Le savoir-vivre: Mit der MS Amadeus Provence von Lyon nach Arles

Ein Besuch von Chalon-sur-Saône, Mâcon, Vienne, Tournon, Uzes und Avignon.

Lukullische Schatzhöhlen in Lyon

Der November 2018 war ein ungewöhnlicher Monat für mich. Gleich dreimal fast hintereinander ging es in die Fremde. War der erste Teil noch beruflich und kurz, waren die anderen beiden pures Vergnügen und länger. Solche Monate könnte es mehr im Jahr geben, aber ohne Arbeit kein Geld, und ohne Geld kein Urlaub.

Der Auftakt war ein Kongress im KTC Königstein, ein angenehmes Tageshotel. Ich hatte ein riesiges Zimmer mit Büro bekommen, ein großes Danke an die Rezeption. Über das Tagesprogramm berichten würde an dieser Stelle nicht viel bringen. Außer das ich hörte, dass ein Kollege eigenes Bier braut, und natürlich auch trinkt, ein ‚Prost‘ darauf.

Am Abend spielten alle anderen Teilnehmer erst einmal Indianer (als Bogenschießer), dafür war es mir Weichei viel zu kalt. Ich blieb lieber an der Bar, und konnte nicht widerstehen, die angebotene Gin-Probe zu bestellen. Sechs verschiedene Sorten, darunter auch der vielschichtige ‚Monkey 47‘, konnte ich genießen:

Gin-Probe im KTC Königstein
Gin-Probe im KTC Königstein

Nachdem nach und nach meine frierenden Kollegen zurück zu mir ins Warme gekommen waren, wurde es ein langer Abend. Ich bitte um Verständnis: Keine Details. Das war natürlich nur ein Geplänkel gegenüber dem, was danach folgte.

Nachdem ich im letzten Jahr mit Amadeus Fluss-Kreuzfahrten sehr gute Erfahrungen sammeln konnte:

Weihnachtliches Bayern & Österreich: Mit der MS Amadeus Elegant von Nürnberg nach Wien

und länger nicht mehr in der Provence war, buchte ich eine Kreuzfahrt mit der MS Amadeus Provence von Lyon nach Arles. Fast an jedem Tag war etwas spezielles Kulinarisches im Programm. Nicht nur Kirchen und Schlösser standen auf der Liste der besuchten Destination. Das überzeugte mich, und wurde gebucht.

Das Schiff lag einen ganzen Tag in Lyon, das sollte für die Stadt reichen dachte ich mir. Kurzfristig flog ich dann doch einen Tag vor der Kreuzfahrt dorthin (ich hatte frei, und verlor dadurch keinen Urlaubstag). Ich besaß noch ein paar wenige Meilen, die aber nicht für ein Sofitel & Co reichten. Ich wählte bescheiden das ‚Comfort Suite River Gauche‘, das fast direkt an der Anlegestelle des Schiffes lag.

Nach einem angenehmen und einsamen Flug mit der Lufthansa (das vordere Kompartment war mir alleine), und schöner Sicht auf die Berge:

Anflug auf Lyon
Anflug auf Lyon
Anflug auf Lyon
Anflug auf Lyon

war ich mir beim Betreten des Terminals wie in einer Geisterstadt vorgekommen. Viele Ab- und Anflüge waren an den Tafeln zu sehen, aber ich lief mutterseelenallein durch lange Korridore. Wir landeten anscheinend nicht in der Stoßzeit… Ich nahm ein Taxi zum Hotel, und sprach mit dem Fahrer aus Niger / Afrika hochinteressante Dinge über die Stadt, trotz Sprachbarrieren.

Es war schon später Nachmittag, und außer planloses schlendern um etwas zu essen und trinken zu suchen unternahm ich nicht mehr viel. Zuerst wunderte ich mich in den Bouchons (kleine typische Gasthäuser der Stadt) über Zwiebelsuppen-Preise bis zu fast zwanzig Euro, aber zumindest meine war für etwas weniger ihr Geld wert:

Zwiebelsuppe in Lyon
Zwiebelsuppe in Lyon

Am nächsten Tag hatte ich kein Programm, ignorierte mehr oder weniger die Cathédrale St Jean Baptiste:

Cathédrale St Jean Baptiste in Lyon
Cathédrale St Jean Baptiste in Lyon

und scheute nicht den etwas beschwerlichen Aufstieg zu Fuß zur Wallfahrtskirche Notre-Dame de Fourvière auf dem gleichnamigen Hügel:

Notre-Dame de Fourvière / Lyon
Notre-Dame de Fourvière / Lyon

Ich genoss den fantastischen Ausblick auf die Dächer der Stadt:

Blick auf Lyon
Blick auf Lyon

Nach einer ‚Tour de miroir‘ (ich hoffe der Ausdruck ist korrekt):

Spiegelungen auf der Rhône / Lyon
Spiegelungen auf der Rhône / Lyon
Spiegelungen auf der Rhône / Lyon
Spiegelungen auf der Rhône / Lyon
Spiegelungen auf der Rhône / Lyon
Spiegelungen auf der Rhône / Lyon
Spiegelungen auf der Rhône / Lyon
Spiegelungen auf der Rhône / Lyon

sagte ich den Schwänen der Rhône ‚Bonjour!‘:

Schwäne auf der Rhône / Lyon
Schwäne auf der Rhône / Lyon
Ein eleganter Schwan in Lyon
Ein eleganter Schwan in Lyon

Ich wollte nicht früher als zur Einschiffungszeit an Bord sein, aber es fing so heftig an zu schütten, dass es keinen Sinn gab weiter durch die Gegend zu laufen. Ich durfte vorzeitig auf das Schiff:

Die MS Amadeus Provence
Die MS Amadeus Provence

und es gab gleich ein schönes Wiedersehen. Mich begrüßte die gleiche Reiseleitung wie bei meiner ersten Reise mit der Gesellschaft, eine sehr nette und fachkompetente Dame. Ich hatte den Eindruck, dass ich wieder sehr willkommen an Bord war. Als ich an der Bar saß, wurde ein Mittagessen-Büffet aufgebaut, ungewöhnlich vor einer Kreuzfahrt. Die Besatzung motivierte mich, davon zu nehmen. Später war herausgekommen, dass dies nicht für mich, sondern nur für die große Gruppe gedacht war, tragisch nahm das aber niemand.

Guten Nachrichten waren von der Reiseleitung gekommen. Die meisten Passagiere waren in der Gruppe vom Mittagessen, die ihre eigenen Ausflüge veranstaltete. Für die restlichen fünfzehn Passagiere gab es pro Exkursion einen großen Ausflugsbus. Das gefiel mir, unangenehme Sitznachbarn, Wartezeiten beim Ein- und Ausstieg und Gedrängel fiel dadurch schon einmal weg. Da die meisten angebotenen Destinationen nur umständlich auf eigene Faust zu erreichen waren, nahm ich mir Mut, und buchte fünf Touren, was ich ansonst nicht mache. Nur die Stadtrundgänge ersparte ich mir.

Nach dem Abendessen zog es mich noch einmal nach draußen, und das wurde der Knaller. An der Rhône liegen ein paar Party-Boote mit Nachtclubs. Ich landete in einem mit Schallplatten-DJ, wo alle Gäste und das Personal meine Enkelkinder hätten sein können. Das störte niemanden, ich fühlte mich in meine Jugend zurückversetzt, und war wohlauf zufrieden (bis auf die Kopfschmerzen am nächsten Morgen).

Den ersten Ausflug hätte ich auch auf eigene Faust machen können, fand aber den Besuch der berühmten ‚Gourmet-Halle Les Halles de Lyon Paul Bocuse‘ durch die angebotene Verkostung der Produkte der Stadt geselliger als alleine einen Rotwein zu schlürfen.

Nach dem Einstieg in den Bus weiß ich, wie VfL Wolfsburg Fans sich bei Auswärtsfahrten fühlen. Bei allen Fahrten waren wir nur zehn bis zwölf Passagiere, was sehr angenehm war. In dem Fall war es allerdings vernachlässigbar, durch das Einbahnstraßen-System wäre Laufen schneller gewesen. Ich war zurück trotz Foto-Stopps zu Fuß früher am Schiff als meine Mitreisenden.

Von außen sehen die moderne Zweckbau-Hallen eher unscheinbar, sachlich und schlicht als ehrwürdig aus:

Die Hallen von Lyon
Die Hallen von Lyon

Aber von innen sah ich schnell, dass sie seit 1970 ein Schlaraffenland für Gourmets sind. Es werden Leckereien aller Art angeboten: Weine und Champagner, Käse und Wurst, Pasteten und Hummer. Verlaufen kann man sich nicht, obwohl das eine japanische Mitreisende bei uns geschafft hatte.

In den Hallen von Lyon
In den Hallen von Lyon
In den Hallen von Lyon
In den Hallen von Lyon

Aber auch Kontraste. Wagyu-Rind wurde für 250 Euro das Kilo angeboten:

In den Hallen von Lyon
In den Hallen von Lyon

Schweineschinken für 350 Euro:

In den Hallen von Lyon
In den Hallen von Lyon

und Schweinefüße für vier Euro, da sollte für jeden etwas dabei sein:

In den Hallen von Lyon
In den Hallen von Lyon

Für uns gab es Kostproben, und die deutschsprachige Übersetzung dieser fand ich etwas unglücklich, und eher untertrieben gewählt: ‚Gekochtes Fleisch‘ (die Wurst links), Käse in der Mitte und ‚Gebäck‘ (die kleinen Törtchen rechts):

Kostproben in den Hallen von Lyon
Kostproben in den Hallen von Lyon

Undokumentierte Weinproben gab es natürlich auch… Vor den Hallen thront der Meister selbst, und blickt auf einen nieder. Der wichtigste Wegbereiter der Nouvelle Cuisine starb mit 92 Jahren, und gilt als einer der besten Köche des 20. Jahrhunderts:

Wandmalerei mit Paul Bocuse vor den Hallen von Lyon
Wandmalerei mit Paul Bocuse vor den Hallen von Lyon

Meine unbegründeten Befürchtungen, dass zwei Nächte zu lang für Lyon waren, hätte ich mir ersparen können. Obwohl es nicht mein erster Besuch dort war, hatte ich viel Neues und Schönes erlebt. Auch gerne wieder. Ich freute mich aber auch auf den Beginn der Kreuzfahrt zum Burgund.

Gebiete des Käses und des Weins – Chalon-sur-Saône und das Burgund

Ein ehemaliges Hospiz zu besichtigen liest sich nicht gerade spannend an, und ein freier Landgang in der Stadt Beaune wurde bei der Ausschreibung verschwiegen. Letztendlich gab die anschließende Weinprobe den Ausschlag, dass ich den Ausflug trotzdem buchte. Und vorweg: Es wurde ein Highlight. Das in 1443 gegründete Hôtel-Dieu (Hostel of God) wurde bis 1971 als Hospital genutzt. Heute dient ein Teil als Altersheim, der Rest kann besichtigt werden.

Die Gebäude stellen typische Bauwerke der flämischen Gotik dar. Das an Tagen wie diesen Mangel an Weitwinkel-Objektiven bei mir herrschte (ich besitze keines), hier das ‚Hospices de Beaune‘ von der rechten:

Hospices de Beaune
Hospices de Beaune

und der linken Seite:

Hospices de Beaune
Hospices de Beaune

Durch zahlreiche Stiftungen, Schenkungen und Vermächtnisse nahm die Pracht des Gebäudekomplexes nach der Eröffnung immer weiter zu, man sprach von einem ‚Palast für die Armen‘. Trotzdem gab es eine strenge Einstufung, der Adel schlief in der Business-Klasse:

Hospices de Beaune
Hospices de Beaune

und der Mob in der Economy:

Hospices de Beaune
Hospices de Beaune

Nur das Personal sah überall gleich aus, da stand wohl nur eine hübsche Frau Modell für alle:

Hospices de Beaune
Hospices de Beaune

Es ist selten, dass ich freiwillig in ein Krankenhaus gehe (bevorzugt nur zur Geburten), aber hier machte der Besuch Spaß. Danach hatten wir Freizeit, um die hübsche Stadt Beaune anzuschauen. Auch hier war Markt. Nicht ganz so schick und nobel als in Lyon, aber die Produkte waren auch ansehnlich, und erzeugten Appetit:

Auf dem Markt von Beaune
Auf dem Markt von Beaune
Auf dem Markt von Beaune
Auf dem Markt von Beaune

Die Aussage ’nichts los‘ wäre Fakenews:

Auf dem Markt von Beaune
Auf dem Markt von Beaune

Die Blicke darauf sahen gut aus, löschten aber nicht meinen Durst, und stillten nicht den Hunger. Das erste wurde durch eine Weinprobe geändert, das gehört zu jedem Burgund-Besuch dazu. Organisiert profihaft vom ‚Le Cellier de la Cabiote‘ mitten in der Stadt. Wir lernten etwas von der Weingewinnung kennen, viel wichtiger war aber die angebotenen Weiß- und Rotweinproben sowie als Abschied den ‚Creme de Cassis‘. Besoffen wurde dadurch niemand, das war auch nicht geplant:

Weinprobe in Beaune
Weinprobe in Beaune

Ein schöner Vormittag war vorbei, aber noch lange nicht ein Ende der Besichtigungen. Ich hatte noch etwas Zeit, um durch die Stadt Chalon-sur-Saône zu schlendern. Nur das Wetter spielte nicht mit, es war eitler Sonnenschein. So gaben die aufgehängten Regenschirme doch gar keinen Sinn:

Regenschirme in Chalon-sur-Saône
Regenschirme in Chalon-sur-Saône

Wie in jeder Stadt in Frankreich dominiert die Kirche das Stadtbild, hier die Cathédrale Saint Vincent:

Cathédrale Saint Vincent - Chalon-sur-Saône
Cathédrale Saint Vincent – Chalon-sur-Saône

Nach dem Mittagessen ging es zum Ausflug ‚Mittelalterliches Brancion & Schloss Cormatin‘. Unser erster Halt war bei einer Zucht von Charolais Rindern. Den Züchtern geht es nach der Aussage der örtlichen Reiseleitung überhaupt nicht gut. Die Erträge sinken, und viele haben zu kämpfen damit sie überhaupt etwas verdienen:

Charolais Rind im Burgund
Charolais Rind im Burgund
Charolais Rinder im Burgund
Charolais Rinder im Burgund

Von der Pracht des Schlosses Cormatin können die meisten Züchter wahrscheinlich nur träumen, ein ‚Manifest des französischen Geschmacks‘. Das im 17. Jahrhundert errichtetes Schloss demonstriert die Nüchternheit und Strenge des ländlichen französischen Baustils, fast ohne jeglichen Fassadenschmuck:

Schloss Cormatin
Schloss Cormatin
Schloss Cormatin
Schloss Cormatin
Schloss Cormatin
Schloss Cormatin

Die Innenräume konnten im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Hier das tolle Gemälde ‚Ronde antique‘ auf der linken Seite. Ich wäre gerne beim Erstellen wegen dem Anschauen der Modelle dabei gewesen:

Das Gemälde 'Ronde antique' im Schloss Cormatin
Das Gemälde ‚Ronde antique‘ im Schloss Cormatin

Nach Jagdszenen wie diesen:

La chambre du marquis im Schloss Cormatin
La chambre du marquis im Schloss Cormatin

wurde natürlich damals auch ohne Hallen schon üppig gegessen und getrunken:

Die Küche vom Schloss Cormatin
Die Küche vom Schloss Cormatin

Nur vom Schlafzimmer war ich enttäuscht, da ist ja jedes Ibis Hotel besser:

Schloss Cormatin
Schloss Cormatin

Ein Suchbild zum Abschied des unterhaltsamen Tages: Wer findet den (absichtlich gemachten) Fehler bei dieser Aufnahme?

Schloss Cormatin
Schloss Cormatin

Innere Einkehr an der Saône

Den Vormittag machte ich auf ruhig. Ausgeschrieben war eine Tour zum Weingut Hameau Duboeuf. Da sage ich normal nie nein, aber ein regionaler Weinanbau mit ‚audiovisuelle Vorführungen‘ und ‚3D-Filme in einem dynamischen Kino‘ brauche ich nicht.

Da schlenderte ich lieber durch die Stadt Mâcon, die mit seinen dreieinhalbtausend Einwohnern etwa sechzig Kilometer nördlich von Lyon an der Saône liegt. Die Sehenswürdigkeiten begrenzten sich auf paar Gebäude. Das war es mir recht, nach den zwei Ausflügen vom Vortag in Ruhe den Vormittag zu genießen ohne einen Plan war angenehm.

Doch der Schock war groß, als ich mit dünner Jacke das Schiff verlies, und dieses Hinweisschild sah:

Winter in Mâcon
Winter in Mâcon

Dafür war ich nicht ausgerüstet, und ich sehnte mich Sibirien, dort war es wärmer…

Nachdem es sich als Bug erwies (könnte eines meiner entwickelten Programme sein…) blieb ich doch. Ich lief durch die menschenleeren Straßen des Ortes, denn es war Sonntag morgens. Das Stadtbild dominierend war die Kirche Saint-Pierre:

Die Kirche Saint-Pierre in Mâcon
Die Kirche Saint-Pierre in Mâcon

die im neunzehnten Jahrhundert erbaut wurde. Die beiden Kirchtürme der Église Saint-Pierre sind richtige Schmuckstücke:

Die Kirche Saint-Pierre in Mâcon
Die Kirche Saint-Pierre in Mâcon

Viel mehr hatte ich an dem Morgen nicht unternommen. Ich ruhte mich noch etwas in meiner Kabine aus, in der für mich alleine genug Platz war. Die Aussicht war begrenzt, zum Einschätzen wie die Tageszeit und das Wetter war es aber ausreichend. Das war mir egal, nur durch die zwei getrennten Betten wachte ich jeden Morgen in der Mitte in dem Schlitz eingeklemmt auf, da ich ein durchgängiges Bett gewohnt bin. Das war nur ungewohnt, es gibt schlimmeres, und es war schmerzfrei:

Meine Kabine auf der MS Provence
Meine Kabine auf der MS Provence

Die MS Provence wurde erst 2017 in Dienst gestellt. Dementsprechend ist die Einrichtung schick und modern, und natürlich in einem Top-Zustand:

Auf der MS Provence
Auf der MS Provence
Auf der MS Provence
Auf der MS Provence

Gemächlich und ruhig ging es am Nachmittag mit einer Fahrt zur Abtei von Cluny weiter. Sie verkörperte vor rund tausend Jahren das geistliche Zentrum von Europa. Die Klosterkirche war bis zur Fertigstellung des Petersdorf in Rom die größte Kirche der Christenheit:

Die Abtei von Cluny
Die Abtei von Cluny

Obwohl ein Großteil in Ruinen liegt (nur zehn Prozent verblieben), zeugen die Gebäude trotzdem noch die Größe und Herrlichkeit von früheren Zeiten. Viel mehr möchte ich darüber auch nicht schreiben, siehe Google bei Interesse. Unser lokaler Reiseleiter erzählte noch viel mehr, während die Zeit zum Anschauen Minute um Minute kürzer wurde. Ich entschied mich das Gelände auf eigener Faust ohne Erklärungen anzuschauen, um keine unnötige Zeit mit Informationen zu verlieren, die ich in zwei Minuten sowieso vergessen hätte:

Die Abtei von Cluny
Die Abtei von Cluny

Viel los war nicht, wahrscheinlich weil wir außerhalb der Saison dort waren. Ein Besuch kann ich empfehlen, denn sie ähnelt deutschen Großprojekten: ‚Es war eine Architektur der Superlative. Sie war maßlos, überdimensioniert, und vollkommen aus den Fugen geraten‘:

Die Abtei von Cluny
Die Abtei von Cluny

Auch die Außenanlagen waren sehenswert, mit etlichen Türmen:

Die Abtei von Cluny
Die Abtei von Cluny

Parks und Gebäuden:

Die Abtei von Cluny
Die Abtei von Cluny

Der ‚Tour de Fromage‘ ist Programm, in diesem Turm wurde einst Käse getrocknet:

Der Käseturm der Abtei von Cluny
Der Käseturm der Abtei von Cluny

Abgerundet wurde der schöne Tag durch die nächtliche Fahrt durch Lyon:

Lyon am Abend
Lyon am Abend

Damit verließen wir die Saône, und fuhren auf der Rhône weiter in den Süden.

Außen Bier, innen Wein – Vienne & Tournon

Ausflugsfrei ging es nach Vienne und Tournon. Durch Straßen laufen und mir Geschichten über die besuchten Orte anhören (die ich in kurzer Zeit wieder vergessen hätte) brauche ich nicht. Für mich sind Ausflüge ein bequemes Verkehrsmittel, nicht viel mehr (außer vielleicht noch Weinproben & Co). Zumal bei dem unbeständigen Wetter an diesem Tag.

Wir man sieht, sahen wir am Anfang wegen Nebel nicht viel in Vienne. Wahrscheinlich wie das Monument mit dem starren Blick auch nicht:

Monument à Vienne
Monument à Vienne

Es wurde aber schnell klarer, und die Sonne hatte sich zeigen lassen. Die ersten Blicke auf die Stadt waren schon einmal nett:

Blick auf Vienne
Blick auf Vienne
Blick auf Vienne
Blick auf Vienne
Blick auf Vienne
Blick auf Vienne

In Vienne sind Reste römischer Bauwerke erhalten. Die Tempelanlage von Augustus and Livia gehört zu einer der besterhaltenen des gesamten römischen Imperiums, weil sie im Mittelalter als Kirche genutzt wurde:

Temple of Augustus and Livia, Vienne
Temple of Augustus and Livia, Vienne

Die Kirche Saint-Maurice ist die Kathedrale des ehemaligen Erzbistums Vienne, das erstmals 314 erwähnt wurde:

Die Kirche Saint-Maurice in Vienne
Die Kirche Saint-Maurice in Vienne

Gebaut wurde sie ab 1130, aber in der Folgezeit mehrfach durch Kriege und Plünderungen gelitten. Davon ist heute natürlich nichts mehr zu sehen:

Die Kirche Saint-Maurice in Vienne
Die Kirche Saint-Maurice in Vienne

Aber als wir die Stadt und das gleichnamige Département auf der Isère wieder verließen, waren wir wieder froh überhaupt noch die Silhouette der Stadt erahnen zu können:

Blick auf Vienne
Blick auf Vienne

Das hatte an diesem Tag nichts zu bedeuten. Dagegen ist das Wetter im November in Irland ‚beständig‘ gegenüber dem im Südfrankreich zu der gleichen Zeit:

Unterwegs auf der Rhône
Unterwegs auf der Rhône
Unterwegs auf der Rhône
Unterwegs auf der Rhône

Aber nicht nur hübsche Spiegelungen gab es zu betrachten. Ich wurde auch zu einer Wein / Schokoladen-Probe eingeladen, der neue Trend. Schnell wurden mir Pralinen serviert und verzehrt, der Banause in mir kapierte nichts. Peinlich schauend überlegte die Crew, wie sie mir schonend mitteilen konnte, dass zu jeder Praline ein Getränk zum Testen gereicht wurde. Nach langer Zeit kapierte ich, dass das Kakaoprodukt nicht zum, sondern mit dem Wein genossen wird.

Professionell wurden die Übereinstimmungen der Produkte erklärt. Es wurden genaue Regeln aufgestellt, wie lange man was im Gaumen halten soll, die Biss-Art und einiges mehr. Auch wenn vielleicht viel Einbildung dahinterstand, ich bildete mir ein, dass es so wie es erklärt wurde auch geschmeckt zu haben. Die Vermischung von schmelzender Schokolade im Mund mit den Aromen des passenden Weines war neu für mich und interessant.

Ein kleiner Test, zu welcher Praline:

Glasiert mit Maracuja – Helle Schokolade – Dunkle Schokolade

wurde was für ein passendes Getränk serviert:

Sekt – Weißwein – Rotwein

Der Gewinner darf sich den passenden Geschmack virtuell einbilden.

Wein Probe auf der MS Provence
Wein Probe auf der MS Provence

Serviert wurde die Probe im Salon des Schiffes, mein Wohnzimmer während der Fahrt. Das Personal war dort nett und aufmerksam. Bis auf einen jungen Getränke-Kellner, der bei einer Bestellung ein Gesicht aufsetzte, dass man meinte er wäre zu einer Strafaufgabe verdammt worden. Egal, es sei ihm wegen seines Alters verziehen. Schön war es trotzdem immer dort:

Der Salon der MS Provence
Der Salon der MS Provence

Derart gestärkt erreichten wir am Nachmittag Tournon-sur-Rhône. Preisfrage: An welchem Fluss liegt diese Gemeinde?

Blick auf Tournon-sur-Rhône
Blick auf Tournon-sur-Rhône

Um die gewaltigen aufgenommenen Schokoladen-Kalorien wieder abzubauen, lief ich zum Hospital Tower. Im 16. Jahrhundert wurden zum Schutz der Stadt zwölf Türme in dieser Art errichtet, heute stehen noch zwei davon. Nur bei diesem schaut die ‚Statue of the Virgin Mary‘ von oben auf die Ortschaft:

Der Hospital Tower, Tournon-sur-Rhône
Der Hospital Tower, Tournon-sur-Rhône

Ein großer Ehrgeiz viel mehr herumzulaufen im beschaulichen Örtchen hatte ich nicht. Als ich das das urige alternative Slow Food ‚Café La Péniche‘ sah:

Slow Food 'Café La Péniche' in Tournon-sur-Rhône
Slow Food ‚Café La Péniche‘ in Tournon-sur-Rhône

musste ich die dort angebotenen Biere mit den originellen Labeln probieren, trotz der Lage des Ortes an den Weinanbaugebieten der Côtes du Rhône:

La Brune à Jean-Louis Bier in Tournon-sur-Rhône
La Brune à Jean-Louis Bier in Tournon-sur-Rhône

Die Folge war, dass ich erst in der Dämmerung zurück zum Schiff laufen konnte (was den Ort noch schöner machte):

Dämmerung in Tournon-sur-Rhône, Blick auf Tain-l'Hermitage
Dämmerung in Tournon-sur-Rhône, Blick auf Tain-l’Hermitage
Dämmerung in Tournon-sur-Rhône
Dämmerung in Tournon-sur-Rhône

Ich nahm Abschied von Tournon-sur-Rhône mit einem Blick auf das ‚Château de Tournon‘:

Château de Tournon in Tournon-sur-Rhône
Château de Tournon in Tournon-sur-Rhône

das teilweise unter Denkmalschutz steht. Heute wird die ehemalige Burg als Museum genutzt.

Ich lief ‚Ausflugslos durch Tournon‘ zurück zum Schiff, und hatte das Gefühl dadurch nichts versäumt zu haben.

Liebliche Atmosphäre rund um Uzes

Der Pont du Gard ist DAS Wahrzeichen der Region, und eines der besterhaltenen antiken Bauwerke überhaupt. Ich wollte zu dem römischen Aquädukt schon immer mal hin, es hatte sich aber nie ergeben. Es war selbstverständlich, dass ich den Ausflug dorthin buchte.

Nach einer angenehmen Busfahrt waren es ein paar Schritte, die wir vom Besucherzentrum zu dem Aquädukt laufen mussten. Das machte nichts, weil es eine schöne Landschaft war:

Auf dem Weg zum Pont du Gard
Auf dem Weg zum Pont du Gard

und es ein Restaurant gegen Hunger und Durst gab:

Restaurant Les Terrasses - Pont du Gard
Restaurant Les Terrasses – Pont du Gard

Feldherr Agrippa hatte vor 2000 Jahren von seinem Schwiegervater Kaiser Augustus die dankbare (oder auch nicht) Aufgabe bekommen, eine Wasserleitung von einer Quelle bis nach Nîmes zu bauen, immerhin fünfzig Kilometer mit einem Höhenunterschied von siebzehn Metern. Das war eine technische Herausforderung, zumal sich als Hindernis der Verlauf einer bedingten Überquerung des Flusses Gardon (auch als Gard bekannt) bedingte. Mehr als eintausend Arbeiter waren beteiligt, und der geniale Bauherr konnte die Fertigstellung der Brücke nicht mehr erleben, schade.

Wahrscheinlich hatte niemand von denen angenommen, dass ihre Brücke auch nach 2000 Jahren noch in solcher Pracht steht. Der Pont du Gard wurde nur ein einziges Mal in dieser Zeit einer größeren Restaurierung unterzogen, und das war unter Kaiser Napoleon III.

Vor Eröffnung des Besucherzentrums war der Eintritt frei, aber niemand kümmerte sich um den Zustand der Anlage, dementsprechend übel sah es aus. Das hat sich nun geändert. Die Touristenmassen lassen sich trotz des Ticketpreises nicht verschrecken. Circa zwei Millionen Besucher kommen im Jahr, um unter anderen diesen Blick zu genießen:

Pont du Gard
Pont du Gard

Trotzdem diesem Besucherantrang schaffte ich das ‚Wunder von Pont du Gard‘: Seit Jahrzehnten war ich der erste Tourist, der ein Bild vom Aquädukt bei Tageslicht, regenfrei und Plustemperaturen ohne! Touristen aufgenommen hatte. Und versprochen: ohne Photoshop. In den hiesigen Tageszeitungen wurde ich als Held und Idol gefeiert. Ich denke, dass es wohl eines der einflussreichsten Bilder der Geschichte wird, und rechne mindestens mit dem Pulitzer-Preis für Fotografie:

Pont du Gard ohne Touristen
Pont du Gard ohne Touristen

Vermutlich lag es an dem trockenen Wetter, denn als es erneut regnete fanden sich wieder Besucher ein:

Regen am Pont du Gard
Regen am Pont du Gard

Nach dem Abschied von diesem sehenswerten Bauwerk:

Pont du Gard
Pont du Gard

führte die Weiterfahrt zum malerischen Ort Uzès, dem nächsten Highlight des Tages. Das erste Herzogtums Frankreichs hat eine Altstadt, die es wert ist zu erkunden. Im Zentrum ist der verwinkelter Herzogspalast (Le Duché), dessen Besichtigung der Adel sich teuer bezahlen lässt:

Herzogspalast (Le Duché) in Uzès
Herzogspalast (Le Duché) in Uzès

Über verträumte Plätze:

In der Altstadt von Uzès
In der Altstadt von Uzès

und durch enge Gassen:

In der Altstadt von Uzès
In der Altstadt von Uzès

ging es zur Cathédrale Saint Théodorit:

Die Cathédrale Saint Théodorit von Uzès
Die Cathédrale Saint Théodorit von Uzès

Der Ort ist empfehlenswert sich anzuschauen, wenn man in der Gegend ist. Passend dazu: An der Anlegestelle weidete idyllisch eine Schafherde:

Eine Schafherde an der Rhone
Eine Schafherde an der Rhone

Diese Burgruine auf dem Weg nach Avignon rundete den gelungenen Tag ab:

Eine Burgruine auf der Rhone
Eine Burgruine auf der Rhone

obwohl das Wetter bei der Weiterfahrt nicht immer das Beste war:

Regen Richtung Avignon
Regen Richtung Avignon
Regen Richtung Avignon
Regen Richtung Avignon

Es war ‚Sitzen Innen‘ angesagt. Und das nicht, weil es draußen nur Kännchen gab. Nach dem Regen änderte sich die Stimmung, sowohl an Bord wie auch draußen. Statt Tristesse nun wieder Gute Laune, auch weil die Wolken sich herrlich im Wasser spiegelten. Fast zwei gleiche Motive, ich konnte mich nicht entscheiden welches Bild schöner ist:

Nach dem Regenende Richtung Avignon
Nach dem Regenende Richtung Avignon
Nach dem Regenende Richtung Avignon
Nach dem Regenende Richtung Avignon

Auf diesem Niveau ging es weiter, bis wir die Stadt Avignon erreichten:

Ankunft in Avignon
Ankunft in Avignon

Genussmomente in Avignon

Wir waren am Nachmittag in Avignon angekommen, und den nutzte ich noch zu einem Spaziergang in die Stadt. Die vielbesungene Brücke war mein erstes Ziel:

Die Brücke von Avignon während der Dämmerung
Die Brücke von Avignon während der Dämmerung

Meine Planung sah vor, auf dieser etwas herum zu laufen. Das ging schief, das Betreten kostet nun Eintritt, und die Besuchszeit war vorbei. Brückenlos lief ich prompt zum Palast der Päpste. Der war auch geschlossen, aber sieht von außen auch eindrucksvoll aus:

Der Palast der Päpste in Avignon
Der Palast der Päpste in Avignon
Der Palast der Päpste in Avignon
Der Palast der Päpste in Avignon

Das Licht passte, wie auch beim Bummel durch die Innenstadt:

Abends in Avignon
Abends in Avignon

und bei der Rückkehr zum Schiff (das ist nicht die MS Provence):

Abends in Avignon
Abends in Avignon

Am nächsten Morgen lief ich den gleichen Weg zur Stadt. Ich verzichtete darauf ein paar Euros auszugeben, um nur auf der Brücke zu stehen. Und wie man sieht, nicht nur ich. Bei meinem letzten Besuch war die Brücke voller Touristen…

Die Brücke von Avignon
Die Brücke von Avignon

Dagegen war es mir den Eintritt wert, den Innenbereich des Palasts der Päpste anzuschauen.

Der Palast der Päpste in Avignon
Der Palast der Päpste in Avignon

Der Papstpalast war zwischen 1335 und 1430 die Residenz von neun Päpste und Gegenpäpste. Das machte sie zur damaligen Hauptstadt der Christenheit. Hört sich langweilig an, war aber alles andere als das. Das hatte Kaufleute und Bankiers, Handwerker und Gaukler, Prostituierte und jede Menge Glücksritter angezogen. Man bezeichnete die Epoche als ‚Babylonische Gefangenschaft‘, tatsächlich war die ‚große Hure Babylon‘ ein treffendes Bild für den Zustand. Liest sich interessant an, schade dass es keine Zeitreise zurück dorthin gibt. Einen ‚Pfuhl des Lasters‘ wollte ich schon immer mal besuchen. In 1378 war das Spektakel vorbei, denn es wurde wieder ein Italiener zum Papst gewählt. Der Trupp zog mit nach Italien, und Avignon versank wieder zur Provinzstadt herab.

Bei der Besichtigung sieht man davon leider wenig, es herrscht Seriosität und Trauer:

Im Palast der Päpste in Avignon
Im Palast der Päpste in Avignon
Im Palast der Päpste in Avignon
Im Palast der Päpste in Avignon

Interessant war es allemal. Zurück auf dem Schiff war am Abend das Gala-Abendessen angesagt:

Gala-Abendessen auf der MS Amadeus Provence
Gala-Abendessen auf der MS Amadeus Provence

Es wurde wie alle anderen Mahlzeiten im schicken Restaurant des Schiffes serviert:

Das Restaurant der MS Amadeus Provence
Das Restaurant der MS Amadeus Provence

Zu meckern gab es nichts. Ein toller aufmerksamer Kellner, der schnell meine Vorlieben erkannte, und bei jeder Bestellung darauf Rücksicht nahm. Die Speisen waren durchweg fein und klein (extra von mir so bestellt, ich kann mehr trinken als Essen). Auch die angebotenen Weine passten, und die Stimmung an Tisch mit meinen beiden Tischnachbarn aus Österreich war fröhlich.

Hier ein exemplarischer Fischgang, der aber nicht Bestandteil des Gala-Menü war:

Ein Fisch-Gang auf der MS Amadeus Provence
Ein Fisch-Gang auf der MS Amadeus Provence

Der Höhepunkt war wie immer die Traumschiff-Parade, auf die keine Kreuzfahrt verzichtet. Nur schmeckt die Torte auffällig immer gleich auf allen Schiffen, und mir zu süß. Ich befürchte dass diese beim gleichen Hersteller gekauft wird. Das kann ich natürlich nicht auf alle übertragen, und es kann auf der MS Provence natürlich nicht so sein:

Die Traumschiff-Parade auf der MS Amadeus Provence

Nächtlich ging es weiter Richtung Arles, dem letzten Ziel unserer Kreuzfahrt.

Heimspiel – Die Hits aus der Arles Arena

Während der Fahrt zwischen Avignon und Arles (bei bescheidenem Wetter) sahen wir am nächsten Morgen das wehrhafte Wasserschloss von Tarascon. Die Rhône bildete eine romantische Kulisse, vor das sich das Schloss, das im 15. Jahrhundert erbaut wurde, eindrucksvoll erhebt:

Wasserschloss Tarascon am Rhône-Ufer
Wasserschloss Tarascon am Rhône-Ufer

Ich war im für mich Internet-freiem Jahr 2008 bereits schon einmal in Arles, und hatte es damals gepackt das Amphitheater nicht zu besuchen / zu finden. Ich habe keine Ahnung warum, das muss ich wohl verpennt haben. Es prägt das Stadtbild, und ist sichtbar die einzige Erhebung. Da es ‚die‘ Sehenswürdigkeit der Stadt ist, stürmte ich nach der Ankunft sofort dahin, um es nicht schon wieder links liegen zu lassen. Damals verpasste ich etwas, das ‚Monument historique‘ (ein nationales Baudenkmal) war für mich sehr interessant und imponierend.

Das römische Amphitheater Arles (Les Arénes d’Arles) wurde ca. 90 n. Chr. erbaut. Von den ehemalig drei Etagen sind noch zwei übrig, auf denen bis zu 21.000 Zuschauer Platz fanden:

Amphitheater Arles
Amphitheater Arles

Es diente als Durchführungsstelle von großen Kämpfen und Wagenrennen, und heute für unblutigen Stierspiele, Konzerte und Theatervorstellungen:

Amphitheater Arles
Amphitheater Arles

Die Form ist elliptisch, und die Fassade hat zwei Ebenen mit sechzig Rundbogengängen:

Amphitheater Arles
Amphitheater Arles

Es liegt direkt im Zentrum, hier ein Blick von der Tribüne über den Haupteingang auf die Stadt:

Blick von der Arena auf die Altstadt von Arles
Blick von der Arena auf die Altstadt von Arles

Neben der Arena gibt es noch das antike Theater, das unter Kaiser Augustus um 25 v. Chr. errichtet wurde. Modelle lassen erkennen, was für ein einzigartiges Theater die Römer damals erschuffen. Von dieser Ausstattung ist im Laufe von über 2000 Jahren leider nicht mehr allzu viel übriggeblieben. Für was der Eintritt genommen wurde weiß ich nicht, dass wenige Erhaltene kann man auch gut von außen ansehen:

Das antike Theater von Arles
Das antike Theater von Arles

Eintritt frei ist die Sicht auf einen Obelisken. Er stammt aus dem römischen Zirkus, und wurde mit Schwierigkeiten nach Arles transportiert. Er diente den Wagenlenkern in der Antike zur Orientierung. Heute vielleicht Nachtschwärmer auf dem Weg nach Hause, denn er liegt direkt am Rathaus:

Der Obelisk von Arles
Der Obelisk von Arles

Das touristische Lowlight dieser Reise war gleichzeitig die letzte Sehenswürdigkeit der Kreuzfahrt. Ich besuchte die ‚Thermes de Constantin‘. Die antiken Thermen von Kaiser Konstatin sind heute ein paar Steine, die wenig an alte Bäder erinnern. Vielleicht mit sehr viel Fantasie, die bei mir ausblieb:

Die 'Thermes de Constantin' in Arles
Die ‚Thermes de Constantin‘ in Arles

Viel unterhaltsamer fand ich bei der Rückkehr zum Schiff die musikalische Begrüßung des Bordmusikers, die an jeder Anlegestelle erfolgte:

Musikalische Begrüßung von der MS Provence
Musikalische Begrüßung von der MS Provence

Ich fand seine Partnerin und ihn immer gut gelaunt, kurzweilig und spaßig. Sonderwünsche wurden gerne erfüllt (gerade mir als Abba und Edith Piaf Hörer), Kleine Show-Einlagen wie hier am letzten Abend der Reise ergänzten das musikalische Programm:

Ein Künstler auf der MS Provence
Ein Künstler auf der MS Provence

Gut gemacht mein neuer Freund!

Am nächsten Morgen sah der Himmel über Arles spektakulär aus:

Der Himmel über Arles
Der Himmel über Arles

Ein cooler Abschied von der Stadt. Ich verabschiedete mich vom Schiff und der Besatzung:

Die MS Provence
Die MS Provence

und fuhr mit der großen Passagier-Gruppe zusammen zum Flughafen von Marseille, um von dort nach Hause zu fliegen.

Dort angekommen, war ich mir vorgekommen wie am Airport von Lyon: Große Hallen, aber keine Passagiere. Ruck-Zuck war ich am Gate, Air France, Ryanair & Co fliegen wohl zu anderen Zeiten. War mir recht. Etwas sehnsüchtig blickte ich nach dem Start noch einmal auf Frankreich, es waren dort und auf dem Schiff wunderschöne Tage verbracht. Mit der Gesellschaft Amadeus würde ich immer wieder eine Kreuzfahrt unternehmen, die Leistung ist großartig. Manchmal fühle ich mich als alleine Reisender wie in einem Baumarkt, wo man verzweifelt nach Mitarbeitern schaut, hier nicht. Das Wetter war nicht immer das Beste auf dieser Reise, aber viel mehr konnte ich von Frankreich im November auch nicht erwarten.

Au revoir la France!
Au revoir la France!

Zu Hause erwartete mich unser jährliches Volksfest vor meiner Haustür, das ich seit Jahrzehnten meide. Dieses Mal war ich terminmäßig vor Ort, und lies mich von Auswärtigen, die den Markt regelmäßig besuchen, in Marktgaststätten beraten wo ich einkehren konnte. Verkehrte Welt:

Willkommen auf dem Hochheimer Markt!
Willkommen auf dem Hochheimer Markt!

Das war nur die Hälfte des Reisemonates, was ich in der zweiten Hälfte des Monats erlebt hatte, ist hier nachzulesen:

Asien-Genuss-Trilogie: Hong Kong, Japan und Taiwan

Galerien über die Ziele:

Galerie Avignon

Galerie Lyon

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