereits auf mich. Er wirkte sympathisch, der Transfer war trotz der 45 Minuten Fahrtzeit wegen viel Verkehrs durch ihn kurzweilig. Es hatte als Bonbon auch etwas, während der Fahrt einen Blick auf die Akropolis zu werfen:

Die Akropolis von Athen
Die Akropolis von Athen

Ich bitte die schlechte Qualität des Bildes aufgrund der widrigen Umstände zu entschuldigen.

Im The Port Square Hotel angelangt, war mein 100-Euro-die-Nacht-Zimmer einmalig. Dieses war riesig, ruhig und natürlich sauber und von dem Balkon aus hatte ich einen Blick auf den Hafen:

Mein Balkon im The Port Square Hotel in Piräus
Mein Balkon im The Port Square Hotel in Piräus

Die Stadt mit ihren etwa 170 000 Einwohnern war aufgrund der vorhandenen drei natürlichen Becken bereits seit den Perserkriegen im frühen 5. Jahrhundert v. Chr. der Haupt-Hafen im Großraum von Athen. Sie ist eigenständig und nicht ein Stadtteil von Athen, obwohl mittlerweile beide Städte nahtlos zusammengewachsen sind.

Ich hielt mich nicht lange im Zimmer auf und ging auf die Suche nach einer ordentlichen Kneipe. Diese wurde bereits nach nur ein paar Schritten vom Hotel aus gefunden, die hammerharte und urige Chronotriveio Café-Bar:

In der Chronotriveio Café-Bar in Piräus
In der Chronotriveio Café-Bar in Piräus

Hier passte alles. Die Musik war klasse, die Stimmung toll und die Bedienungen spielten auch mit:

In der Chronotriveio Café-Bar in Piräus
In der Chronotriveio Café-Bar in Piräus

Willkommen in der garantierten Sirtaki-freien-Zinni-auf-Reisen-Welt in Piräus, bei der grandiosen Musik im Lokal fühlte ich mich wie ein Teenager:

Zinni, der Hafenbier-Fan, in der Chronotriveio Café-Bar in Piräus
Zinni, der Hafenbier-Fan, in der Chronotriveio Café-Bar in Piräus

Somit genoss ich mein erstes Hafenbier auf dieser Reise. Vorweggenommen, viele werden es auf dieser Reise nicht werden. Oft passte die Zeit vor Ort nicht oder ich fand keine geeignete Lokation. Und das Buch „Gute Biere in Griechenland und der Türkei“ hat kein Enzyklopädie-Format, sondern passt in jede Hosentasche.

Zurück im Hotel war auch der dortige Restaurantbesuch und der anschließende Absacker in der Bar genial, nicht nur meine bestellte Aufschnitt-Platte war ausgezeichnet:

Eine Aufschnitt-Platte im „The Port Square Hotel“ in Piräus
Eine Aufschnitt-Platte im „The Port Square Hotel“ in Piräus

Später im Zimmer blickte ich noch einmal auf das nächtliche Hafenleben in Piräus. Bitte beim Ansehen der Aufnahme singen:

♫ Ich bin ein Mädchen von Piräus und liebe den Hafen, die Schiffe und das Meer! ♫

Das nächtliche Hafenleben in Piräus
Das nächtliche Hafenleben in Piräus

Damit wurde ein stressloser und kurzweiliger Anreise-Tag beendet, den ich selten so gut erlebt hatte. Was war das für ein toller Start der Tour!

Am nächsten Morgen beim Blick auf die Stadt war wegen des kleinen Wolkenlochs rechts oben im Foto die Bewölkung nur „Fast bedeckt“ anstatt „Bedeckt“:

Der Himmel über Piräus
Der Himmel über Piräus

Das nachfolgende Frühstück enttäuschte nicht, es wurden mehrere lokale Spezialitäten angeboten und die herrschende Ruhe und Gelassenheit waren dabei genauso köstlich. Anschließend lungerte ich eine kurze Zeit in meinem Zimmer herum, hatte bei meinen täglichen Liegestützen wie immer die Stützen weggelassen und fuhr danach mittels eines Taxis zur Silver Moon, um meine Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer zu beginnen.

Auf der Silver Moon

Das System des Eincheckens im Terminal hatte Kindergarten-Niveau. Dafür konnte die Reederei hingegen nichts, sondern die Beamten-Bürokratie des Landes, an der Rezeption der Silver Moon ging der Prozess zügig. Da ich die Kabine noch nicht beziehen konnte, ging ich erst einmal zur Poolbar, um ein Bier zu trinken:

Zinni in der Pool-Bar auf der Silver Moon
Zinni in der Pool-Bar auf der Silver Moon

Was Krupp in Essen bin ich im Trinken. Richtig angenehm im Außenbereich zu sitzen war es aber nicht, denn es war nicht so warm wie erhofft und durch den Wind hatte es mehr gezogen, als auf einer Berliner Club-Toilette während einer Nacht konsumiert wird.

So wechselte ich in den Innenbereich. Nach einer kurzen Wartezeit in einer Lounge konnte ich meine Kabine beziehen. Diese mit der Nummer 605 war wie immer bei dieser Gesellschaft ausreichend groß und komfortabel:

Die Kabine 605 auf der Silver Moon
Die Kabine 605 auf der Silver Moon

Dabei hatte ich einen tollen Blick auf die Stadt Piräus von meinem Balkon aus:

Blick auf den Hafen von Piräus
Blick auf den Hafen von Piräus

Folgend stellte sich mein Butler vor. Er stammt aus Zimbabwe und ich fand ihn sofort cool. Auch sonst war die Crew in bester Laune, wie diese Jungs von der S. A. L. T Bar:

Zwei Barkeeper und Zinni auf der Silver Moon
Zwei Barkeeper und Zinni auf der Silver Moon

Vielleicht auch, weil wir nur 380 Passagiere von 600 möglichen waren. Vier davon waren aus Deutschland und vierzehn Passagiere waren allein auf Tour.

Nach dem Bier-Auftakt und dem Einzug in die Kabine gönnte ich mir anschließend eine Flasche ein Glas Champagner zum Mittagessen:

Zinni trinkt Champagner auf der Silver Moon
Zinni trinkt Champagner auf der Silver Moon

Zu diesem gelungenen Auftakt passte natürlich nur etwas vom Hummer:

Ein Hummer-Gericht auf der Silver Moon
Ein Hummer-Gericht auf der Silver Moon

Zwischen Weihnachten und Nikolaus schaue ich nicht auf die Kalorien.

Am Abend hatte ich die Qual der Wahl. Ich hatte zu meiner Erleichterung keine Einladung zum Esstisch von Hannibal Lecter bekommen, sondern lediglich für diese beiden zeitgleichen Empfänge:

International oder Solo auf der Silver Moon
International oder Solo auf der Silver Moon

Als ein internationaler Solo-Traveller schaute ich bei beiden Treffen einmal rein. Mit den Singles und den beiden Gentleman-Hosts war ich fortan stets zum Abendessen zusammen.

Kuşadası, Festland, Türkei, 30.11.2023
♫ Wunder gibt es immer wieder ♫

Haus von Mutter Maria

Am darauffolgenden Morgen waren wir mit der Silver Moon in der Türkei angekommen, in der Stadt Kuşadasi.

Der Blick von meinem Balkon aus sah schon einmal schön blau aus:

Blick auf die Stadt Kuşadası
Blick auf die Stadt Kuşadası

Im selben Jahr war ich schon einmal in dieser Ecke, so dass ich mir die Stadt selbst nicht noch einmal anschauen musste. So buchte ich einen Ausflug nach Ephesus, eine antike Stelle an der türkischen Ägäisküste in der Nähe der heutigen Stadt Selçuk.

Bevor wir die Ausgrabungen besucht hatten, gab es einen Zwischenstopp am Haus der Mutter Maria, ein restauriertes byzantinisches Kirchengebäude. Es wird von Pilgern als vorübergehender Wohnort und mögliches Sterbehaus von Maria, der Mutter Jesu, betrachtet. Nachdem wir angekommen waren, sah ich diese Statue der Muttergottes mit ihren ausgestreckten Händen:

Eine Statue der Mutter Maria nahe ihrem Haus
Eine Statue der Mutter Maria nahe ihrem Haus

Hinterher fanden wir uns an dem Marienhaus ein, ein seit Jahr 1892 päpstlich anerkanntes Wallfahrtsziel. Es sah klein, übersichtlich und bescheiden aus:

Der Eingang vom Haus der Mutter Maria
Der Eingang vom Haus der Mutter Maria

Mutter Maria soll im Jahr 40 n. Chr., in Begleitung des heiligen Johannes, dorthin gekommen zu sein. Der Ort blieb 1 800 Jahre lang unentdeckt, bis er in Visionen von einer deutschen Nonne beschrieben wurde, die ihn noch nie zuvor gesehen haben kann:

Das Haus der Mutter Maria
Das Haus der Mutter Maria

Man darf das Bauwerk betreten, auf dem Bild ist der Eingang auf der linken Seite. Man ist aber auch schnell wieder heraus, denn zu sehen gibt es nicht viel. Es ist dunkel und Fotografieren ist verboten. Trotzdem bilden sich in der Saison lange Schlangen zum Einlass.

Der Auftakt des Ausflugs war gelungen. Und das bei T-Shirt Wetter, die Temperatur lag bei angenehmen 20 Grad ℃:

Zinni und das Haus der Mutter Maria
Zinni und das Haus der Mutter Maria

Natürlich gibt es darüber noch viel Historisches zu erzählen, hier alles Wichtige in Kürze:

Erläuterungen über das Heiligtum
Erläuterungen über das Heiligtum

Ephesus

Anschließend fuhren wir weiter nach Ephesus, eine der bedeutendsten Städte der Antike, die Zeugnisse für die Besiedelung gehen bis ins 11. Jahrhundert v. Chr. zurück. Beherbergt wurde hier unter anderem die beiden heiligen Paulus und Johannes sowie die Jungfrau Maria. Später wurde sie zur Provinzhauptstadt Roms. Dort befand sich auch eines der sieben Weltwunder der Antike, der Diana-Tempel.

Bereits von Weiten aus ist die Celsus-Bibliothek zu sehen. Diese hätten wir auch ohne unseren lokalen Fremdenführer gefunden:

Bus Nummer 2 auf dem Weg zur Celsus-Bibliothek in Ephesus
Bus Nummer 2 auf dem Weg zur Celsus-Bibliothek in Ephesus

Sie ist das Prunkstück der Anlage:

Die Celsus-Bibliothek in Ephesus
Die Celsus-Bibliothek in Ephesus

Das Gebäude wurde im Jahr 135 v. Chr. von einem Sohn als Hommage an seinen Vater erbaut und ist aufwendig mit Fassaden, Säulen und Skulpturen geschmückt. In der Bibliothek befanden sich einst 12 000 Papyrusrollen. Das Bauwerk hatte mich an einen der Drehorte des Spielfilmes Indiana Jones, die Wüstenstadt Petra in Jordanien, erinnert:

Die Celsus-Bibliothek in Ephesus
Die Celsus-Bibliothek in Ephesus

Hinter dem Verulansplatz schließen sich Hafengebäude an. Dieser Komplex wurde ca. 100 n. Chr. unter Kaiser Domitian errichtet, wie dieser Tempel, der nach ihm benannt wurde:

Der Domitian-Tempel in Ephesus
Der Domitian-Tempel in Ephesus

mit diesem Bogen:

Ein Bogen im Domitian-Viertel in Ephesus
Ein Bogen im Domitian-Viertel in Ephesus

Unsere „Alte-Steine-Tour“ ging weiter zum Besuch des Hadrianstempels, der im 2. Jahrhundert n. Chr. im Namen des gleichnamigen Kaisers erbaut wurde:

Der Hadrianstempel in Ephesus
Der Hadrianstempel in Ephesus

Hier ein Teil des Portals des Komplexes. Andere Länder, andere Tixxen! (Anmerkung: das letzte Wort wurde von der BDÜDV zensiert, der Bundesbehörde der Überwachung der Vulgärsprache):

Ein Teil des Portals des Hadrianstempels in Ephesus
Ein Teil des Portals des Hadrianstempels in Ephesus

In der Kuretenstraße wohnten die berühmten und wichtigen Bürger der Stadt und entlang der Allee säumten sich zahlreiche Ladengeschäfte für die 200 000 Menschen, die dort zu Spitzenzeiten gelebt hatten:

Die Kuretenstraße in Ephesus
Die Kuretenstraße in Ephesus

Nun musste ich auf die Toilette, weil ich Bier zu Wasser verwandelt hatte (umgekehrt kann ich das noch nicht) und war an dieser merkwürdigen Stelle vorbeigelaufen:

Eine antike Toilette in Ephesus
Eine antike Toilette in Ephesus

Was könnte das wohl gewesen sein? Halterungen für Amphoren? Oder wurden hier eventuell Sitzungen abgehalten? In der Tat saß man in der Antike hier gemütlich nebeneinander, Pobacke an Pobacke.

Anschließend liefen wir weiter zum spektakulären griechischen Amphitheater:

Blick auf das griechische Amphitheater in Ephesus
Blick auf das griechische Amphitheater in Ephesus

Das ursprünglich im 3. Jahrhundert von den Griechen erbaute Gemäuer wird auch als „Großes Theater von Epidauros“ bezeichnet. Es wurde später auf seine heutige Kapazität von 24 000 Zuschauern erweitert. Von diesem Amphitheater aus, das über eine Sitzreihe 30 Meter über dem Orchester verfügt, predigte der heilige Paulus zu den Ephesern und flehte sie an, ihre Verehrung der Artemis aufzugeben und den christlichen Glauben anzunehmen:

Das griechische Amphitheater in Ephesus
Das griechische Amphitheater in Ephesus

Basilika St. Johannes

Nach diesem Theater ging es nach einer kurzen Busfahrt zur Basilika St. Johannes, eine der bedeutendsten religiösen Denkmäler seiner Zeit. Sie befindet sich direkt unterhalb einer byzantinisch-seldschukischen Festung:

Säulengang der Basilika St. Johannes unterhalb einer türkischen Zitadelle in Ephesus
Säulengang der Basilika St. Johannes unterhalb einer türkischen Zitadelle in Ephesus

Sie war einer der größten Sakralbauten des Byzantinischen Reichs, wurde von dem Apostel Johannes geweiht und wurde von Kaiser Justinian gestiftet. Ein Großteil der Basilika wurde aus Materialien des berühmten Artemis-Tempels, einem der Sieben Weltwunder der Antike, errichtet.

Im anliegenden Archäologischen Museum sind zwei Statuen der Artemis und 25 000 Artefakte ausgestellt:

Artefakte im Archäologischen Museum in Ephesus
Artefakte im Archäologischen Museum in Ephesus

Wie oft und auch hier fehlen bei den Statuen und Büsten oft die Nasen. Diese ließ man bis ins 19. Jahrhundert rekonstruieren, seit dem 20. Jahrhundert hält man aber in der Archäologie die Authentizität der Funde für bedeutsamer als ihre Vollständigkeit:

Eine Büste ohne Nase im Archäologischen Museum in Ephesus
Eine Büste ohne Nase im Archäologischen Museum in Ephesus

Die Luft war mittlerweile raus bei mir, denn die Erklärungen waren zu viel für mich. Asthmatiker hätten gewarnt werden müssen, weiter den Erläuterungen weiterzuhören. Im Hinblick auf Spannung befand ich mich auf einschlafendes Tatort-Niveau, ich war froh, als ich ermüdet wieder im Bus gesessen hatte:

Im Archäologischen Museum in Ephesus
Im Archäologischen Museum in Ephesus

Nach der Rückfahrt nach Kusadasi war das anschließende Mittagessen am Ende der Tour in angeblich einem der besten 5-Sterne-Hotel der Stadt eine Enttäuschung. Das Servierte war essbar und auf Kantinen-Niveau, mehr aber auch nicht. So stelle ich mir eine Pension vor, wenn ich eine Woche Türkei-Urlaub mit Flug und All-inclusive buche für 399 €. Da erwarte ich nur keine Sterne.

Der Ganztagesausflug war bis auf das Mittagessen klasse, nur zumindest für mich, anstrengend. Er war wie der Mülleimer in meiner Kabine, da ich einen leichten Schnupfen hatte: Es war jede Menge Tempo drin. Diese Tour war zu meiner Freude die Einzige mit so einer zeitlichen Länge auf der Kreuzfahrt, denn die 14 000 Schritte und das lange Stehen waren meinen Gebeinen keineswegs gut bekommen. Das machte aber nichts, denn meine Zeit in der Bi-Ba-Butzemann-Gang im örtlichen Kindergarten während meiner Flegeljahre hatte mich hart gemacht.

Mit den 21 Grad, die wir gehabt hatten, war es für diese Jahreszeit ungewöhnlich warm. Normal ist es viel kälter in dieser Region Ende November. Wir konnten froh sein, teilte uns der lokale Guide mit. Und trotz Regen-Vorhersage blieb es trocken. Das war gut so und konnte gerne für den Rest der Reise so bleiben.

An Bord der Silver Moon

Nun hieß es „Auf Wiedersehen“ sagen, Kuşadasi! Viel gesehen hatte ich nicht von der Stadt, aber da ich im Frühling in diesem Ort einen ganzen Tag lang unterwegs war, war dies zu verkraften:

Auf Wiedersehen Kuşadasi
Auf Wiedersehen Kuşadasi

Verblüfft war ich über diese beiden Meldungen, die ich von meinem Smartphone-Anbieter erhalten hatte. Bitte die beiden Prozentsätze und die zeitliche Reihenfolge beachten. Es geht nicht darum, dass das Roaming Geld kostet. Die nicht passende Logik haben bislang nur wenige erkannt, denen ich dieses gezeigt hatte:

Mathematisches Kostenlimit in der Türkei
Mathematisches Kostenlimit in der Türkei

Zum Abendessen ging ich in das italienische Restaurant der Silver Moon, das „La Terrazza“. Viel zum Essen bestellen musste ich mir nicht, denn der vorweg aufgetischte Küchengruß, die Antipasti, war für mich allein so viel, dass ich danach bereits gesättigt war:

„Antipasti for One“ auf der Silver Moon
„Antipasti for One“ auf der Silver Moon

Unbestellt wird eine Vorspeisen-Platte an den Tisch gebracht, egal ob da eine oder vier Personen gesessen hatten. Mehrere Passagiere bekommen natürlich Nachschlag bei Verlangen, kleinere Portionen gibt es aber nicht. Fortan war ich nicht mehr allein in diesem Restaurant eingekehrt, sondern nur noch mit einer Gruppe.

Überraschenderweise hatte ich noch die Kraft und Ausdauer, mir anschließend die Show des Tages im Theater anzuschauen. Diese war genial und hatte mir hervorragend zugesagt:

Show im Theater der Silver Moon
Show im Theater der Silver Moon

Ich plante nach dieser gelungenen Veranstaltung, mir an jedem Abend die angebotenen Darbietungen zu besuchen. Wer dieses Video anschaut, versteht vielleicht, warum:

Video von einer Show im Theater der Silver Moon, 21 Sekunden Laufzeit

Gewinner sind wir alle, wie bei diesem Lied. Das war ein schöner Tag! Dabei wurde mir wieder einmal bewusst, wie gut es mir geht. Wie privilegiert ich bin, solche Reisen zu realisieren, was natürlich nur einem ganz geringen Bruchteil der Bevölkerung weltweit möglich ist. Hat aber mit „Glücklich sein“ wenig zu tun, obwohl ich das zu diesem Moment war. Dafür bin ich dankbar. Ich hatte viel Fortuna in meinem Leben, aber auch selbst viel aufgebaut. Von Nichts kommt nichts.

Anschließend ging ich noch zu einem Schlummertrunk in die S. A. L. T Bar der Silver Moon. Nach dem Genuss dieses Hauscocktails:

Der House-Cocktail der S. A. L. T Bar der Silver Moon
Der House-Cocktail der S. A. L. T Bar der Silver Moon

wurde die Lokation und das Getränk als letzte Station vor dem ins Bett gehen gesetzt:

Zinni mit seinem House-Cocktail auf der Silver Moon
Zinni mit seinem House-Cocktail auf der Silver Moon

Hier in bewegenden Bildern:

Video von Zinni, der den House-Cocktail auf der Silver Moon auf der Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer trinkt, 8 Sekunden Laufzeit

Übermüdet ging ich nach diesem ereignisvollen Tag zurück in meine Kabine. Ich musste im Bett nur noch bis drei zählen und war danach eingeschlafen. Normal zähle ich bis halb vier in der Nacht.

Thessaloniki, Festland, Griechenland, 1.12 bis 2.12.2023
♫ Ich liebe das Leben ♫

Auf der Silver Moon nach der Ankunft

Nun ging es Richtung Thessaloniki in Griechenland, mein Erstbesuch in der Metropole. Die zweitgrößte Stadt des Landes wird auch Thessalonike, Saloniki, Salonika oder Salonica genannt.

Wir waren am folgenden Mittag angekommen und ich hatte für den Abend einen „Thessaloniki bei Nacht“ Ausflug inklusive 4-Gänge-Menü und einer Folklore-Show gebucht. Nach der Massenabfertigung-Erfahrung vom Vortag erwartete ich allerdings nicht mehr viel davon.

Die Ruhe am Vormittag hatte meiner Seele und vor allem meinen morschen Knochen gut getan:

Morgendliche Stimmung im Mittelmeer auf der Silver Moon
Morgendliche Stimmung im Mittelmeer auf der Silver Moon

Nachdem ich anschließend erfolglos langwierige drei Minuten lang akribisch auf das Meer gestarrt hatte, um Eisberge, Eisbären oder Pinguine zu sehen, ging ich darüber enttäuscht zum Poolbereich, mit der Hoffnung auf eine Überraschungsparty. Die war aber wohl schon vorbei:

Der Poolbereich auf der Silver Moon
Der Poolbereich auf der Silver Moon

Das war aber immer noch besser als das Winterwetter in Deutschland.

Zum Mittag hin waren wir im regenfreien Thessaloniki angekommen:

Der Hafen von Thessaloniki
Der Hafen von Thessaloniki

Auch wenn die Wirtsleute von der Stadt sich bereits gewundert hatten, wo ich geblieben war: Auf dem Balkon in der Sonne liegend, war es so angenehm und entspannend, dass Thessaloniki mit seinem Hafenbier und Uozo noch auf mich warten mussten. Wir waren zwei Tage in der Metropole, ich dachte, dass ich erst einmal nichts verpassen würde:

Entspannung auf der Silver Moon
Entspannung auf der Silver Moon

Auf den Beinen in Thessaloniki

Nach dieser Erholung war ich bereit, mir die Hauptstadt der Verwaltungsregion Zentralmakedonien mit ihren 326 000 Einwohnern anzuschauen. Auf dem Weg zum Ausgang wurde ich beim Ansehen von diesem Weihnachtsbaum daran erinnert, dass in 23 Tagen bereits Heiligabend war:

Zinni und ein Weihnachtsbaum auf der Silver Moon
Zinni und ein Weihnachtsbaum auf der Silver Moon

Ich lief zunächst die Promenade entlang:

Die Promenade von Thessaloniki
Die Promenade von Thessaloniki

Das Zusammenspiel von Wetter, Sonne und Licht war der Knaller:

Der Knaller-Himmel von Thessaloniki
Der Knaller-Himmel von Thessaloniki

Aber wie befürchtet, war mir die Metropole zu hektisch. Jede Überquerung einer Straße dauerte eine Ewigkeit, wegen zu viel Verkehr.

So erfüllte ich nur meine Chronistenpflicht und schaute mir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt an. So wie hier der Weiße Turm:

Der Weiße Turm in Thessaloniki
Der Weiße Turm in Thessaloniki

Er ist ein Teil der ursprünglichen Befestigung der Unterstadt und diente auch als Gefängnis.

Es ging weiter zur Kirche Hagia Sophia. Sie ist eine dreischiffige Basilika und wurde im 7. Jahrhundert auf den Fundamenten einer Kirche aus dem Jahr 315 erbaut:

Die Kirche Hagia Sophia in Thessaloniki
Die Kirche Hagia Sophia in Thessaloniki

Danach sah ich mir die Kirche Hagios Demetrios an. Sie ist eine dem heiligen Demetrios von Thessaloniki geweihte frühbyzantinische Kirche und seit dem Jahr 1988 Teil des UNESCO-Welterbes:

Die Kirche Hagios Demetrios in Thessaloniki
Die Kirche Hagios Demetrios in Thessaloniki

Eine urige Taverne, in der ich mit Alexas Sopras einen Sirtaki tanzen kann, beide stolz dabei singen, dass es ♫ Tenn jetzt in der Plastik-Dose ♫ gibt und wir anschließend ein Hafenbier zusammen genießen können, hatte ich leider nicht gefunden. Bei einer Nachfrage in der Touristen-Information wurde mir auch bestätigt, dass solch ein Lokal in dieser Gegend nicht zu finden ist. Ich sollte den Stadtrat einberufen, der mich beraten soll, wo der perfekte Ort dafür zu finden ist.

Eine Anmerkung zu meiner Plastik-Dosen-Bemerkung, wenn nicht bekannt. In den 60-er Jahren war der Reinigungsmittel-Hersteller Henkel auf die Idee gekommen, seine Marke „Tenn“ aus der Plastik-Dose anzubieten. Geworben wurde dafür mit einem Lied auf die Klänge der Titelmusik aus dem Spielfilm Alexas Sopras und dem oben erwähnten Text. Heutzutage gäbe es für die Umstellung auf Plastik ein Sturm der Entrüstung, Boykott-Aufrufe und Ähnliches. Die Zeiten haben sich geändert.

Die Tatsache, dass ich mir so was merken kann, aber nicht weiß, was ich am Tag zuvor als Abendessen hatte, macht mich nicht stolz, sondern beunruhigt mich eher.

Trocken die Stadt verlassen wollte ich aber auch nicht. Auf Empfehlung des Hafenpersonals und guten Bewertungen auf Tripadvisor ging ich zur Menta Café Bar. In dieser coolen und weihnachtlich geschmückten Bar zu sitzen, war nicht das, was ich gesucht hatte, es war aber trotzdem ein klasse Lokal:

Zinni in der Menta Café Bar in Thessaloniki
Zinni in der Menta Café Bar in Thessaloniki

Bier bleibt immer im Trend.

Beim Verlassen der Lokalität hatte die Dämmerung bereits eingesetzt:

Die Altstadt von Thessaloniki in der Dämmerung
Die Altstadt von Thessaloniki in der Dämmerung

Der Weg zurück zur Silver Moon zu Fuß war grauenhaft, nicht von der Entfernung her, sondern vom Verkehr. Und der Hafen ist schlecht geeignet für Kreuzfahrt-Passagiere, die eigenständig zurückkehren, denn nur düstere Gassen führten zurück zur Silver Moon. Der angebotene Shuttle-Dienst war gut gemeint, aber eine halbe Stunde warten für 700 Meter zu laufen war mir auch zu doof:

Die Silver Moon in Thessaloniki
Die Silver Moon in Thessaloniki

Mein „Knochenschmerz-Faktor“ vom Vortag nach 14 500 Schritten von 9 von 10 möglichen Punkten lag an diesem Tag nur bei 8 nach fast 14 000 Schritten. Es ging immerhin bergab.

Trotzdem sagte ich meinen gebuchten Nachtausflug ab. Ich hatte keine Motivation mehr, zwei Stunden lang die gleichen Kirchen und Türme zu sehen wie zuvor, nur halt im Dunkeln, und an der anschließenden Touristen-Abendessen-Massen-Abfütterung in einem Kongresszentrum teilzunehmen.

Die antike Stadt Dion

Am Morgen darauf stornierte ich meine vorgesehene Stadtbesichtigung und buchte eine Fahrt zur archäologischen Stätte Dion. Diese liegt nahe am Gebirge Olymp, das von der Fahrt aus gesehen schon einmal gut ausgesehen hatte:

Das Gebirge Olymp in der Nähe von Dion
Das Gebirge Olymp in der Nähe von Dion

Dion wurde im 5. Jahrhundert v. Chr. gegründet und liegt am Fuße des Olymp, die Heimat der Götter des klassischen Griechenlands und das höchste Gebirge des Landes. Der Ort wuchs und blühte auf, bis ein Erdbeben alles zum Erliegen brachte.

War das Vorstellen, wie damals vor Ort gelebt wurde, in Ephesus leicht zu erkennen, war es hier dagegen schwer bei den wenigen noch vorhandenen alten Spuren:

Eine Ausgrabung in der archäologischen Stätte von Dion
Eine Ausgrabung in der archäologischen Stätte von Dion

Ich wurde von einem Passagier aus Übersee gefragt, was es hier zu sehen gibt. Meine bescheidene Antwort war lediglich „Old Stones“. Er nickte danach und dies hatte ihm vollends gereicht, er hatte verstanden, was es dort zum nicht Entdecken gibt.

Der ehemalige römische Badekomplex innerhalb der großen Thermen war noch am ehesten zu erahnen:

Der römische Badekomplex  in der archäologischen Stätte von Dion
Der römische Badekomplex in der archäologischen Stätte von Dion

Arme Seelen mit Kleinwuchs wurden damals im Untergrund zwangseingesetzt, um die Kanalisation zu reinigen:

Eingang zur Kanalisation von Dion
Eingang zur Kanalisation von Dion

Die Thermen dienten aber nicht nur zur Körperpflege, sondern auch als Treffpunkt und für kulturelle Veranstaltungen. Wie hier dieses Ziegelmauerwerk der rekonstruierten Odeion. Im Halbrundtheater wurden Theater- und Musikvorstellungen gehalten:

Der rekonstruierte Odeion in der archäologischen Stätte von Dion
Der rekonstruierte Odeion in der archäologischen Stätte von Dion

Es sah für mich eher gekünstelt aus, anstatt nach Antike.

Das war die Einkaufsstraße, diese ist über 2 000 Jahre alt:

Die ehemalige Einkaufsstraße in der archäologischen Stätte von Dion
Die ehemalige Einkaufsstraße in der archäologischen Stätte von Dion

Eine Welle der Begeisterung war bei mir bei diesen Ausgrabungen nicht entstanden. Wenigstens aber war die Umgebung nett anzusehen:

Die Umgebung der archäologischen Stätte von Dion
Die Umgebung der archäologischen Stätte von Dion

Ein anschließender Besuch im Archäologischen Museum ergänzte das, was wir im archäologischen Park gesehen hatten. In der Ausstellung auf zwei Etagen waren Überreste des ersten Zeukults und seines Heiligtums in der Nähe des Gebirges Olymp zu sehen, Vasen, Schmuck und Statuen aus der Villa des Dionysos:

Im Archäologischen Museum von Dion
Im Archäologischen Museum von Dion

Auch ein beschädigtes Mosaik, das in seiner Mitte das Haupt einer Medusa darstellt:

Medusa-Mosaik im Archäologischen Museum von Dion
Medusa-Mosaik im Archäologischen Museum von Dion

Dabei wurde wieder viel geredet. Es war ein Ausflug für mich wie die Große Koalition in Deutschland im Jahr 2023, beides half niemandem so richtig.

An Bord der Silver Moon nach dem Ausflug

Durch eine späte Ankunft nach dem Ausflug gab es auf der Silver Moon zum Mittagessen nur noch eine Pizza im Freien für mich. Bei kaltem Bier und den nahegelegenen Heizstrahlern zum Aufwärmen war das okay. Die servierte Mahlzeit hatte gut ausgesehen und schmeckte mir:

Eine Pizza auf der Silver Moon
Eine Pizza auf der Silver Moon

Nach diesem Ausflug steckten mir die 28 500 Schritte von den beiden Vortagen und die 10 000 von diesem Tag schwer in meinen Knochen, gegebenenfalls hätte ich doch lieber im Bettchen am Morgen bleiben sollen. Diese Erkenntnis war mir nur zu spät gekommen. Dafür durfte ich mich nun 1 ½ Tage auf See ausruhen. Ich plante dies mit ausgedehntem Joggen rund um das Pooldeck und einem ausgiebigen Besuch des Fitnessraums.

Nein, natürlich nicht, lieber hatte ich mich auf den Balkon gesetzt und den Sonnenuntergang dabei beobachtet:

Ein Sonnenuntergang im Mittelmeer von der Silver Moon aus gesehen
Ein Sonnenuntergang im Mittelmeer von der Silver Moon aus gesehen

Aber Bewegung musste auch sein. Alle Wege auf der Silver Moon führen zu einer Bar, auch wenn der Gang dorthin weit war:

Ein Weg zur Bar auf der Silver Moon
Ein Weg zur Bar auf der Silver Moon

Nachdem meine bestellten Getränke serviert wurden, hatte ich meine Ernährung umgestellt und trank das Bier und den Verdauungsschnaps nun von meiner linken Seite aus anstatt wie vorher von der rechten:

Zinni mit seinem Getränk auf seiner linken Seite auf der Silver Moon
Zinni mit seinem Getränk auf seiner linken Seite auf der Silver Moon

Ich war dabei einmal kurz nach draußen gegangen, um einen Blick auf die Insel Euböa werfen zu können:

Starke Winde im Mittelmeer auf der Kreuzfahrt mit der Silver Moon
Starke Winde im Mittelmeer auf der Kreuzfahrt mit der Silver Moon

Nun verstand ich die Bedeutung dieses Warnschildes und war froh, im Inneren der Silver Moon davon nichts mitbekommen zu haben. Der Schiffsname Silver Wind, auf der ich im Frühjahr unterwegs war, wäre augenblicklich wohl passender gewesen.

Der Abend war wegen meiner Erschöpfung ereignislos bis auf das übliche Programm mit Cocktailstunde, Abendmahl, Darbietungen und übersinnlichen Getränken. Darauf ein Gruß von dem Lieblings-Formel-1-Piloten aller Zechbrüder, Alain Prost!

Das kommt davon, wenn man auf dem folgenden Seetag auf dumme Ideen kommt: Ich fand Interesse an einer Kreuzfahrt mit Silversea auf der Silver Endeavour rund um Großbritannien und bereits kurz nach meiner Anfrage bei der Reederei wurde sie bestätigt:

Die geplante Route der Kreuzfahrt rund um Großbritannien mit der Silver Endeavour im April 2024
Die geplante Route der Kreuzfahrt rund um Großbritannien mit der Silver Endeavour im April 2024

Copyright und Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von
Silversea Cruises Ltd.

Eine ähnliche Route hatte ich in diesem Jahr bereits unternommen, da diese Weltklasse war und bei der neuen Fahrt auch einige andere Reiseziele dabei sind, sollte diese Fahrt hoffentlich auch wieder lohnenswert werden.

Heraklion, Insel Kreta, Griechenland, 4.12.2023
„♫ Sirtaki (Zorba’s Dance) ♫

Kera Kardiotissis Kloster

Am nächsten Morgen erreichten wir die Stadt Heraklion auf der Insel Kreta. Mein Ausflugs-Programm auf der größten Insel des Landes war eine Fahrt in die Berge der Insel. Aber bevor erfreute ich mich an diesem Sonnenaufgang:

Ein Sonnenaufgang auf Kreta
Ein Sonnenaufgang auf Kreta

Das Wetter sah aus, dass es an diesem Tag mitspielen würde:

Ausblick auf Heraklion auf Kreta
Ausblick auf Heraklion auf Kreta

Nach dem Frühstück verließ ich den Pier für die Ausflugsfahrt. Diese ging zum Landesinneren der Insel auf den 910 Meter hohen Berg Dikti. Unser erster Halt war das Kera Kardiotissis Kloster, das auch „Kardiotissa“ genannt wird:

Das Kera Kardiotissis Kloster auf Kreta
Das Kera Kardiotissis Kloster auf Kreta

Dieses wurde im 14. Jahrhundert erbaut und der Jungfrau von Kera gewidmet:

Die Glocken vom Kera Kardiotissis Kloster auf Kreta
Die Glocken vom Kera Kardiotissis Kloster auf Kreta

Mir war der Aufenthalt im Kloster zu lange, es wurde viel über die Geschichte erzählt, aber anzusehen gab es wenig. Wenigstens war der Ausblick auf die Umgebung ansprechend:

Die Umgebung vom Kera Kardiotissis Kloster auf Kreta
Die Umgebung vom Kera Kardiotissis Kloster auf Kreta

Trotzdem war ich erleichtert, als der Ausflug endlich weiter zum Plateau von Lasithi ging.

Lasithi-Hochebene

Nach der Weiterfahrt auf der Straße, die zum Plateau von Lasithi führt, hatten wir einen kurzen Foto-Stopp, um diesen See abzulichten. Meer kann ich dazu nicht sagen:

Ein See auf Kreta
Ein See auf Kreta

Das Lasithi-Plateau ist eine Karst-Ebene auf durchschnittlich 830 Metern Höhe. Mir hatten die Ausblicke gefallen, zumal das Wetter mitgespielt hatte:

Die Lasithi-Hochebene mit Blick von Norden in Richtung Süden auf Kreta
Die Lasithi-Hochebene mit Blick von Norden in Richtung Süden auf Kreta

Die Hochebene war einst mit über 10 000 malerischen Windmühlen mit weißen Tüchern übersät, um die Bewässerung des flachen Bodens zu unterstützen. Die meisten davon sind in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund von Ineffizienz und mangelnder Wartung nicht mehr in Betrieb:

Windmühlen in der Lasithi-Hochebene auf Kreta
Windmühlen in der Lasithi-Hochebene auf Kreta

Trotzdem sind einige aktive Windmühlen erhalten geblieben, die teilweise von den Inhabern in den vergangenen Jahren aufwendig restauriert wurden.

Anschließend fuhren wir zu der nahegelegenen Taverna Kourites im Ort Tzermiado, um ein griechisches Mittagessen zu genießen. Hier war es in etwa so, wie ich mir eine urige Taverne im Familien-Unternehmen vorstelle und vergeblich bislang vermisste, wenn auch mit etwas leichten Abfertigung-für-Touristen-Beigeschmack. Aber natürlich mit lokalen Getränken zum Essen und sogar mit einem Teil eines sehenswerten Fingers der Fotografin im Bild:

Zinnis Hafenbier in der Taverna Kourites in der Lasithi-Hochebene auf Kreta
Zinnis Hafenbier in der Taverna Kourites in der Lasithi-Hochebene auf Kreta

Eines muss ich meinem Durst lassen, er hat Ausdauer. Nach dem Mittagessen hatte der Wirt ein exklusives ♫ Ständchen ♫ für uns präsentiert:

Ein singender Wirt in der Taverna Kourites in der Lasithi-Hochebene auf Kreta
Ein singender Wirt in der Taverna Kourites in der Lasithi-Hochebene auf Kreta

Danach verabschiedeten wir uns von der Lokation und seiner Windmühle:

Eine Windmühle in der Lasithi-Hochebene auf Kreta
Eine Windmühle in der Lasithi-Hochebene auf Kreta

Nachdem wir nach diesem gelungenen Ausflug bei tollem Wetter in Heraklion angekommen waren, fragte ich die lokale Reiseleiterin, ob sie in der Nähe ein geeignetes Lokal für mein Hafenbier kennt, denn bis zur Altstadt zu gehen war mir zu weit, und der Shuttlebus war mir zu umständlich.

Sie hatte mir geraten, das nahegelegene Café Marina zu besuchen, was ich auch getan hatte. Die Gaststätte liegt im Jachthafen der Stadt, direkt hinter der Festung Goules, auf die man einen Ausblick hat:

Zinni mit Hafenbier im Café Marina in Heraklion auf Kreta
Zinni mit Hafenbier im Café Marina in Heraklion auf Kreta

Drei Liegestützen schaffe ich nicht mehr am Stück, dafür aber drei Bier trinken! Nur die Möwen nervten mich dabei. Diese scheinen kein Deutsch zu verstehen, denn meine mehrfache Nennung des siebten Buchstaben unseres Alphabets interessierte diese nicht.

Nach diesem Mittags-Schoppen lief ich zur Silver Moon zurück zur Weiterfahrt durch das östliche Mittelmeer. Wir verabschiedeten uns von Kreta, sollten aber nach folgenden Stationen auf Rhodos und Antalya wieder auf der Insel ankommen. Dann aber in den Hafen der Souda Bay und nicht wieder nach Heraklion. Aber hoffentlich mit einem Wetter, das es an diesem Tag gewesen war:

Die Silver Moon im Hafen von Heraklion auf Kreta
Die Silver Moon im Hafen von Heraklion auf Kreta

Nach dem Abendessen verabschiedete ich alter Bock mich zusammen mit tanzenden, gut gelaunten und singenden jungen Menschen während der Show von diesem schönen Tag und freute mich auf meinen Erstbesuch am folgenden Tag auf der Insel Rhodos:

Eine abendliche Show auf der Silver Moon während einer Mittelmeer-Kreuzfahrt
Eine abendliche Show auf der Silver Moon während einer Mittelmeer-Kreuzfahrt

Ich hatte auf Rhodos für den folgenden Tag den Ausflug „Die Akropolis von Lindos“ gebucht. Da der Zugang zu der Burgberg allerdings nur über eine steile Treppe erfolgen konnte, überlegte ich bereits, ob ich diese Exkursion schwänzen soll. Ich hatte bereits meine Lauf-Schuldigkeit getan und benötigte auch einmal eine Schonung meiner Gebeine, so wartete ich meine Tagesform am nächsten Morgen ab.

Rhodos (Stadt), Insel Rhodos, Griechenland, 5.12.2023
♫ So a schöner Tag ♫

Rhodos (Stadt)

Erwartungsgemäß war ich am Tag darauf nach der Ankunft auf Rhodos ein fehlender Ausflugsgast bei einem der Ausflüge. Nachdem die meisten Passagiere die Silver Moon verlassen hatten:

Ausblick auf Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Ausblick auf Rhodos (Stadt) auf Rhodos

gehörte mir erst einmal das Schiff fast allein:

Blick von der Silver Moon auf Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Blick von der Silver Moon auf Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Aber nicht allzu lange, denn ich war neugierig, wie es in der Altstadt aussieht. Da wir bis zum späten Nachmittag am Pier gelegen hatten, sollten auch wieder zwei oder drei Hafenbiere möglich sein. Es wurde später nur eines, das ahnte ich aber da noch nicht.

Bewacht wurde die Silver Moon vom Fort St. Nikolaus, das unmittelbar am Hafen liegt:

Das Fort St. Nikolaus in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Das Fort St. Nikolaus in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Anschließend lief ich zur Innenstadt. Das, was ich auf den ersten Blicken gesehen hatte, war gut. Wie hier der Eulenbrunnen:

Der Eulenbrunnen in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Der Eulenbrunnen in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Er steht auf dem Hypokratesplatz, der zentrale Ort im mittelalterlichen Zentrum. Der Brunnen hat eine Eule obendrauf und dient auch als Tränke für die Tauben.

In der Altstadt war eine herrliche, ruhige und entspannte Stimmung am Morgen und das Wetter spielte wieder mit, ich empfand es hiesig unerwartet klasse wie hier in der Odos Sokratou, eine bei Touristen beliebte Einkaufsgasse:

In der Altstadt von Rhodos (Stadt) auf Rhodos
In der Altstadt von Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Allerdings war es früh, die Geschäfte waren noch geschlossen und es war keine Saison. Ich wurde gewarnt, dass es im Sommer hier bis zu 47 °C heiß wird und das zusammen mit einer Masse an Touristen. Das würde ich mir nicht für 500 € am Tag antun. Bei 1.000 € wahrscheinlich für ein bis zwei Tage, in denen ich mich ausschließlich in klimatisierten Räumen aufhalten würde. Aber das gibt mir ja leider niemand.

Im Zentrum gibt es viele verträumte und idyllische enge Gassen:

Eine enge Gasse in der Altstadt von Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Eine enge Gasse in der Altstadt von Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Die oft auch gewölbte Übergänge haben:

Ein gewölbter Gassen-Übergang in der Altstadt von Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Ein gewölbter Gassen-Übergang in der Altstadt von Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Im Jahr 1988 wurde die Altstadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

An der Hafeneinfahrt von Rhodos (Stadt) liegt der Mandraki-Hafen, der 2.000 Jahre lang der Haupthafen der Insel war. An dieser Stelle steht heute die vom heiligen Johannes geweihte Kirche Ekklisia Evangelismou. Hier, vermutet man zumindest, befand sich der Koloss von Rhodos, eine 30 Meter hohe Bronzestatue. 50 Jahre lang stand eines der sieben Weltwunder der Antike auf einem hohen Sockel, anschließend wurde diese bei einem Erdbeben zerstört. Was man weiß, dass an dem Tag meines Besuches der lebendige Zinni von Hochheim hier gestanden hatte:

Der Mandraki-Hafen von Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Der Mandraki-Hafen von Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Auch Windmühlen gab es an der Mole zu sehen:

Eine Windmühle in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Eine Windmühle in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Wie sich die Zeiten ändern. Heute ist Fischen am Strand von Rhodos (Stadt) verboten:

Fischen verboten in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Fischen verboten in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

In der Antike jedoch war fast jeder Hellene Fischer. Auch Gott hilf fleißig dabei. Nur Mara Thon nicht, die scheute Wasser und lief lieber. Auch das Internet wurde von den Fischern erfunden, denn diese kennen sich mit Netzen aus.

Der letzte Absatz ist der geschichtsloseste Beitrag meiner Webseiten.

Noch etwas Flaches, wenn wir schon dabei sind: Wie viel ein Fischer am Tag verdient, ist eine Fangfrage:

Der Großmeisterpalast des Johanniterordens

Der Großmeisterpalast des Johanniterordens dominiert das Stadtbild. Er wechselte in der Vergangenheit mehrfach seine Funktion als Residenz, Gefängnis und Munitionslager:

Der Großmeisterpalast des Johanniterordens in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Der Großmeisterpalast des Johanniterordens in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Die Anlage ist allerdings ein Fake, denn der Palast ist nicht original, sondern ist rekonstruiert worden, weil eine Munitions-Explosion die im 14. Jahrhundert errichtete Residenz im Jahr 1856 zerstört hatte. Zwischen den Jahren 1937 und 1940 errichteten die Italiener während ihrer Besatzungszeit den Prachtbau wieder. Das heutige Herrschaftshaus ist aber immer noch riesig und war für mich beeindruckend:

Der Innenhof vom Großmeisterpalast des Johanniterordens in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Der Innenhof vom Großmeisterpalast des Johanniterordens in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Nachdem ich mich entschieden hatte, die Innenräume mir anzuschauen, musste ich über diese sieben Brücken ungezählte Stufen gehen, meine Knochen waren nach der Besteigung darüber nicht erfreut:

Stufen im Großmeisterpalast des Johanniterordens in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Stufen im Großmeisterpalast des Johanniterordens in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Das Gebilde wirkt authentisch, sofern man nicht genau hinschaut und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO:

Ein Flur im Großmeisterpalast des Johanniterordens in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Ein Flur im Großmeisterpalast des Johanniterordens in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Im Inneren des Palastes können von den 300 Zimmern nur 18 besichtigt werden. Diese Räume sind mit Statuen, Schnitzereien, Leuchter, Vasen, Luxusmöbeln, Mosaikböden oder Bildern dekoriert:

Ein Raum im Großmeisterpalast des Johanniterordens in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Ein Raum im Großmeisterpalast des Johanniterordens in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Nach diesem interessanten Besuch lief ich zurück zur Silver Moon und beendete damit mein Vormittags-Besichtigungsprogramm in der Stadt Rhodos.

Hafenbier in Rhodos (Stadt)

Aufmerksame Leser meiner Beiträge wird aufgefallen sein, dass mein tägliches Hafenbier noch fehlt. Gleich dreimal war Glühwein an diesem Tag von der Jahreszeit her unnötig:

Glühwein in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Glühwein in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Ich war am Entscheiden, ob ich nach dem Mittagessen auf der Silver Moon noch einmal in die Stadt gehe oder auf dem Schiff bleiben soll, was nach den vorherigen 12 000 Schritten am Vormittag wohl die gesündeste Entscheidung in vielerlei Belangen gewesen wäre. Aber wer mich kennt, weiß, wie es ausgegangen war, obwohl mir alles weh getan hatte.

Also lief ich wieder zurück in die Altstadt und war hier vorbeigekommen. Katzen lieben diesen Platz:

Katzen lieben diesen Platz in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Katzen lieben diesen Platz in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Und ich liebe dagegen diese Plätze:

Zinni mit Stiefel im Restaurant Castello in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Zinni mit Stiefel im Restaurant Castello in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Aber trotz Ruhe und Stille war in der Altstadt spürbar, dass hier mit Touristen Geld verdient wird und nicht mit Olivenöl. Ungefragt nach der Bestellung eines lokalen Bieres wurde mir ein 1-Liter-Stiefel für 9,50 € gereicht. Das war mein erster Stiefel seit geschätzten 40 Jahren, ich fand es damals ekelig mit dem reihum trinken. Und die Menge nur für mich war selbst mir zu viel. Ich hatte einiges stehen lassen, weil mein Bier zu schal geworden war:

Aus Bier wurde Schal im Restaurant Castello in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Aus Bier wurde Schal im Restaurant Castello in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Eine Warnung von mir, nur wer in Rhodos (Stadt) viel Durst hat, sollte im selbst ernannten „Bierparadies“ einkehren und möglicherweise lieber vorher einen Blick auf die Getränkekarte werfen:

Das Restaurant Castello in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Das Restaurant Castello in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Nach dem Rückweg zur Silver Moon verabschiedete ich mich im Hafen von der Sonne und der Stadt:

Ein Sonnenuntergang in Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Ein Sonnenuntergang in Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Dass ich zurück auf der Silver Moon nach dem Hafenbier bei meinem körperlichen Zustand überhaupt noch gerade stehen konnte, überraschte mich in der Tat. Denn meine inneren Werte waren in etwa bei zwei Promille:

Zinnis gerade noch aufrechter Stand auf der Silver Moon nahe Rhodos (Stadt) auf Rhodos
Zinnis gerade noch aufrechter Stand auf der Silver Moon nahe Rhodos (Stadt) auf Rhodos

Ich überlegte dabei, mit dem Trinken aufzuhören, aber ich schwankte noch.

Am Abend hatte ich das Abendessen mit meinen Solo-Damen und den Gentleman-Hosts Ernest und John genossen. Das hatte sich während der Fahrt gut eingespielt, ohne in einen Zwang überzugehen, immer da sein zu müssen. Nach der anschließenden Show und dem Absacker ging es weiter mit der Silver Moon „♫ Atemlos durch die See ♫“ im Mittelmeer in die Richtung Türkei.

In der Nacht sollten wir unsere Uhren wegen der Zeitverschiebung von Griechenland zur Türkei wieder einmal umstellen, das war nicht das erste Mal auf dieser Fahrt. Ich fand aber langsam keinen neuen Platz mehr in der Kabine, wo ich den Wecker neu platzieren konnte. Ihn im Bad oder auf dem Balkon aufzustellen, ergab doch auch keinen Sinn und musste mehrfach im Vokabelheft nachschauen, wo ein Stecker war.

Antalya, Festland, Türkei, 6.12.2023
♫ Singin‘ in the Rain ♫

Phaselis

Am darauffolgenden Tag lagen wir in Antalya, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Türkei:

Ausblick auf den Hafen von Antalya in der Türkei
Ausblick auf den Hafen von Antalya in der Türkei

Dort ging es geplant später hoch her, mit einer Seilbahnfahrt zum Gipfel des Tahtali Dagi.

Aber zuvor fuhren wir zu der antiken Stadt Phaselis. Sie wurde im Jahr 693 v. Chr. gegründet und war eine Handelsstadt, auch durch die vorhandenen drei Häfen. Sie ist eine der am besten erhaltenen archäologischen Stätten im Umland. Das Wort „Phaselis“ ist Altgriechisch und bedeutet „Der von den Göttern beschützte Ort“. So gut behütet gab es einiges für uns zu sehen:

Hinweisschild in der antiken Stadt Phaselis
Hinweisschild in der antiken Stadt Phaselis

Mit der Schwächung der Lykischen Union geriet Phaselis unter die Kontrolle von Piraten. Die Herrschaft dieser endete mit der Führung des Römischen Reiches über diese Region. In der byzantinischen Zeit wurde der Ort ein Bistum und behielt seine Bedeutung bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. Anschließend verfiel die Handelsstadt:

Ausgrabungen in der antiken Stadt Phaselis
Ausgrabungen in der antiken Stadt Phaselis

Anders als bei den bisherigen Besuchen von Ausgrabungen auf diesem Trip wurde hier an vielen Stellen gearbeitet, wie auch am Aquädukt. Diese Art Wasserleitung zum Transport von Wasser ist etwa 450 Meter lang und die älteste ortsfeste Konstruktion, die in dieser Gegend erhalten geblieben ist:

Arbeiten am Aquädukt in der antiken Stadt Phaselis
Arbeiten am Aquädukt in der antiken Stadt Phaselis

Diese Ruine scheint ein Portal gewesen zu sein:

Eine Portal-Ruine in der antiken Stadt Phaselis
Eine Portal-Ruine in der antiken Stadt Phaselis

Wo dieser Pfad hinging, ist mir auch nicht bekannt:

Ein Pfad nach Nirgendwo in der antiken Stadt Phaselis
Ein Pfad nach Nirgendwo in der antiken Stadt Phaselis

Zwei römische Badehäuser sind zu besichtigen. Beide Komplexe stammen aus dem 3. Jahrhundert und nutzten eine Hypokaustenheizung, die warme Luft zirkuliert und dabei Wärme an die Oberfläche abgegeben wird. Dieses Bad ist das kleinere:

Das kleine Bad in der antiken Stadt Phaselis
Das kleine Bad in der antiken Stadt Phaselis

Das Arenal, auf der hier ein „Small Bath“ angekündigt wird, würde wohl in München als Wohnfläche monatlich ein Vermögen kosten.

Reichlich anzuschauen gab es noch, aber ich hatte danach die Besichtigung abgebrochen, denn es waren mir zu viele rutschige Steine und ich hatte Angst, auf diesen zu stürzen. So verpasste ich auch den Besuch des Theaters, das architektonische Juwel der Anlage.

Dafür konnte ich zum Abschied noch viel Meer sehen, wie hier am Nordhafen:

Der Strand am Nordhafen in der antiken Stadt Phaselis
Der Strand am Nordhafen in der antiken Stadt Phaselis

Und noch mehr Meer am Zentralhafen:

Der Strand am Zentralhafen in der antiken Stadt Phaselis
Der Strand am Zentralhafen in der antiken Stadt Phaselis

Da das Baden an diesen Stränden aber auch nur sehr eingeschränkt aufgrund der Wetter-Bedingungen zu empfehlen war, lief ich zurück zum Bus wie viele andere Ausflügler auch, und wartete im Trockenen auf die noch aktiven Passagiere.

Tahtali-Berg

Die Weiterfahrt führte uns zur Seilbahnstation Olympos Teleferik, wo uns eine Panoramakabine zum 2 365 Meter hohen Gipfel des Berges Tahtali-Berg, auch bekannt als Lykischer Olympos und der weltweit höchste Berg von Meereshöhe aus, befördern sollte:

Die Seilbahn zum Tahtali-Berg
Die Seilbahn zum Tahtali-Berg

Ich hatte bereits einen der wenigen Sitze in einer der Kabinen eingenommen, war aber schnell wieder hinaus, denn dies war Wiesbaden für mich und nicht Mainz. Es waren mir zu viele Personen auf kleinstem Raum, das Fassungsvermögen einer kleinen Kabine beträgt bis zu 80 Personen. Weiterhin hatte es geregnet, es war Nebel und wegen des angekündigten Schnees auf dem Gipfel fehlte mir der Mut, mich oben im Match zu bewegen, ohne erneut einen Unfall zu verursachen.

So hatte ich mir lieber die Zeit für ein Acht-Euro-Weizenbier aus Deutschland genommen, denn ein lokales Bier gab es im Café nicht, warum auch immer. Dies war wahrscheinlich das am höchsten getrunkene Hafenbier und eines meiner teuersten während meiner Kreuzfahrten:

Zinnis Hafenbier in der Seilbahnstation Olympos Teleferik
Zinnis Hafenbier in der Seilbahnstation Olympos Teleferik

Egal, ich trinke Bier so gerne, weil ich Kalorien ein Zuhause geben möchte.

Anschließend wurde das Wetter besser und die Aussicht vom Gipfel aus hätte sich doch gelohnt. Aber auch von der Station aus war der Blick auf die Küste sehenswert:

Ausblick von der Seilbahnstation Olympos Teleferik auf die Küste von Antalya
Ausblick von der Seilbahnstation Olympos Teleferik auf die Küste von Antalya

Wobei das Wetter sich ständig änderte. Diese Aufnahme wurde nicht während der Abenddämmerung aufgenommen, sondern während die Mittagszeit:

Der Himmel über der Küste von Antalya
Der Himmel über der Küste von Antalya

Mein Hafenbier nach der Rückkehr in Antalya musste ich ausfallen lassen. Wir befanden uns in einem Industrie-Hafen-Viertel der Stadt und der angebotene Shuttle-Bus benötigte eine halbe Stunde, um das Zentrum zu erreichen. Dazu hatte ich überhaupt keine Lust.

Auf der Silver Moon

Folgend gönnte ich mir auf der Silver Moon im japanischen Restaurant Kaiseki Döner anstatt Sushi, Sapporo Bier als Ersatz für Efes Bier, kein Rake, dagegen Sake und kein „Koch verreist, Reis verkocht“, sondern schmackhaftes Sushi:

Sushi mit korrespondierenden Getränken auf der Silver Moon
Sushi mit korrespondierenden Getränken auf der Silver Moon

Ein „Zunahmi“ wurde bei dieser (bewusst von mir klein) bestellten Portion dadurch nicht ausgelöst. Darauf ein Kanpai, das japanische Wort für Prost.

Ich hatte es auch genossen, später anstatt ein Hafenbier in einer Spelunke zu trinken, dieses Szenario von Bord aus zu genießen:

Blick auf die Umgebung von Antalya
Blick auf die Umgebung von Antalya

Am Abend gab es Kaviar als Vorspeise:

Ein Kaviar-Gang auf der Silver Moon
Ein Kaviar-Gang auf der Silver Moon

Dazu musste ich natürlich standesgemäß einen Wodka trinken:

Wodka zu dem Kaviar-Gang auf der Silver Moon
Wodka zu dem Kaviar-Gang auf der Silver Moon

Die Kleiderordnung in den Restaurants auf der Silver Moon war fast immer moderat. Ich hatte aber nie verstanden, zu welcher Mode trotz des Namens geraten wurde.

An diesem Abend bedankte ich mich geistig während dieses Liedes im Rahmen der abendlichen Show im Theater bei ABBA, der Crew und allen, die mir mein schönes Leben ermöglicht haben:

Video von einer Show im Theater der Silver Moon, 13 Sekunden Laufzeit

Video von einer Show im Theater der Silver Moon, 13 Sekunden Laufzeit

Der nächste Tag war ein ereignisloser und erholender Seetag. Zum Mittagessen wurde ein Meeresfrüchte-Buffet angeboten:

Meeresfrüchte-Buffet auf der Silver Moon
Meeresfrüchte-Buffet auf der Silver Moon

Trotz der großen Auswahl hatte mir diese Portion als Vorspeise gereicht:

Meeresfrüchte auf der Silver Moon
Meeresfrüchte auf der Silver Moon

Am Nachmittag schaute ich mir die Bar Connoisseur’s Corner an. In dem luxuriösen und großzügig geschnittenen Bereich wird eine erlesene Kollektion von Cognac- und Whisky-Sorten angeboten:

Cognac- und Whisky-Sorten in der Bar Connoisseur’s Corner auf der Silver Moon
Cognac- und Whisky-Sorten in der Bar Connoisseur’s Corner auf der Silver Moon

Das wäre natürlich interessant für mich gewesen. Da gleichzeitig aber auch noch hochwertige Zigarren bereitgestellt werden zum dortigen Konsum, war ich als Nichtraucher nur dieses eine Mal, und das außerhalb der Öffnungszeiten:

Zigarren-Kollektion in der Bar Connoisseur’s Corner auf der Silver Moon
Zigarren-Kollektion in der Bar Connoisseur’s Corner auf der Silver Moon

Der restliche Tag verbrachte ich entspannt mit meinen bereits beschriebenen mittlerweile üblichen Ritualen.

Souda Bay, Insel Kreta, Griechenland, 8.12.2023
♫ Griechischer Wein ♫

Die Seifenfabrik FISIKA

Einen Tag später erreichten wir erneut die Insel Kreta. Wir legten in der Souda Bay an, der Hafen der Stadt Chania.

Der Hafen der Souda Bay auf Kreta
Der Hafen der Souda Bay auf Kreta

Kurz zuvor hatte es noch geregnet, nun hatte sich die Sonne sehen lassen. Dies konnte gerne so bleiben:

Der gespiegelte Zinni auf der Silver Moon in der Souda Bay auf Kreta
Der gespiegelte Zinni auf der Silver Moon in der Souda Bay auf Kreta

Ich hatte ursprünglich einen Ausflug in aller Frühe zu einem Kloster gebucht, wollte aber länger schlafen und wählte eine spätere Öl- und Weinprobe zusammen mit einem Besuch einer Seifenfabrik. Letztgenanntes hatte sich nicht spannend angehört, aber zumindest eine Degustation ist immer gut.

Obwohl im Vorprogramm anders ausgeschrieben, war die Reinigungsmittel-Manufaktur am Anfang der Tour, mir war es für Wein und Öl um 10:30 noch zu früh gewesen.

Das Gebäude der Firma FISIKA als „Fabrik“ zu bezeichnen fand ich übertrieben für diese kleine Anlage:

In der Seifenfabrik FISIKA auf Kreta
In der Seifenfabrik FISIKA auf Kreta

Es war trotzdem angenehm bei den Mädels, das Personal war freundlich und die Zeit ging relativ schnell vorbei:

Produkte in der Seifenfabrik FISIKA auf Kreta
Produkte in der Seifenfabrik FISIKA auf Kreta

Der Seifenfabrik-Besuch war einmal etwas anderes, leicht unterhaltsam und nicht langweilig. Aber auch nicht gerade aufregend, ich bin nun mal ein Mann.

Weinprobe im Weingut Anoskeli

Nun ging es zurück in die „Zinni-auf-Reisen-Welt“, mit der anvisierten Öl- und Weinverkostung im Weingut Anoskeli. Ein Jámas darauf und beim Anschauen des Bildes dabei trillern:

♫ Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde ♫

Zinni auf Weinprobe im Weingut Anoskeli auf Kreta
Zinni auf Weinprobe im Weingut Anoskeli auf Kreta

Dazu wurden passende einheimische Leckereien gereicht wie das hauseigene Olivenöl, Wurst, Käse, Brot, Oliven und Tomaten:

Einheimische Leckereien zu der Weinprobe im Weingut Anoskeli auf Kreta
Einheimische Leckereien zu der Weinprobe im Weingut Anoskeli auf Kreta

Ein anschließender Schnaps rundete die Kostproben ab. Ich muss aber zugeben, dass halb Zwölf noch nicht ganz die richtige Tageszeit für solche Hammergetränke war. Trotzdem war ich froh, auf die alten Steine verzichtet zu haben und diese Leckerbissen probiert zu haben.

Ungewöhnlich für den Besuch eines Weinguts gab es hier zunächst das Tasting und erst danach die Führung durch die Produktionsstätten:

Im Weingut Anoskeli auf Kreta
Im Weingut Anoskeli auf Kreta

Hier war jemand achtlos bei der Beschriftung des linken Weinbehälters:

Achtlos im Weingut Anoskeli auf Kreta
Achtlos im Weingut Anoskeli auf Kreta

Entschuldigung liebes Weingut, bitte nicht böse sein, ihr seid nicht unachtsam. Das Foto wurde von mir bearbeitet und ist ein Spaß.

Das nun gezeigte ist auch NICHT das Ergebnis eines Ausspeiens von mir nach meinen getrunkenen Rebensäften bei euch. Das ist einer der Prozesse, um Olivenöl herzustellen:

Olivenöl-Herstellung in der Domaine Skouras auf Kreta
Olivenöl-Herstellung in der Domaine Skouras auf Kreta

Die eingesetzten Rührgeräte waren perfekt, um jemanden ergriffen zum Weinen zu bringen.

+++ Eilmeldung +++

Nur kurz später waren wir nicht mehr gerührt, denn uns erreichte die schockierende Nachricht, dass in Griechenland Säcke voller Oliven umgefallen waren:

Umgefallene Oliven-Säcke im Weingut Anoskeli auf Kreta
Umgefallene Oliven-Säcke im Weingut Anoskeli auf Kreta

Wir hatten daraufhin einen solchen Schrecken bekommen, dass wir unmittelbar zur Souda Bay und der Silver Moon zurückgefahren waren.

Nach dem Abendessen wurde ein Schokoladen-Büfett in der Lounge aufgebaut, fast alle Passagiere stürmten dahin, nur der Gerald nicht:

Ein Schokoladen-Büfett auf der Silver Moon
Ein Schokoladen-Büfett auf der Silver Moon

Denn das Dargebotene war mir zum einen zu süß, ich brachte es aber auch einfach nicht über das Herz, ein Teil von einer Schildkröte zu essen:

Eine Schokoladen-Schildkröte auf der Silver Moon
Eine Schokoladen-Schildkröte auf der Silver Moon

Die gespielte Musik dazu wurde mir gewidmet, ein großes Dankeschön an Silversea dafür:

Video von einem Schokoladen-Büfett mit Zinni-Musik auf der Silver Moon, 13 Sekunden Laufzeit

Wobei mir fast alle Unterhalter auf Kreuzfahrten diesen Gefallen erweisen. Nur die Discjockeys auf einem Schiff der A-ROSA tun sich schwer damit. Warum weiß ich nicht und verstehe es auch nicht. Ausreden, warum ein Wunsch gerade nicht erfüllt werden kann, fallen diesen schnell ein, auch wenn diese nicht immer nachzuvollziehen sind.

Nafplio, Festland, Griechenland, 9.12.2023
♫ Jetzt trink’ ma noch a Flascherl Wein ♫

Die letzte Destination vor dem Rückflug ab Athen einen Tag später war in Nafplio, eine Hafenstadt am Argolischen Golf auf der Peloponnes mit etwa 14 000 Einwohnern. Der erste Blick von der Kabine aus sah vom Wetter her gut aus:

Sonnenaufgang in Nafplio
Sonnenaufgang in Nafplio

Bereits ein Jahr zuvor war ich schon einmal in der Stadt und hatte an einem Ausflug zu dem Theater von Epidauros teilgenommen, eines der besterhaltenen der Antike:

Das Theater von Epidauros
Das Theater von Epidauros

Bei meiner Buchung dieses Ausflugs auf der jetzigen Fahrt hatte ich daran nicht mehr gedacht, es später aber gemerkt. Noch einmal musste ich nicht hin, und das, was ich von der „Alten Welt“ auf dieser Reise gesehen hatte, reichte mir auch. Deshalb buchte ich lieber auf eine erneute Weinprobe um.

Nach einer kurzen Busfahrt von Nafplio nach Argos waren wir in der Domaine Skouras angekommen. Von außen her sah das Gebäude schon einmal schick aus mit seinem eleganten griechischen Stil:

Die Domaine Skouras in Argos
Die Domaine Skouras in Argos

Diese Firma wurde in Jahr 1986 gegründet. Im Inneren des Gebäudes befinden sich moderne Weinproduktion-Anlagen, die Abfüllungsmaschine hat eine Kapazität von 5 000 Flaschen pro Stunde:

In der Domaine Skouras in Argos
In der Domaine Skouras in Argos

Die Hightech-Systeme in der Kellerei wirkten auf mich innovativ und modern:

In der Domaine Skouras in Argos
In der Domaine Skouras in Argos

In den Weinkellern der Domaine lagern 1 000 Fässer bei einer konstanten Temperatur von 15 °C und 70 % Luftfeuchtigkeit:

Ein Weinkeller der Domaine Skouras in Argos
Ein Weinkeller der Domaine Skouras in Argos

Viele träumen von einer eigenen Insel, ich dagegen wünsche mir einen eigenen Weinberg:

Weinberge der Domaine Skouras in Argos
Weinberge der Domaine Skouras in Argos

Es darf aber auch eine Brauerei sein.

Wir durften die Produkte natürlich auch probieren, uns wurden fünf unterschiedliche Weinsorten serviert:

Zinni auf der Weinprobe der Domaine Skouras in Argos
Zinni auf der Weinprobe der Domaine Skouras in Argos

Dabei wurden wir erinnert, dass Weihnachten vor der Tür gestanden hatte:

Weihnachten stand vor der Tür in der Weinprobe der Domaine Skouras in Argos
Weihnachten stand vor der Tür in der Weinprobe der Domaine Skouras in Argos

Dieser entspannte Ausflug zum Abschluss der Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer mit der Silver Moon war genau das Richtige für mich, geboten wurde wenig für die antike Weiterbildung, aber vieles über aktuelle Getränkekunde.

Wir mussten, nachdem wir wieder den Hafen von Nafplio erreicht hatten, einen Tender zum Schiff nehmen. Dabei konnten wir das Wahrzeichen der Stadt sehen, die kleine Insel Bourtzi mit der darauf befindlichen Festung, von der die Insel auch ihren Namen erhielt:

Die Insel Bourtzi in der Hafeneinfahrt von Nafplio
Die Insel Bourtzi in der Hafeneinfahrt von Nafplio

Wieder auf der Silver Moon war mein touristisches Programm während dieser Fahrt damit beendet:

Die Silver Moon auf Reede vor Nafplio
Die Silver Moon auf Reede vor Nafplio

Bei meinen wenigen verbleibenden Ausblicken auf die Gegend, wie hier auf die Stadt Nafplio mit ihrer Burg, hatte ich keine große Lust, am nächsten Tag das Land zu verlassen und in Deutschland zu landen bei den dortigen 8 °C und Dauerregen:

Blick auf Nafplio
Blick auf Nafplio

Meine Wehmut wurde nicht weniger bei diesem Anblick auf meinen letzten Sonnenuntergang in Griechenland für eine längere Zeit:

Ein Sonnenuntergang in der Bucht von Nafplio
Ein Sonnenuntergang in der Bucht von Nafplio

Die Rückreise, 10.12.2023
♫ Akropolis Adieu ♫

Der Flug von Athen nach Frankfurt am Main

Dies war mein Zustand an diesem Abend und mein letztes mystisches Getränk auf der Silver Moon durch das östliche Mittelmeer. Gut gelaunt sieht anders aus, ich befürchte aber auch, dass ich einen Oscar mit dieser schauspielerischen Leistung nicht mehr in meinem Leben gewinnen werde:

Trauriger Abschied von der Silver Moon
Trauriger Abschied von der Silver Moon

Die Reisezeit am darauffolgenden Tag von der Abfahrt meines Taxis zum Flughafen von Athen bis zu meiner Ankunft des Fluges nach Frankfurt am Main hatte sich gezogen. Eine Postkutsche zu nehmen, wäre aber noch aufwendiger gewesen.

Denn wie so oft musste ich vor dem Frühstück bereits meine Kabine verlassen und war dadurch zu früh am Flughafen. Auch weil die Abreise an einem Sonntag war, ging dadurch die Fahrt zum Flughafen viel schneller als auf der Hinreise. Ich konnte trotz der frühen Ankunftszeit im Terminal bereits mein Gepäck für den Flug mit der Lufthansa abgeben und begab mich nach den Kontrollen in die Lounge. Dort war die Wartezeit bis zum Einsteigen auszuhalten.

An Bord angekommen, verabschiedete ich mich von Griechenland:

Kurz vor dem Start auf dem Flug von Athen nach Frankfurt am Main
Kurz vor dem Start auf dem Flug von Athen nach Frankfurt am Main

Nach dem Start konnte ich einen Blick auf das Hinterland von Athen werfen:

Kurz nach dem Start auf dem Flug von Athen nach Frankfurt am Main
Kurz nach dem Start auf dem Flug von Athen nach Frankfurt am Main

Schnell erreichten wir im Steigflug die Küste des Mittelmeers. Auf der oberen linken Seite ist noch der Flughafen zu sehen:

Die Küste von Griechenland auf dem Flug von Athen nach Frankfurt am Main
Die Küste von Griechenland auf dem Flug von Athen nach Frankfurt am Main

Nachdem wir über den Wolken angekommen waren, begann der Reiseflug:

Über den Wolken auf dem Flug von Athen nach Frankfurt am Main
Über den Wolken auf dem Flug von Athen nach Frankfurt am Main

Erstmalig für mich spendierte die Lufthansa eine halbe Stunde Internet für soziale Netze. Damit und mit Essen und Trinken gingen die drei Stunden Flugzeit schnell vorbei, bevor ich wieder meine winterliche Heimat erreicht hatte.

Das Fazit

Wir hatten auf der Fahrt von und nach Athen im östlichen Mittelmeer mit der Silver Moon 1.756 nautische Meilen zurückgelegt, jede davon hatte ich genossen. Ob es mit der geplanten Nahost-Route interessanter gewesen wäre, ist schwer zu beurteilen. Durch die längeren Fahrtzeiten hätten wir zumindest weniger Zeit bei den Landgängen gehabt. Vieles Neues hatte ich trotzdem gesehen, obwohl ich manche Destinationen bereits besucht hatte. Die Anzahl der Besuche von antiken Stätten lag im Rahmen, jedoch waren die Erläuterungen der lokalen Reiseleiter in den Museen manchmal zu ausgiebig und zähflüssig.

Auf der Silver Moon war es wie bei dem Veranstalter gewohnt hervorragend auszuhalten. Die Crew ist klasse, die Kabine war purer Luxus, die Shows boten Unterhaltung und die angebotenen Ausflüge waren abwechslungsreich. Lediglich mit der Küche an Bord hatte ich kleinere Probleme. Das Frühstück war stets das Gleiche und etwas lieblos angerichtet, und manche Restaurants waren mir zu speziell. Dafür wurde mein Wunsch, nichts mit Knoblauch zu servieren, immer entsprochen.

Und natürlich würde ich sofort wieder eine Reise mit dem Kreuzfahrtunternehmen antreten, später mehr dazu.

Zinni auf Reisen im Jahr 2023
♫ Yesterday ♫

Nachfolgend noch ein Überblick über das „Zinni-auf-Reisen-Jahr-2023“, oder auch „Meist-mit-Nicko-Vasco-Da-Gama-in-2023-unterwegs“ genannt.

Die Kurzfassung:

Die Bordkarten von meinen Kreuzfahrten im Jahr 2023
Die Bordkarten von meinen Kreuzfahrten im Jahr 2023

Die Langfassung:

Januar 2023: „♫ Waka Waka (This Time for Africa) ♫“

Im Januar war ich erstmals mit der VASCO DA GAMA unterwegs, es ging auf die Kapverden:

Die Fahrt war klasse. Auf den Kapverden hatte ich viel Interessantes und Neues gesehen und die Anwesenheit auf der VASCO DA GAMA war angenehm. Sogar so gut, dass ich umgehend weitere Touren mit diesem Schiff gebucht hatte.

Februar 2023: „♫ Es fährt ein Zug nach nirgendwo ♫“

Obwohl ich geplant hatte, nach Beginn meines Ruhestandes jeden Monat zu verreisen, war mir dies im Februar nicht gelungen. Es gibt Schlimmeres und der Trend hielt nicht lange.

März 2023: „♫ O sole mio ♫“

Denn bereits im März gab es VASCO DA GAMA, die Zweite, diesmal war ich im Mittelmeer auf Tour:

Trotz einer nervigen Rückreise war die Fahrt mit der VASCO DA GAMA abermals genial.

April 2023: „♫ Quando, Quando, Quando ♫“

Hattrick: Ein weiteres Mal war ich im April mit der VASCO DA GAMA im Mittelmeer, dieses Mal im Osten des Gewässers, mit dem Schwerpunkt auf die Türkei und Griechenland:

Es war wie immer eine Freude, an Bord einer Kreuzfahrt mit der VASCO DA GAMA gewesen zu sein. Obwohl die Höhepunkte an Land spärlich gewesen waren, ich hatte mir bei den Landgängen mehr versprochen.

Mai 2023: „♫ All you need is love ♫“

Erstmalig im Mai ging ich der VASCO DA GAMA fremd im Jahr 2023 und war ab London an Bord der Silver Wind der Reederei Silversea, um einmal Großbritannien zu umrunden:

Diese Kreuzfahrt war ein Traum. Ich hatte eindrucksvolle Erlebnisse, fantastische Menschen kennengelernt, fabelhafte Tiere gesehen und unbeschreibliche Orte besichtigt. In einige angelaufene Ziele in Großbritannien hatte ich mich spontan verliebt.

Juni 2023: „♫ Sag mir nie wieder t′aime ♫“

Ein Zwischenfall einige Tage nach dieser Reise, bei dem ich mir einen Sprunggelenk-Bruch zugezogen hatte, verhinderte eine Reise im Juni, Another One Bites the Dust. Dadurch musste ich eine gebuchte Fluss-Kreuzfahrt ab und nach Bordeaux leider absagen. Es hätte wenig Sinn ergeben, sich da durchzuquälen. Am liebsten hätte ich mich wie bei der Vogelart Kalifornischer Ziegenmelker üblich in den Sommerschlaf begeben, um wieder gesund im Winter aufzuwachen.

Juli 2023: „♫ Ja, wir lieben dieses Land ♫“

Ja, wir lieben dieses Land. Das ist der Name der Nationalhymne von Norwegen, auf Deutsch übersetzt. Ich mag Norwegen und war schon öfter vor Ort. Als eine Route dorthin erneut mit der VASCO DA GAMA angeboten wurde, bei der für mich drei neue Anlaufhäfen angefahren wurden, konnte ich nicht widerstehen und buchte, noch vor meinem Sturz, diese Kreuzfahrt. Ich freute mich auch auf ein Wiedersehen mit der Crew:

Die Nordsee-Route der VASCO DA GAMA
Die Nordsee-Route der VASCO DA GAMA

Einen Reisebericht darüber hatte ich nicht geschrieben, dafür waren meine Aktivitäten durch meine Behinderung zu eingeschränkt. Deshalb hier in Kurzform, wie es mir auf dieser Fahrt gefallen hatte.

Die Kabine war wie immer mehr als ausreichend:

Die Kabine 9194 auf der VASCO DA GAMA
Die Kabine 9194 auf der VASCO DA GAMA

Auf dem Balkon zu liegen, war durch meine Knochen äußerst entspannend:

Auf dem Balkon von Kabine 9194 auf der VASCO DA GAMA
Auf dem Balkon von Kabine 9194 auf der VASCO DA GAMA

Ich konnte mich über Aussichten wie diese erfreuen:

Aussicht vom Balkon von Kabine 9194 auf der VASCO DA GAMA
Aussicht vom Balkon von Kabine 9194 auf der VASCO DA GAMA
Aussicht mit Wasser-Spiegelung auf einen Fjord in Norwegen
Aussicht mit Wasser-Spiegelung auf einen Fjord in Norwegen

Auch auf dem Land konnte ich, wenn auch nur äußerst eingeschränkt, mich teilweise aufhalten. Aber selbst zu diesem Wasserfall, der Skjervefossen, der unter normalen Umständen einfach zu erreichen ist, war selbst der Trampelpfad zu einem Aussichtspunkt für mich ein Abenteuer. Näher zu diesem zu gehen, als die Position auf dem Bild, traute ich mich nicht zu gehen:

Der Skjervefossen in Norwegen
Der Skjervefossen in Norwegen

Für mein gewohntes Hafenbier reichte die eingeschränkte Bewegungsfreiheit aber meistens aus:

Zinnis Hafenbier in Norwegen
Zinnis Hafenbier in Norwegen

Allerdings hatte ich nicht den Mut, in manchen Häfen, wie in Bergen, durch das schlechte Wetter und den Regen, das Schiff zu verlassen. Noch einmal wegen einer Wasserglätte stürzen, wie bereits im Jahr 2023 erlebt, wollte ich unter allen Umständen vermeiden:

Bergen bei Regen
Bergen bei Regen

Auf der VASCO DA GAMA musste ich dadurch natürlich nicht verdursten:

Freibier auf der VASCO DA GAMA
Freibier auf der VASCO DA GAMA

Das war mir, trotz meiner Krücken, immer gelungen:

Zinni mit Bier und Krücken auf der VASCO DA GAMA
Zinni mit Bier und Krücken auf der VASCO DA GAMA

Im Salon zu sitzen und die Sonnenuntergänge zu bestaunen, war ebenfalls möglich bei mir:

Sonnenuntergang genießen auf der VASCO DA GAMA
Sonnenuntergang genießen auf der VASCO DA GAMA
Sonnenuntergang genießen auf der VASCO DA GAMA
Sonnenuntergang genießen auf der VASCO DA GAMA

Am Abend war im Nachtclub die gewohnte gute Stimmung:

Nachtleben im The Dome auf der VASCO DA GAMA
Nachtleben im The Dome auf der VASCO DA GAMA

und es gab ein schönes Wiedersehen mit der Band:

Die Band im The Dome auf der VASCO DA GAMA
Die Band im The Dome auf der VASCO DA GAMA

Es war besser als zu Hause zu sein, aber ein großes Abenteuer war es natürlich auch nicht. Aber mehr war mit meinen mürben Knochen und den Krücken nicht möglich. Wenn ich auf dieser Kreuzfahrt ein Gemüse gewesen wäre, dann konnte dies nur Kompost sein. Gottlob hatte ich eine Reisebegleitung bei mir, die mir bei meinen vielen Einschränkungen geholfen hatte.

Die VASCO DA GAMA in Kristiansand
Die VASCO DA GAMA in Kristiansand

August 2023: „♫ Warum ist es am Rhein so schön? ♫“

Im August war ich das erste Mal im Jahr 2023 auf einer Flusskreuzfahrt. Als ich eine Kreuzfahrt auf dem Rhein und dem Main von Basel nach Nürnberg mit dem Schiff AmaCerto der Reederei AmaWaterways sah, war ich schnell überzeugt, diese so bald wie möglich buchen zu müssen. Es waren für mich die neuen Anlaufhäfen Kitzingen und Volkach dabei, sowie einige Städte, die ich bislang nur einmal besucht hatte, wie Basel und Bamberg:

Auf der AmaCerto war es besser als erwartet, obwohl ich auf Schiffen der AmaWaterways-Flotte bereits unterwegs war. Es passte fast alles, eine nette Crew, ein schmackhaftes Essen, ein klasse Entertainment-Programm, die überzeugende Cruise-Manager Marcia und eine komfortable Kabine, in der ich stets wunderbar geschlafen hatte.

September 2023: „♫ Ice Ice Baby ♫“

Nachdem ich eine Expeditions-Kreuzfahrt mit der HANSEATIC inspiration von Grönland nach Kanada erblickt hatte, wurde diese gebucht. Grönland ist eines meiner Lieblingsländer, vor dieser Reise war ich 14 Mal auf der Insel. Auch Kanada mag ich, und auf der geplanten Route waren einige neue Ziele dabei, besonders in Kanada:

Obwohl manche Aktivitäten wegen meines Gesundheitszustands nur eingeschränkt umsetzbar waren und ich auf einiges mit schwerem Herzen verzichten musste, war die Fahrt ein Traum. Ich hatte zahlreiches Neues gesehen und herrliche Erlebnisse auf der Reise genossen.

Oktober 2023: „♫ 7 Fässer Wein ♫“

Eine Fahrt mit der AmaDolce durch die Umgebung von Bordeaux in Frankreich hatte ich bereits für den Juni 2023 gebucht. Diese, vom Veranstalter „Taste of Bordeaux“ genannt, musste ich bekannterweise krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Diese holte ich im Oktober nach:

Ich fand zahlreiche Aktivitäten während der acht Tage perfekt, diese Kreuzfahrt war vollauf gelungen. Die Ausflüge waren spitze, die Service-Leistungen waren wie gewohnt klasse, die Kabine war mehr als ausreichend von der Größe her und so leise, dass ich immer sanft geschlafen hatte. Das Essen schmeckte, wenn es denn knoblauchfrei war. Nicht nur die 5 Weinproben und 4 Hafenbier-Lokationen sorgten an Land für eine nicht aufkommende Langeweile.

November 2023: „♫ Sag‘ mir, wo die Blumen sind ♫“

Wer nicht weiß, was ich im November unternommen habe, bekommt von mir unmittelbar die Rote Karte, da wohl mein Bericht weiter oben nicht gelesen wurde und nur nach ♫ Sex, Drugs, Alcohol ♫ gesucht und hiermit gefunden wurde.

Dezember 2023: „♫ Let It Snow! Let It Snow! Let It Snow! ♫“

Am Ende des Jahres war ich am Eis-Angeln, dabei rieselte der Schnee. Da dieser Ort zu dieser Zeit oft im Radio gehört wird, so sieht der Still-und-starr-liegt-der-See aus. Wenn nicht bekannt, dieser liegt beim Glänzender-Wald, irgendwo in der Nähe des Nordpols:

Der Still-und-starr-liegt-der-See beim Glänzenderwald
Der Still-und-starr-liegt-der-See beim Glänzenderwald

Das letzte Unternommene stimmt natürlich nicht. Um zu einem vernünftigen Ende zu kommen, folgend zwei Kommentare von Mitarbeitern im Jahr 2023, die mir am besten zugesagt hatten und wo ich fühlte, dass ich mit Menschen und nicht mit Maschinen in Begegnung war:

Schön, dass du mitgefahren warst!

Ich war mit AmaWaterways in Ludwigshafen angelandet und machte mich zu Fuß auf, mir das Zentrum anzuschauen. Das Arenal an der Quai war weitläufig, so fragte ich den lokalen Fahrer eines Busses, der auf seine Passagiere wartete, wie ich zu Fuß am einfachsten in die Innenstadt komme. Er war verwundert darüber, und fragte mich, was ich da wollte. Es gäbe in der Stadt nichts zu sehen, von einem Besuch hatte er mir abgeraten.

Als ich erfahren hatte, dass er im Auftrag von AmaWaterways zum Schloss von Mannheim fährt, entschied ich mich, diesen Ausflug anzuschließen. Dem Fahrer war die Freude darüber anzusehen. Am Ende der Fahrt sagte er zu mir den erwähnten Kommentar, das war nett zu hören. Zwei neue Freunde hatten sich gefunden.

Wir haben auf sie gewartet, Mister Gerald!

Das war von mir ein gerne gehörter Spruch, wenn ich die Poolbar auf der VASCO DA GAMA betreten hatte. An den Gesichtern hatte ich gesehen, dass die Crew ihre Freunde hatte, wenn ich in der Lokation eingetroffen war. Eine Bedienung stellte mich einer anderen mit „This is the most important VIP on board.“ vor, auf das ich sehr stolz gewesen war. Auf der VASCO DA GAMA wurde ich (zumindest fast immer) als Kunde ernst genommen, was sonst nicht konstant auf Kreuzfahrten passiert.

Zinni auf Reisen im Jahr 2024
♫ Rocket Man ♫“

Mit der Kreuzfahrt im Mittelmeer mit der Silver Moon ging ein bewegtes Reisejahr zu Ende, das natürlich geprägt von meinem Unfall war. Ich hoffe, dass mir so etwas im Jahr 2024 nicht mehr passiert. Zum Astronauten im neuen Jahr wird es jedoch nicht reichen.

Obwohl im Dezember 2023 das neue Kalenderjahr noch nicht begonnen hatte, fing die Planung dafür turbulent an. Ich war auf einer Kreuzfahrt gebucht ab Ende Januar ab Amsterdam bis zum Nordkap und zurück mit der MS Maud, ein Schiff der Hurtigruten-Expeditionsflotte. Ich vermutete, dass es dabei knackig kalt werden sollte, hoffte aber, einige Nordlichter und andere Naturspektakel zu sehen. Aber kurz vor Weihnachten wurde das Schiff während eines Nordseesturms beschädigt, daraufhin wurde die Fahrt abgesagt.

Als Ersatz bin ich nun wiederum auf einem Schiff der Silversea-Flotte Mitte Januar unterwegs in Arabien, von der Temperatur her wohl nicht mit Nord-Norwegen vergleichbar.

Meine zweite geplante Kreuzfahrt ist die während der Fahrt gebuchte Route rund um Großbritannien im April. Ich hoffe aber, dass noch einige Reisen mehr dazu kommen. Bis dahin muss ich im trüben und grauen Hochheim am Main überwintern, mit Eisbaden im Main, Schneefestungen bauen, eine Pyjamaparty organisieren und endlich wieder einmal in eine Rollerdisco gehen.

Ich bedanke mich für das Interesse an meinen Reiseberichten und hoffe, dass ich an dieser Stelle noch über viele schöne Erlebnisse berichten kann. Eine Vielzahl an wundervollen Momenten wünsche ich allen meinen Lesern im neuen Jahr ohne einen Ausrutscher, wie er mir im Jahr 2023 passiert war.

Ein Prost darauf mit einem Hafenbier von einem zerbrechlich gewordenen Mann, der Witze über alte Männer nicht mehr hören kann. Denn es muss lauter gesprochen werden, damit er diese überhaupt verstehen kann:

Zinni und sein Hafenbier
Zinni und sein Hafenbier

Auf die Gesundheit von uns allen! Auch auf meinen Körper, denn mit diesem feiere ich zusammen im Jahr 2024 hoffentlich die Eiserne Hochzeit.

Darauf ein Rentner-Gruß von Zinni-auf-Reisen.

4 Replies to “Reisebericht: Vergangenheit und Gegenwart, mit der Silver Moon zu mystischen Orten im östlichen Mittelmeer”

  1. Moin Gerald,
    wieder ein schöner Bericht, der zeigt, dass auch Zweit- oder Drittanläufe von Häfen ganz nett sein können, auch wenn – zugegebenermaßen – das Spektakuläre etwas fehlt. Nach Nafplion ging übrigens meine erste größere Reise nach vorher nur DACH-Ländern in 1975 (Klassenfahrt in der 11. Klasse). Da hat sich nicht viel verändert!.
    In die türkische Roaming-Falle mit der gleichen absurden Warning-Reihenfolge bin ich leider auch schon getappt.
    Ich wollte die MS Maud für Anfang Februar buchen, aber die lassen aktuell bis Ende März gar keine Buchungen mehr zu, ich schaue noch nach Alternativen….
    Dir wünsche ich jetzt erst mal
    رحلة بحرية مثيرة ومليئة بالأحداث في الجزيرة العربية
    rihlat bahriat muthirat wamaliyat bial’ahdath fi aljazirat alearabia
    LG Frank

    1. Guten Morgen Frank,

      danke für den Kommentar und schön. dass der Bericht dir gefallen hat. Die Höhepunkte waren auf der ursprünglich gebuchten Route, die ja ausgefallen sind.

      Ich befüchte, die MS Maud ist auf längere Zeit nicht mehr buchbar. Die gebuchten auf den gestrichenen Routen müssen ja, wenn noch Interesse, umgebucht werden.

      Ich habe kein Glück für den Januar. Nachdem ja meine MS Maud Fahrt gestrichen wurde, war gestern die Stornierung für meine Arabien-Fahrt gekommen. Das Schiff fährt in dieser Zeit nun von Jordanien nach Dubai ohne Passagiere. Weder Norwegen noch Arabien hat sein sollen. Schade, am Samstag wäre ich geflogen.

      Liebe Grüße
      Gerald

  2. … das ist aber nun wirklich ärgerlich! Ich bin eh mal gespannt, wie die ganzen Schiffe aus Arabien und Asien im Frühjahr nach Europa zurückgebracht werden sollen, wenn die Lage am Bab al-Mandab mit den Huthi-Rebellen andauert…Ich hoffe, Du findest zeitnah noch eine „Trost“-Kreuzfahrt…..
    Gruß Frank

    1. Guten Morgen Frank,

      ich vermute, entweder mit militärischer Begleitung oder den Umweg um Afrika herum. Wie sie die Silver Moon dort herausbringen wissen die wahrscheinlich selbst noch nicht. Das Schiff wird für weitere Fahrten in Asien gebraucht, direkt ist es zu gefährlich und der Umweg zu lange.

      Eine Kreuzfahrt zum Trost war schnell gefunden, eine Fahrt die Küste von Südafrika und Namibia entlang. Aber die verfügbaren Flüge passten nicht, und das alles in drei Tagen zu organisieren, war mir dann doch zu viel. Nun fahre ich im Januar 5 Tage den Main und Rhein entlang und im Februar eine Woche lang die Donau. Plittersdorf und Vilshofen anstatt Oman und Saudi-Arabien. Es gibt Schlimmeres.

      Liebe Grüße
      Gerald

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